Kilchsperger und Kunz

23. Dezember 2011 11:55; Akt: 23.12.2011 17:30 Print

Sind das die schönsten Schweizer?

von Julian Fricker - Die Glückspost wählte die Traumfrauen und schönsten Promimänner 2011. Ein Versuch, die Überraschung in Worte zu fassen.

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Da will man sich für zwei Stunden beim Coiffeur einfach nur entspannen - und plötzlich zerstört einem die Glückspost all die schönen Gedanken des Wohlgefühls mit einem Klapf. Sagt das Grosi mit den Lockenwicklern unter der Haube: «Fräulein, hendsi gseh, de Roman isch de schönscht Schwiizer!» Nicht nur mit neuem Haarschnitt, sondern mit 178'394 neuen Fragen und einer heimlich gekauften Glückspost sitze ich psychisch aufgewühlt im Büro. In einer selbstverordneten Schreibtherapie muss ich mir nun die Gesichter der «100 schönsten Schweizer 2011» aus den Gedanken schreiben.

Radio- und TV-Moderator Roman Kilchsperger holt sich den Sieg bei den rund 50 schönsten Promimännern der Schweiz. Ausgerechnet ein Teilzeit-Radiogesicht steht auf dem Siegerpodest, wenn es darum geht «die Schönsten der Nation» zu repräsentieren. Really? Bei den Frauen schafft es die 33-jährige Susanne Kunz, die weibliche Konkurrenz wie Christa Rigozzi (Rang 2), Michelle Hunziker (Rang 24) oder Ex-Miss Linda Fäh (Rang 48) hinter sich zu lassen. Potzblitz!

Die «Elfe der Tagesschau»

Doch das ist erst der Anfang der schlechten Witze: So wäre die zweitplatzierte Christa Rigozzi letztes Jahr beinahe nicht in der Liste erschienen (Platz 49 im Jahr 2010). An ihrer Stelle sitzt nun auf den hinteren Rängen abgeschlagen, die von Berufs wegen bezeichnete schönste Schweizerin: Gestatten, Alina Buchschacher, Miss Schweiz 2011. Man kann halt nicht für alle gleich schön sein.

Die letztjährige Glückspost-Gewinnerin, Tagesschausprecherin Beatrice Müller muss derweil einen herben Rückschlag verkraften. Die «Elfe der Tagesschau» muss sich dieses Jahr mit dem fünften Platz zufrieden geben. Ich frage mich bloss, wieso Beatrice Müller als «Elfe» bezeichnet wird. Sind es ihre dunkelbraunen Löckchen oder ihre feenhaften Moderationen?

Lys Assia in den Top 10

Doch von Elfen zu anderen Showgrössen: Die Grande-Dame der Chansons, Lys Assia, schafft es als Newcomerin der Liste mit ihren 86 Lenzen direkt unter die zehn schönsten Schweizerinnen, chapeau. Wie muss sich wohl die 25-jährige Fabienne Louves (Rang 33) fühlen? Abgestürzt vom letztjährigen dritten Platz, ist sie 2011 sogar hinter der 60-jährigen Maja Brunner (Rang 31). Da half nicht einmal die Brust-OP, um das ganze Ergebnis zu pimpen.

Unter den fünfzig «Traummännern» läuft Roman Kilchsperger den Sportlern Roger Federer (Rang 3) und Profikicker Xherdan Shaqiri (Rang 4) den Rang ab. Das Trio Adrian Stern, Baschi und Mister Schweiz Luca Ruch schauen abgeschlagen auf den Rängen 47 bis 49 in die Röhre, während sich der gute Beni Turnheer auf Platz 37 ins Fäustchen lacht. Es zähle nicht nur das Äussere, sondern auch Ausstrahlung, Können, Talent und Charme. Und wieso jetzt genau Kilchsperger?

Radiokollegen nehmen kein Blatt vor den Mund

Vielleicht punktet Kilchsperger auch darum, weil er durch den «Donnschtig-Jass» der Schwiegermutter-Traum schlechthin ist - oder ist es das «Lausbubengesicht mit seinen flotten Sprüchen», wie die «Glückspost» schreibt? Auch Radiokollege Stefan Büsser versteht es schlicht und einfach nicht, warum der 41-Jährige überhaupt in der Liste geführt wird. Er verarbeitet sein Trauma über den Äther: «Roman Kilchsperger der schönste Schweizer? Das ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel». Nicht nur ihm.