Insta-Comeback

11. April 2019 16:55; Akt: 11.04.2019 19:02 Print

Tina Umbricht spricht über ihren Zusammenbruch

Die Ex-DSDS-Kandidatin sprach im Herbst zum ersten Mal über ihre Depressionen. Danach wurde es auf Instagram still um sie – nun ist sie zurück.

Social-Media-Star Tina Umbricht hat sich aus einem Tief gekämpft. Jetzt singt sie auf Instagram wieder – und will ihren Popstar-Traum verwirklichen. (Video: Instagram/Wibbitz/Tamedia)
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Die Vorgeschichte

2015 war Tina Umbricht (20) bei «Deutschland sucht den Superstar» im Recall. Während ihrer DSDS-Zeit unterhielt sie ihre Community mit Gesangsvideos – fast 20'000 Follower hat die Aargauerin gesammelt.

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Der Rückzug

Im Oktober 2018 erklärte Tina Umbricht in zehn Instagram-Posts, dass sie sich zurückziehen will. Sie leide seit Jahren an Depressionen, sexuelle Belästigung in ihrer Kindheit sei der Auslöser. «Wenn ich allein war, habe ich sogar über Suizid nachgedacht», erzählte sie. Danach meldete sie sich von Insta ab.

Das Comeback

Ein halbes Jahr später ist sie wieder da: Am Dienstag meldete sich Umbricht bei ihren immer noch über 18'000 Followern zurück und postete ein Video, in dem sie «Lovely» von Billie Eilish singt. «Hi», schreibt sie schlicht dazu. Die Community begrüsst sie mit aufmunternden Kommentaren und reihenweise Herzli-Emojis.

Die Auszeit

Während ihrer Social-Media-Abwesenheit, vor rund drei Monaten, erlitt Tina einen Nervenzusammenbruch. Sie wurde notfallmässig in eine Klinik eingewiesen. «Ich war eine Woche dort», erklärt sie gegenüber 20 Minuten. Danach begann sie eine Therapie.

Der tägliche Kampf

Im Spital und in der Therapie habe sie gelernt, positiver zu denken. «Ich muss aufhören, nur das Negative zu sehen. Es gab immer etwas, das mich runtergezogen hat.»

Es gehe ihr heute besser als vor einem Jahr. «Aber es ist unrealistisch, zu sagen, dass es mir super geht.» Sie erlebe regelmässig Tage, an denen sie sich schlecht und traurig fühle. Tina sagt: «Das Leben kann scheisse sein – aber in meinem Leben ist auch vieles sehr schön.»

Die Botschaft

Mit ihrem offenen Umgang mit ihren psychischen Problemen will Tina anderen helfen. Sie gibt sich ihren Followern gegenüber offen – und spricht sogar über Selbstverletzungen, die sie sich zugefügt hatte.

«Es ist okay, wenn man nicht okay ist», sagt sie. Wichtig sei, dass man jemanden zum Reden habe, der einem zuhöre und zu verstehen versucht. «Das muss kein Psychiater sein, das kann auch eine Freundin oder jemand aus der Familie sein.» Ihr ganzes Umfeld helfe ihr sehr, «von der Schwester bis zum Chef».

Die Pläne

Die Musik bleibt Tinas grosse Leidenschaft, die ihr in schwierigen Momenten auch Kraft gibt. Sie will eigene Songs schreiben und aufnehmen. «Ich will den Leuten zeigen, was ich draufhabe. Auch als Songwriterin.» Der grosse Traum: «Mal auf Tour zu gehen.»

Sie hofft, noch dieses Jahr eigene Musik veröffentlichen zu können. «Ich werde auf Englisch singen. Ich habe auch schon Mundart-Covers probiert, von ‹079› zum Beispiel – es hat nicht funktioniert.»

Nun steht aber noch der Abschluss ihrer Lehre zur Detailhandelsfachfrau im Bereich Unterhaltungselektronik an. In eineinhalb Jahren ist es so weit.

(fim/afa)