Prüfungswiederholung

09. Juni 2010 13:08; Akt: 09.06.2010 15:38 Print

Whitney Toyloy muss nachsitzen

Ex-Miss Schweiz Withney Toyloy und 300 weitere Schüler müssen sich der maturitären Deutschprüfung nochmals annehmen: Wegen «Unregelmässigkeiten» muss sie wiederholt werden.

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Die schriftliche Deutschprüfung ist der Alptraum vieler Schüler, die sich in der Romandie auf die Matura vorbereiten. Wie 300 weitere Schüler, die sich am Gymnasium von Yverdon mitten in den Prüfungen befinden, wird auch Whitney Toyloy diese Erfahrung zweimal machen müssen. «Ich habe entschieden, die Prüfung wiederholen zu lassen, weil sie durch Unregelmässigkeiten verfälscht worden ist», erklärt Jean-François Gruet, Rektor des Gymnasiums.

Diese Entscheidung ist unwiderruflich. Whitney Toyloy, die ihre Maturitätsprüfung aufgrund ihrer Wahl im Jahr 2008 verschoben hatte, möchte sich zu diesem Thema nicht äussern. Aber einige Schüler finden die Massnahme unverhältnismässig: «Ein Gerücht besagt, einige hätten gewusst, dass es im Prüfungstext um Scheidung gehen würde. Aber die Kenntnis des Themas hilft einem doch nicht, einen vierseitigen deutschen Text zu verstehen!»

«Äusserst seltene» Massnahme

Für Michael Fiaux vom Bildungsdepartement verändert dies jedoch «die Art und Weise, wie man sich auf eine Prüfung vorbereitet». Die betreffenden Schüler hätten beispielsweise Vorteile beim Vokabeltraining gehabt. In den Augen des Kantons ist diese «äusserst seltene» Massnahme daher angemessen.
Eine Schülerin meint dagegen: «Sie stützen sich nur auf ein Gerücht, sie haben keinen Beweis. Auf das Thema Scheidung hatten wir aufgrund der Prüfungsaufgaben der vergangenen Jahre getippt.»

Haben die Schüler also nicht einmal mehr das Recht, das Prüfungsthema zu erraten? «Suchen heisst nicht finden», erwidert Michael Fiaux, der offensichtlich nicht viel von den Kombinationsfähigkeiten der jungen Waadtländer hält.