Divertimentos 1.-August-Aktion

25. Juli 2018 05:44; Akt: 25.07.2018 05:44 Print

«Manu muss mich jetzt im Rollstuhl rumschieben»

von Katja Fischer - Nach seiner Achillessehnen-OP ist Jonny Fischer wieder zu Hause. Der Unfall hat nun Auswirkungen auf einen 24-Stunden-Divertimento-Auftritt am Nationalfeiertag.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Duschen dauert ewige 40 Minuten, den Morgenkaffee kann er nicht selbst zum Tisch tragen, und der Gang zur Tür ist eine gefühlte Weltreise. «Den Pöstler hab ich heute Morgen verpasst», sagt Jonny Fischer (38) im Gespräch mit 20 Minuten frustriert. «Bis ich aufmachte, war er schon weg und hat eine Abholungseinladung hinterlassen. Da musste ich erstmal fluchen.» Der Divertimento-Komiker kann das Päckli noch nicht mal auf der Post holen: Mit seinem Gipsstiefel kann er nicht Auto fahren. Er muss wohl oder übel auf seinen Ehemann Michi Anghern warten. «Leider hat er zurzeit keine Ferien.»

Umfrage
Werden Sie die 1.-August-Roadshow von Divertimento verfolgen?

Vor gut einer Woche wurde Jonny Fischer «von einem Tag auf den anderen aus dem Alltag herausgerissen», wie er es beschreibt. In seinen Männer-Ferien im Piemont hatte er sich beim Fussballspielen die Achillessehne gerissen. Von Italien aus ging es am Donnerstag direkt ins Spital in Zug zur Operation. Die ist ohne Komplikationen verlaufen, wie Fischer tags darauf mitteilte. Jetzt ist er wieder zu Hause, muss aber täglich zur Physiotherapie und jeden zweiten Tag ins Spital zur Kontrolle.

Ärzte raten von Einsatz ab

Trotzdem: Der Unfall hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt passieren können. Nicht nur, weil er sich in Fischers Ferien ereignete. Auch, weil er die monatelangen Vorbereitungen auf eine grosse Divertimento-Aktion durchkreuzte: Zusammen mit Bühnenpartner Manuel Burkart (40) und Veranstalter Emmentaler wollte Fischer den 1. August in einer 24-Stunden-Roadshow begehen. Einen Tag lang sollte das Duo am Schweizer Ehrentag Sehenswürdigkeiten besuchen und Traditionen ausprobieren – rund um die Uhr live.

Eine besonders grosse Herausforderung mit einem frisch operierten Fuss. «Die Ärzte raten davon eigentlich ab», sagt Fischer. Das Produktionsteam arbeitet unter Hochdruck daran, das Programm den neuen Umständen anzupassen. Vermutlich werde Fischer nicht die vollen 24 Stunden mit von der Partie sein. Damit er zwischendurch Pause machen und die Füsse hochlagern kann. Noch unklar ist, ob Kollege Burkart den Rest allein bestreiten wird und welche Überraschungen ins Tagesprogramm eingebaut werden können.

Wie bei «Ziemlich beste Freunde»

Wer, wie, was, wo – im Moment hängt noch alles in der Schwebe. Fest steht lediglich: Fischer wird im Rollstuhl dabei sein müssen. Deshalb müssen nun auch sämtliche Stationen – geplant waren zum Beispiel ein Besuch auf einer Alphütte, eine Bootstour und Armbrustschiessen – auf Rollstuhlgängigkeit geprüft werden.

Fischer kann seiner misslichen Lage aber auch etwas Gutes abgewinnen. «Ich glaube an einen Mehrwert. Die Situationen bekommen dank meiner Verletzung und dem Rollstuhl eine unerwartete Situationskomik.» Allein wenn er sich vorstelle, wie Manu ihn von A nach B wird schieben müssen. «Das erinnert mich stark an den Film ‹Ziemlich beste Freunde›.»

«Sabbatical»-Tour im Rollstuhl

Seine Angst vor der Big-Brother-Situation ist nun jedenfalls einer ganz anderen gewichen: der Furcht, «nach zwei Stunden wegen eines blauen Fusses und einer blutenden Wunde abbrechen zu müssen». Ausserdem hat er grossen Respekt davor, seinem Kollegen ausgeliefert zu sein. «Ich bin ein Macher. Kann ich etwas nicht selbst tun, ist mir unwohl.»

An die Hilfsbedürftigkeit wird er sich erst einmal gewöhnen müssen. Auch die ersten Auftritte der dritten «Sabbatical»-Tour, die Ende August startet, wird er im Rollstuhl absolvieren müssen. Erst in einem Jahr kann er wieder trainieren. Und etwa ein Jahr brauche es, bis alles wieder so ist wie vorher. «Der Unfall hat bestimmt auch einen tieferen Sinn. Aber noch sehe ich ihn nicht.»

24 Stunden lang Divertimento: Die Vorbereitungen für die 1.-August-Roadshow wurde durch Jonny Fischers Achillessehnenriss über den Haufen geworfen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jammern hält am 25.07.2018 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesund

    Meine Güte, aber da draussen brennen Wälder und sterben Menschen und Monsieur jammert jeden Tag etwas wegen seiner Achillessehne..!? Gute Besserung Herr Fischer UND allen schwerkranken und kranken Menschen!

    einklappen einklappen
  • Barbarella am 25.07.2018 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ewig

    Herr Fischer, seien Sie doch bitte dankbar, dass Sie nicht ewig an den Rollstuhl gebunden sein werden...

  • Auxilia Burch-Brun am 25.07.2018 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    demütiger sein Jonny Fischer!!

    Dieses Theater um diesen Unfall! Es gibt viele Menschen, die viel härter vom Schicksal getroffen werden. Das kommt auch nicht täglich in der Zeitung!! Es tut mir leid, dass Jonny Fischer diesen Unfall hatte. Er soll ein wenig demütig sein, wieviel Glück er bis jetzt hatte!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ste Jae am 25.07.2018 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kleiner Tipp

    Gute Besserung & Manu soll doch einfach ein Rollator nebenher schieben, damit Du ab und zu das Bein hochlagern kannst und sonst kann Manu den Rollator als eigene Gehhilfe verwenden. Dann Rollen sozusagen beide :D

  • Chrigu am 25.07.2018 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Witz?

    Ist das jetzt ein Witz? Was für ein "Macher" ist das denn, der sich von einem Rollstuhl, den er eh nur eine begrenzte Zeit hat, ausbremsen lässt?

  • Kekki am 25.07.2018 11:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sonst immer so kreativ ....

    Mit einem Bürostuhl (mit Rädern) lässt sich problemlos auch einbeinig in der Wohnung herumkurven .Mit einem komplizierten Sprunggelenkbruch selbst erfolgreich angewendet!!

  • Hamster Backe am 25.07.2018 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Suche nach dem Sinn

    Der tiefere Sinn könnte darin bestehen, dass man sieht wie es ist wenn man handicapiert und oder im Rollstuhl sitzen muss. Dass, das Leben nicht immer nach den eigenen Plänen verläuft die man macht und so vielleicht dankbarer wird für jedes Stück Bewegungs-Freiheit die man zurück erlangt. Gute Besserung und Sinn Suche!

  • Fubsi am 25.07.2018 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es kommt wie es kommt

    Hat was gutes, so sehen alle mal wie umständlich es ist in der Schweiz im Rollstuhl unterwegs zu sein. Schnelle Genesung und alles gute.