Disqualifizierter Mister

31. März 2011 20:42; Akt: 31.03.2011 21:03 Print

Schweizermacher «machten nicht vorwärts»

von B. Bendiner - Zwei Tage vor der Mister-Schweiz-Wahl kommts zum Drama: Luca De Nicola muss den Hut nehmen - weil er kein Schweizer ist. Das sagt der ausgeschiedene Kandidat.

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Das Siegerbild von Luca Ruch. Luca Ruch (21) aus Frauenfeld spielt gerne Fussball, ist glücklich liiert und ist Wirtschaftsstudent - und der neue Mister Schweiz 2011. Am 2. April 2011 hätten zwölf Mister-Schweiz-Finalisten in der Kreuzlinger Bodensee-Arena gegeneinander antreten sollen. Doch einer wurde disqualifiziert. Im Rennen mit von der Partie sind zwei Thurgauer. Der 20-jährige Fabian Introvigne aus Warth hat letzten Sommer eine Elektronikerlehre abgeschlossen und ist Single. Pascal Breitenstein (22). Der Zimmermann lebt in seiner eigenen Wohnung in Gelterkinden (BL) und ist seit zwei Monaten Single. Er ist 191 Zentimeter gross und mag keine überschminkten Frauen. Davide Garruti (21) arbeitet als Modeverkäufer in Zürich und lebt in Männedorf. Ursprünglich stammt er aber aus dem Tessin. Er jobbt nebenbei als Model und ist seit dreieinhalb Jahren glücklich liiert. Er ist 189 Zentimeter gross und mag Süssigkeiten. Michel De Carolis (26). Der Personal-Trainer lebt in Münchenstein (BL) und schwamm einst für die Schweizer Nationalmannschaft. Er ist 183 Zentimeter gross und seit einem Jahr Single. Sandro De Mattio (22). Der Schreiner lebt in Birmensdorf und verkauft in seiner Freizeit am Stand seines Göttis Crêpes. Er ist 178 Zentimeter gross und seit sechs Monaten vergeben. Nicolas Scandamarre (22) lebt in Bussigny (VD). Nach einer abgebrochenen Lehre als Elektriker holte er die Matura nach. Der 184 Zentimeter grosse Waadtländer ist Single. Vor vier Jahren verlor er bei einem tragischen Autounfall seine Verlobte Tamara. Dominique Capraro (22) studiert Kunstgeschichte und Film an der Universität Lausanne. Der 188 Zentimeter grosse Walliser ist Single und besuchte ein Jahr die Schauspielschule in Los Angeles. Jonas Lutz (24) lebt mit seinen Eltern in Breitenbach (SO). Er ist gelernter Bankkaufmann und macht zurzeit ein Praktikum als Sozialpädagoge. Seit über einem Jahr ist der 186 Zentimeter grosse Solothurner liiert. Omar Ahatri (25). Der 189 Zentimeter grosse Tessiner lebt und studiert in Lausanne Sport und Wirtschaft. Der Halbmarokkaner ist seit drei Jahren glücklich verliebt. Jonas Wälti (22) stammt aus Biel (BE), lebt und studiert aber Wirtschaft in Luzern. Der 190 Zentimeter grosse Student ist seit einem Jahr Single. DISQUALIFIZIERT: Luca De Nicola (20) konnte nicht rechtzeitig einen Schweizer Pass vorweisen und schied deshalb zwei Tage vor der Wahl aus. De Nicola jobbt als Model und übernimmt Nachtdienste als privater Altenpfleger.Er lebt in Carona (TI) und unter der Woche in Zollikerberg (ZH). Der 185 Zentimeter grosse Halbholländer-Halbitaliener hatte noch nie eine feste Beziehung.

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Das gab es noch nie: Zwei Tage vor der Wahl musste Mister-Organisator Urs Brülisauer am Donnerstag einen Kandidaten disqualifizieren. Es traf Luca De Nicola (20). Der Tessiner besitzt keinen Schweizer Pass.

Luca ist Holländer und Italiener

Sein Einbürgerungsverfahren wurde nicht rechtzeitig abgeschlossen. Noch ist Luca Holländer und Italiener. Brülisauer ist bestürzt: «Es war ein emotionaler Tag. Es ist schade für uns und Luca, dass er den Pass nicht rechtzeitig vorweisen konnte.» Es gebe keine Ausnahmen. Ein Mister Schweiz muss Schweizer sein: «Das Reglement steht über allem.»

Doch warum wartete der Mister-Macher bloss so lange? «Es gab gute Anzeichen dafür, dass das Verfahren bis zur Wahl abgeschlossen sein wird. Und wir wollten Luca die Chance geben.» Gestern um 17 Uhr lief das Ultimatum ab.

Teure Nachbearbeitung

Und Brülisauer sitzt in der Tinte: «Fernsehtechnisch müssen wir vieles umstellen. Auch die Choreographin arbeitet auf Hochtouren.» Das kostet. Branchenexperten schätzen, dass Lucas Rauswurf die Organisation bis zu 25 000 Franken kosten könnte. Je nach Aufwand fürs Umschneiden vorproduzierter Videos.

Luca selbst sieht sein Aus locker: «Traurig? Nein. Ich bin leicht enttäuscht.» Aber nicht wegen der Organisation. Sein leiser Groll richtet sich gegen die Beamten im Tessin: «Sie wollten nicht vorwärtsarbeiten.» Sein Einbürgerungsgesuch laufe seit 2006. «Sie haben mir die Teilnahme an der Show verunmöglicht.» Lucas Fazit ist trotzdem positiv: «Ich habe meine Mission erfüllt.»