Missen-Überfluss?

02. März 2011 17:21; Akt: 03.03.2011 14:35 Print

Ein Krönchen macht noch keinen Krösus

von Bettina Bendiner - Halbzeit bei der Miss Schweiz: Noch rollt der Rubel nicht so recht bei Kerstin Cook. Die Schönheitskönigin verdiente weniger als ihre vier Vorgängerinnen – eine Spurensuche.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei der Miss-Schweiz-Wahl hatte Kerstin Cook die Nase vorn. Doch beim Verdienst liegt die schöne Luzernerin nur im Mittelfeld: Mit 200 000 Franken brutto hinkt die 21-Jährige ihren Vorgängerinnen hinterher.

Finanzielles Schlusslicht

Zum Vergleich: Ihre Vorgängerin Linda Fäh setzte insgesamt rund 480 000 Franken um. Auch für Whitney Toyloy lief es 2008 super. Sie verdiente insgesamt rund 430 000 Franken. Und damit rund 60 000 Franken weniger als ihre Vorgängerin Amanda Ammann. Die Finanz-Königin unter den Ex-Missen bleibt aber Christa Rigozzi. Der Tessiner Sonnenschein führt die Topverdiener-Liste seit 2006 mit rund 570 000 Franken an.

Linda, Whitney, Christa und Amanda sind die vier Musketiere im Schönheitszirkus. Und Kerstin ihr d’Artagnan. Denn auch sie kann sich im umkämpften Werbemarkt durchfechten. So viel vorweg: 200 000 Franken Brutto-Einkommen in nur sechs Monaten sind für die ehemalige Verkäuferin ein nettes Sümmchen. Es läuft trotzdem schlechter. Die Frage bleibt: Warum? «Die Missen-Vermarktung hat sich professionalisiert. Einige Missen sind über mehrere Jahre aktiv», sagt Star-Werber Frank Bodin. Trotz Kronen-Übergabe halten sich etwa Linda und Christa erfolgreich im Geschäft und stauben einen Auftrag nach dem anderen ab.

Missen: Ein Auslaufmodell?

Schön für sie. Doof für Kerstin. «Vielleicht gibt es so etwas wie einen Missen-Overkill», vermutet Bodin. «Irgendwann kann man sich nicht mehr steigern. Es kann nicht immer nur aufwärtsgehen.» Jetzt gehe es um die Kunst, mit gesättigten Märkten umzugehen. Denn: «Die Missen sind für Werber absolut interessant. Dank der medialen Begleitung sind sie spannende Persönlichkeiten. Ein Abwärtstrend ist da nicht in Sicht», so Bodin.

Missen-Manager Raffy Locher bestätigt Bodins These: «Mit Linda und Christa sind zwei Ex-Missen sehr gut im Geschäft.» Gerade diese zwei würden beweisen: Die Miss als Auslaufmodell ist zurzeit Zukunftsmusik. «Christa und Linda sind doch die besten Botschafterinnen. Ihr positives Image fällt auf jede amtierende Miss Schweiz zurück.» Und Kerstin hat schliesslich noch sechs Monate Zeit, um das Ruder rumzureissen. Denn Frank Bodin ist sich sicher: «Ich habe nicht das Gefühl, dass das etwas mit Cook persönlich zu tun hat. Sie macht ihren Job sehr gut.»