Mister in Nöten

29. März 2011 20:36; Akt: 29.03.2011 20:44 Print

Nervige Frauen und herzige Babys

von Bettina Bendiner - Die härteste Mister-Wahl aller Zeiten bringt die Jungs an ihre Grenzen – als Frauenretter und Baby-Wickler.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein edler Ritter, ein Turm, eine Jungfrau in Nöten: So etwas erlebte Jonas Wältinicht. Den edlen Retter sollte er trotzdem spielen: Er steckte plötzlich in einem Lift mit einer nervigen Frau fest. Doch die will nicht Jonas. Sondern nur raus. Er gibt sich Mühe, sie wird pampig. Der Lift macht keinen Mucks. Jonas ist mit den Nerven am Ende. Doch siehe da – es war nur ein Gag. Den hatte sich die Mister-Organisation für die «härteste Wahl aller Zeiten» ausgedacht: Lustige Spielchen mit versteckter Kamera. Ein Amateur-Theater, um zwölf Laien-Darsteller ganz natürlich kennenzulernen. Jonas bestätigt den Überfall: «Ich wusste nicht, dass ich ­gefilmt werde.» Wohlgefühlt habe er sich nicht. Doch ein Held bleibt cool: «Ich wollte, dass es der Frau gut geht. Da habe ich das nicht gezeigt.»

Seine Angst verstecken konnte Omar Ahatri nicht. Ihm zitterten bei seiner Prüfung die Beine. Er musste ein Baby wickeln. «Ich habe Angst vor Babys. Ich bin schusselig und wollte es nicht verletzen», sagt Omar. Die Situation fand er lustig: «Ich fand das originell. Wickeln sollte für Männer selbstverständlich sein.» Die Situation habe er dank «männlicher Logik» gemeistert. Sein putziges Übungskind überstand das Treffen mit dem Tessiner unbeschadet. Und er wünscht sich trotzdem noch eine Familie: «Nicht grad jetzt. Aber die Frau, die ich liebe, habe ich schon dafür gefunden.»

Kandidaten im Fokus: Zweimal Jonas und ein Omar – ein spassiges Trio

Wäre Jonas Lutz eine Tischbombe, bekäme er den Aufkleber «Bombe surprise». In Dubai legten ihn Bazillen lahm, in der brütenden Hitze litt er still vor sich hin. Ohne Murren. Sprach kaum. Wieder genesen, legte er los. Verloren in der Wüste? Der 24-Jährige findet immer nach Hause. Erklärt störrischen Taxi-Fahrern geduldig den Heimweg. In Bars überrascht er mit Wissen: Welcher Song wird grad gespielt? Fragt Jonas. Und Schwingt er das Tanzbein, ist das wie Kino. Ein Spassvogel im Schafspelz – der «Jö-nas».

Wenn Omar Ahatri spricht, ist das wie Urlaub in Italien. Sein rollendes «R» überstrahlt die Wüstensonne Dubais. Trotz Hitze und toughen Mister-Tests – schlechte Laune kennt der Butler-Sohn offenbar nicht. Ein Scherzkeks, aber kein Pausenclown. Er studiert Wirtschaft und Sport. Spricht drei Landessprachen. Und bald auch Russisch. Tapsig hüpft der 1.89-Meter-Turm durchs Leben. Angst hat er nur vor Spinnen. Und weisser Schoggi. Davon mampft er zu viel. Omar – die Naschkatze.

Zwei Krönchen hat Jonas Wälti bereits auf sicher: Er hat die tiefste Stimme. Und die markanteste Nase. Ein Pro, das dem Mister schon vor der Wahl Model-Aufträge sichert. Er hat was. Auch im Kopf: Der Bieler studiert Wirtschaft. Modeln ist nicht seine Berufung, aber ein Beruf. Ein hübscher Nebenjob. Aber ohne Schönheitswahn. Ein Päuschen am Pool liegt bei Jonas auch mal drin. Dann wird geplaudert, aber nicht getratscht. Das mag er nicht. Jonas W., ein Herz – und schon jetzt zwei Kronen.