Swiss Music Awards

01. März 2015 23:31; Akt: 02.03.2015 11:29 Print

Krokus stehen hinter Roger Köppel

von Monika Rufener - An den Swiss Music Awards kam es in diesem Jahr zum Eklat: Roger Köppel wurde bei seiner Laudatio für die Band Krokus ausgebuht. Die Band selbst nimmt es gelassen.

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Für den Skandal des Abends sorgte Roger Köppel. Er hielt eine Laudatio auf Krokus. Sie wurden mit dem «Outstanding Achievement Award» geehrt. Das Publikum unterbrach Köppels Rede immer wieder mit lauten Buh-Rufen. Die Band selbst steht hinter der Wahl ihres Laudatoren: «Wir finden ihn einen brillianten Schreiber, der Hardrock im Blut hat und unseren Weg mit Begeisterung und Eloquenz verfolgt hat», erklärt Chris von Rohr gegenüber 20 Minuten. Auch dass ihre Ehrung bei den SMA fast in den Hintergrund geriet, ist für den Produzenten und Bassisten der Band kein Problem: «Das Lebenswerk von Krokus spricht für sich - kein Problem. Ein paar Hunde jaulen, die Karawane zieht weiter», so von Rohr. Doch auch andere Künstler wurden mit einem Beton-Klotz geehrt: Vor einem Jahr kannte Lo & Leduc noch kaum jemand. Jetzt haben sie bereits drei Swiss Music Awards - Stress muss sich in Acht nehmen. Das Berner Duo gewann die Awards für «Best Talent», «Best Live Act» und «Best Group». Beatrice Egli durfte endlich auch einen Betonklotz mit nach Hause nehmen. Vergangenes Jahr war die Schlagerszene noch ausgeschlossen. «Den stelle ich neben meinen Echo», sagte sie zu 20 Minuten. James Gruntz holte zwei Awards und will damit sein schiefes CD-Regal stützen. Stefanie Heinzmann durfte ihre neue Single «In The End» performen. «Bang!» von Gotthard ist laut den Swiss Music Awards das beste Schweizer Album des Jahres. Ein weiteres Highlight war der Auftritt des britischen Newcomers James Bay. Keine SMA ohne Pegasus. Ihr «I Take It All» wurde als Best Hit geehrt. «Der wurde in 20 Minuten geschrieben», sagt Sänger Noah Veraguth im Interview.

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Es war der Aufreger des Abends: Als «Weltwoche»-Chefredakteur Roger Köppel als Laudator für die Schweizer Kultband Krokus die Bühne des Hallenstadions betrat, reagierten einige Zuschauer im Zürcher mit Buhrufen und Beschimpfungen. Einige verliessen gar den Saal.

Diese heftige Reaktion kam für Chris von Rohr nicht unerwartet: «Die fehlende Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Andersspielenden sind wir seit jeher gewohnt. Das motiviert uns nur», meint der Produzent und Bassist von Krokus. Auch SMA-Organisator Oliver Rosa war klar, dass die Person Roger Köppel polarisiert, trotzdem: «Das Ausmass der Reaktion des Publikums hat mich überrascht», so Rosa zu 20 Minuten. «Wir laden unsere Gäste ein, um die Musiker zu feiern. Einige Zwischenrufe waren unter der Gürtellinie. Die Musikszene steht für Toleranz und Offenheit, auch gegenüber Andersdenkenden.»

Krokus teilt sich die Aufmerksamkeit mit Köppel gerne

Roger Köppel hielt auf Wunsch von Krokus die Laudatio. «Bei Sonderpreisen sprechen wir uns mit den Künstlern ab», bestätigt Rosa: «Als langjähriger Musikjournalist und Krokus-Fan war Köppels Bezug gegeben. Von seiner Nationalratskandidatur erfuhren wir aus den Medien.» Warum wollte die Band ausgerechnet den polarisierenden Köppel? «Wir finden ihn einen brillanten Schreiber, der Hardrock im Blut hat und unseren Weg mit Begeisterung und Eloquenz verfolgt hat», erklärt von Rohr.

Ob die SMA-Organisation Konsequenzen aus dem Skandal ziehen wird, steht laut Rosa noch nicht fest. Krokus bleiben aber bei ihrer Wahl – auch wenn die Aufmerksamkeit weniger auf der Auszeichnung für ihr Lebenswerk als auf Roger Köppel selbst lag: «Das Lebenswerk von Krokus spricht für sich – kein Problem. Ein paar Hunde jaulen, die Karawane zieht weiter», ist sich Chris von Rohr sicher.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • s.p. am 01.03.2015 23:37 Report Diesen Beitrag melden

    falsch

    "Für den Skandal des Abends sorgte Roger Köppel." nö, das publikum sorgte für den skandal des abends. wenn es nicht nach deren köpfchen geht ist es vorbei mit "toleranz und nächstenliebe".

  • A. G am 01.03.2015 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Also ich finde das publikum war einfach nur erbärmlich.

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  • Seebueb007 am 02.03.2015 05:44 Report Diesen Beitrag melden

    Die Toleranz der Linken

    Was den Linken nicht in ihre Ideologie passt wird leider systematisch nieder geschrieen. Was wäre im Schweizer Blätterwald und beim SRF los wenn ein Linker derart attaktiert worden wäre? Seitenlange Kommentare und Spezialsendungen wären die Folge! Aber jetzt? "Die Rechten haben es sich selber zuzuschreiben" Traurig aber wahr.....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Morgan Stern am 02.03.2015 23:18 Report Diesen Beitrag melden

    Wahltag ist Zahltag...

    ...da haben die RotGrünen Subventions-Musiker und Anhänger leider, leider ...NICHTS mehr zu lachen...wetten!

  • Frank R. am 02.03.2015 18:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schande !!

    ...mir ist keine Hardrockband bekannt die sich über eines ihrer Mitglieder, also in diesem Fall Herr von Rohr, politisch dermaßen rechts "positioniert" ! Ich persönlich finde das sehr traurig und beschämend für die ganze Szene !

  • Jakob am 02.03.2015 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Geistiger Brandstifter

    Roger Köppel ist kein «Andersdenkender», sondern geistiger Brandstifter! Er wird zurecht augebuht und hat keine Akzeptanz verdient. Akzeptieren tut er ja eh am wenigsten

  • Lemming am 02.03.2015 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Maulkorb für Chris

    Das SRF sollte die Sendezeit von Chris von Rohr drastisch reduzieren. Im anschliessenden Backstage Talk nahm er gefühlte 90 % der Redezeit in Anspruch. Die ebenfalls anwesenden Lo & Leduc vermochten lediglich zwischendurch auch mal was zu sagen.

  • Daniela am 02.03.2015 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Von Rohr takes it all

    Ich frage mich die ganze Zeit, was wohl die anderen Bandmitglieder von Krokus denken. Aber von denen darf ja keiner ein Wort sagen.