Schweizerin Loulou

31. März 2011 15:51; Akt: 31.03.2011 15:51 Print

Genial doof bei «Goodbye Deutschland»?

Nach Daniela Katzenberger und Konny Reimann will eine Schweizerin mit einer Auswanderer-Doku berühmt werden. Vielleicht wird sie aber doch nur berüchtigt.

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Sie ist Mathematikerin – wenn sie in ein paar Monaten ihre Abschlussprüfung schafft. Doch Loulou von Brochwitz lebt nicht im Elfenbeinturm. Obenrum hat sie mehr zu bieten als ihren scharfen Verstand. Und deshalb will sich die 24-Jährige einen Platz an der Sonne erkämpfen – und in Las Vegas als Model berühmt werden. Der Privatsender VOX begleitet sie für die Reality-Doku «Goodbye Deutschland» auf Schritt und Tritt. Und Loulou hat das Zeug dazu, in die Fussstapfen der Erfolgsauswanderer Daniela Katzenberger und Konny Reimann zu treten.

Loulou punktet mit Gegensätzen

Die haben es geschafft: Reimann führt nach einer RTL-Serie ein erfolgreiches Urlaubs-Resort in Texas, vertreibt Salat-Saucen und Fans bestellen für viel Geld T-Shirts und Tassen mit seinem lustigen Gesicht darauf. Auch Daniela Katzenberger verdankt ihre Blitz-Karriere «Goodbye Deutschland». Sie wanderte nach Mallorca aus, gründete ein Kaffee, das dank durchdachter Sauglattismen der Chefin mittlerweile fast aus allen Nähten platzt. Ein Song und eine eigene Sendung folgten auf dem Fuss.

Loulou surft auf einer ähnlichen Welle wie die «Katze»: Sie punktet mit Gegensätzen. Denn auch Daniela ist kein doofes Blondie, sondern eher eine brillante Geschäftsfrau à la Verona Pooth. Sie hats gerafft: Sich dumm stellen und trotzdem schlau sein, scheint das Geheimrezept. Loulous Strategie variiert davon nur leicht: Sie steht zu ihrem Flair für Mathematik und bezeichnet sich als Mathematikerin. Ihr Superhirn verpackt sie geschickt mit Sex: «Mathematik ist meine grosse Liebe. Das ist wie Magie. Wenn ich eine Formel verstehe, ist das viel befriedigender als Sex. Sehr sexy, wie ein Hormonschub», sagt Loulou in der Sendung. Sie wolle weg aus Berlin, weil: «Ich ecke immer irgendwie an.»

Napoleon als Lebensretter

Gebetsmühlenartig die Begründung: Weil sie es trotz hübschem Gesicht, 50er-Jahre Pin-up-Optik halt wagt, schlau zu sein. Dann sorgt sie für Stirnrunzeln: Ein Bild von Napoleon soll mit nach Las Vegas, wo Loulous Karriere beginnen soll. Ihr Freund Frank (51) will das Bild in Berlin zurücklassen. Sie argumentiert pseudo-historisch: «Napoleon war ein aufmüpfiger, kleiner Scheisser und doch intelligent.» Eine Parabel für Loulou? Ja: «Napoleon beweist, dass Leute, die gar nicht so aussehen eben doch die Welt verändern können.» Ihr Freund solle dankbar sein, er verdanke ihm sein Leben. Eine gewagt einseitige Deutung der Europäischen Geschichte.

Gewagt auch der Sprung nach Las Vegas. Loulou wendet sich vertrauensvoll an ihren neuen Manager Tony Keep. Der hat bislang vor allem Erfahrung als Sportmanager gesammelt. Doch Loulou ist überzeugt, mit ihm das grosse Los gezogen zu haben. Was er sagt, ist Musik in ihren Ohren. Natürlich prophezeit er seinem Schützling eine glorreiche Zukunft, natürlich glaubt er an ihr Potenzial. Ob der Rest der Welt das auch so sieht?

(bbe)