Schweizer Stuntfrau

09. Februar 2011 15:08; Akt: 09.02.2011 15:08 Print

Sie hält für Winiger den Kopf hin

von Philipp Dahm - Wenn es hart auf hart kommt, ist Bettina Schindler für Melanie Winiger da: Die Stuntfrau doubelt die Aktrice im Schweizer Horrorstreifen «One Way Trip», der «sehr blutig» wird.

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Mit «One Way Trip» soll der erste Schweizer 3D-Horrorfilm in die hiesigen Kinos kommen (20 Minuten Online berichtete). Wenn es blutig und ernst wird, muss aber nicht Schauspielerin Melanie Winiger den Kopf hinhalten: Bettina Schindler sprang beim Dreh in den krassen Szenen für die Gattin von Rapper Stress ein. «Ich habe Melanie Winiger in verschiedenen Szenen gedoubelt. Ich musste zum Beispiel im Kampf fallen oder meine Gegner mit einem Holzstock verprügeln», sagte uns die 25-Jährige.

Mit ihrem Alter Ego am Set im Aargau kam die Bernerin gut zurecht. «Melanie Winiger ist sehr offen. Sie kommt auch auf einen zu, fragt, was man macht und ist sehr interessiert. Sie ist voll dabei und sagte, sie würde die Szenen am liebsten selber machen.» Das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit: Manchmal bekommt Schindler ihre darstellenden Doubles gar nicht zu sehen. «Das ist sehr unterschiedlich und kommt auf die Stunts an. Wenn du Szenen machen musst, in denen die Person zuerst spielen muss und du machst es danach, hast du natürlich auch Kontakt. Es gibt aber auch Filme, bei denen ich die Leute, die ich double, gar nicht kennenlerne, weil man an verschiedenen Tagen arbeitet.»

«Ich denke, es wird sehr blutig»

Vier Jahre ist die vielleicht profilierteste Schweizer Stuntfrau schon im Geschäft: Als sie auf SF2 die Sendung «Stunt Hero» für sich entschied und unter dem Schweizer Hollywood-Export Oliver Keller das handwerk lernte, ging für sie ein Lebenstraum in Erfüllung. «Ich wollte das immer schon machen und habe Sachen wie Judo oder Kickboxen gemacht», sagte die Gefahrensucherin gegenüber 20 Minuten Online. Ihre Stunts zeigte sie schon in TV-Produktionen wie «Tag und Nacht», «Tatort» oder «SOKO Stuttgart». Auch in Kinoproduktionen wie «Sennentuntschi», «Cargo» oder «Liebling, lass uns scheiden» war sie zu sehen.

Auf die Premiere von «One Way Trip», dessen Finanzierung entgegen anders lautender Berichte gesichert ist, freut sich Schindler jetzt schon: «Ich denke, es wird sehr blutig. Sie haben meiner Einschätzung nach sehr viel Wert darauf gelegt, dass es mal was anderes wird. Das sieht man an den ganzen Requisiten, daran, wie sie die Sachen filmen und an dem Aufwand, den sie für einzelne Szenen betrieben haben. Ich denke, dass es ein ziemlich krasser, aber guter Film wird.»