Geständnis

05. Dezember 2019 23:13; Akt: 06.12.2019 09:30 Print

Viktor Giacobbo führte Scheinehe mit Lesbe

Der Satiriker gesteht, dass er vor Jahrzehnten eine Ausländerin geheiratet hat, damit diese mit ihrer Freundin zusammen sein konnte.

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Viktor Giacobbo hat vor 30 Jahren eine Frau geheiratet, mit der er nie in einer Wohnung lebte. Das gestand er am Donnerstag in einem Podcast des «Tages-Anzeigers». Die Scheinehe ging er ohne Gegenleistung ein, wie er sagt. «Ich habe eine Ausländerin geheiratet, damit sie in der Schweiz bleiben konnte. Sie war mit einer Frau zusammen. Weil die beiden nicht heiraten durften, musste sie immer wieder ausreisen.»

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Er habe das Paar gut gekannt, die beiden seien nach wie vor zusammen, erzählt der Kabarettist weiter. Die Trauung habe er nur mit Freunden gefeiert, die eingeweiht waren. Als Hochzeitsgeschenk gab es für Giacobbo eine Fritteuse.

«Ja, das war eine Scheinehe gewesen, aber die ist nun verjährt. Das war vor 30 Jahren», gesteht der Komiker. Giacobbo habe keine Gegenleistung für den Weg aufs Standesamt verlangt. Er habe auch nie mit seiner «Frau» zusammengewohnt. Er sagt im «Tages-Anzeiger»-Podcast: «Wäre ein Beamter vorbeigekommen, hätte ich ihm gesagt, dass es ihn nichts angehe, mit wem ich zusammen bin – hau doch ab!»

Nicht mehr strafrechtlich relevant

Nach sieben Jahren war die Scheinehe schliesslich vorbei, Giacobbo und seine Angetraute trennten sich. Das feierten die beiden ebenfalls: «Es gab ein Scheidungsfest. Und nochmals eine Fritteuse.»

Konsequenzen hat der Satiriker heute nicht zu befürchten. «Die Sache ist längst verjährt», sagt er. Gemäss dem Zürcher Milieu-Anwalt Valentin Landmann sind Scheinehen nach acht Jahren nicht mehr strafrechtlich relevant.

(vro/chk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 06.12.2019 05:04 Report Diesen Beitrag melden

    Solche "Ehen" machen es Liebespaaren schwer

    Tja damals war das einfach. Aber genau wegen solchen Scheinehen, haben es echte Liebespaare mit einer Ausländerin oder einem Ausländer von ausserhalb der EU heute um so schwerer. Darum bin ich über solche Deals, mit oder ohne Gegenleistung, nicht gerade begeistert.

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  • dude am 06.12.2019 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und noch stolz darauf?

    ich habe als teenager mal etwas gestohlen. ist zwar auch lange verjährt aber ich bin wenigstens nicht noch stolz auf die begangene straftat.

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  • Marc Meier am 06.12.2019 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CH

    Scheinehen gibt es zu hauf in der CH - Geld steht im Vordergrund, alles andere ist nebensächlich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • P4trick am 06.12.2019 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich dachte dass sei der Sinn der Ehe?

    Zu Heiraten, damit 2 Menschen die sich lieben zusammen leben können? Genau das hat er getan!

  • Waterpolo1s am 06.12.2019 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .. musste dies sein?!

    ... musste dies jetzt wirklich sein .. Schein-Ehe und Das-Jetzt-Sich-Outen ...?!

  • Snickas am 06.12.2019 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Straftäter oder einfach nur nett

    Nicht dass ich Scheinehen gutheissen würde, in diesem Fall finde ich es aber vertretbar. Es wurde niemandem geschadet. Deshalb kann ich unsere Gesetzesflut nicht verstehen, jeder Fall ist anders und JEDER hat sich schon mal strafbar gemacht.

  • Consumer1 am 06.12.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • boga am 06.12.2019 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals für Geld...

    Wenn man V. Giaccobo erfasst, dann ist es ihm niemals um Geld gegangen. Wie die Situation damals war, hat rein persönliche Überzeugung zu dieser Scheinehe geführt. Er kannte die politische Lage und wahrscheinlich auch die Beziehung dieser beiden Frauen. Ich bin überzeugt, käme eine strafrechtliche Verfolgung noch in Betracht, sie würde angewandt. Es hat sich in Haltungen wenig verändert. Gesetzlich haben sich ein paar Dinge gelockert.