DSDS

20. Februar 2011 11:04; Akt: 22.02.2011 14:03 Print

Zazou mit A..., Ach und Krach weiter

von Philipp Dahm - Dieter Bohlen denkt, Zazou habe «Dynamit im Arsch». Nur dank der Jury kam die Zürcherin bei «Deutschland sucht den Superstar» weiter. Sprengstoff bot auch Kandidat Ardian, der Menowin 2.0.

Bildstrecke im Grossformat »
Seit vergangenem Samstag wohnt Zazou Mall in der Kölner Superstar-Villa. Vor ihrem Umzug zeigte die Schweizer DSDS-Hoffnung 20 Minuten Online ihre Wohnung in Zürich. Kätzchen Mili wird ihr Frauchen vermissen. Zazou sang am 19. Februar in Köln als Erste. Nach Lob von der Jury ... ... schlug die Stunde von Sebastian Wurt. Für Patrick Nuo bewies der 16-Jährige, dass er «auf der Bühne zu Hause» ist. Fernanda Brandao lobte die «gesamte Optik» und Bohlen bescheinigte ihm «Nerven wie Drahtseile»: Fünf Stunden vor Showbeginn hatte sich «Justin Bieber» noch einen neuen Song ausgesucht. Nina Reichel sang «You'll Be There» aus dem Film «Pearl Harbour». Brandao fand, die 17-Jährige sei «absolut gereift und gewachsen». Bohlen sah ihren «besten Auftritt bisher». Schlager-Fan Norman Langen. Bohlen: «Megageil! Du warst der Beste bisher.» Awa Corrah bekam für «The Most Beautiful Girl in the World» Kritik. «Du hast es heute nicht 100-prozentig auf den Punkt gebracht», so Nuo. «Die Titelauswahl war nicht so gut», glaubte Bohlen. Ardian Bujupi ist ein Goldkehlchen. Nuo bekam «Gänsehaut» und Brandao befand: «Das war mega. Du warst der Player mit den sexy Mädels.» Bohlen aber mahnte. «Du bist der prädestinierte Typ, der durchdreht»: Ardian dürfe sich seines Erfolges nicht so sicher sein. Mike Müller ist der singende Strassenkehrer. Brandaos Urteil: «Cool, lässig und auch backstage eine richtige Stimmungskanone.» Bohlen bemängelte Konzentrationsschwächen. Puppenspielerin Anna-Carina Woitschack zieht mit ihren Eltern durch die Lande - und ist deshalb nach eigener Aussage sowohl ungeküsst als auch Jungfrau. Bohlen sagte nach ihrem Auftritt: «Du weisst genau, welche Strippen du ziehen musst. Du bist noch Jungfrau, ich bin Wassermann.» Christopher Schwab spielte selbst Gitarre, fand bei der Jury aber keine Gnade. «Ich glaube nicht, dass du genug aufgefallen bist», so Bohlen. Christopher kontert, er habe schon am Morgen in der «Bild» gelesen, dass er ein Flop-Kandidat sei - und bedankte sich entnervt. Marco Schreyl übrigens ... ... kündigte Christophers Auftritt so an: «Hier kommt der Mann, der besser Gitarre spielt als ich.» Mediziner Marco Angelini (26) ist der Quoten-Ösi im Programm. Seine Ich + Ich-Interpreation kam an. Bohlen sah den «besten männlichen Auftritt»: «Das passt einfach, das Package. In meinem Alter ist es einfach gut, einen Arzt dabei zu haben.» Pietro Lombardi hat vielleicht nicht viel Hirn, aber dafür umso mehr Herz. «Selbst deine Dusseligkeit kommt sympathisch über», befand Brandao. Marvin Cybulski ist sich mit 30 Jahren zu alt, um zu tanzen. Vielleicht ist er gerade deshalb so beliebt. Nuo glaubt, der Kandidat habe alle schon längst auf seiner Seite. Sarah Engels sagt vor ihrem Auftritt: «Ich sehe nicht nur verdammt gut aus, ich kann auch noch verdammt gut singen.» Die Jury sorgt sich, dass sie zu arrogant rüberkommt. Nicole Kandzia wurde abgewatscht. «Deine Stimme hast du wohl auf den Malediven gelassen», sagte Nuo. Bohlen hörte einige «Rohrkrepierer». Felix Hahnsch hat laut Nuo «wirklich sehr viel gefühl in der Stimme». Bohlen kritisierte: «Hinten raus war es nicht so gut.» Nina, Mike, Awa, Nicole, Felix, Christopher, Sarah und Zazou müssen um das Weiterkommen bangen. Erst ... ... darf Sarah weiter, dann darf Brandao ihren Joker benennen, von dem ... ... sie ein «Riesen-Fan» sei: Es ist ... ... Zazou. Der dritte Joker ... ... ging an Nina. Somit bilden diese ... ... zehn Kandidaten die Basis für die kommenden Mottoshows. Pietro freut sich über das Weiterkommen ... ... wie auch Marvin.

Fehler gesehen?

Zazou Mall steht bei «Deutschland sucht den Superstar» in der Runde der letzten Zehn: Mit Müh und Not konnte sich die Zürcherin in die Mottoshows herüberretten, nachdem sie und weitere sieben Kandidaten nach dem regulären Voting zittern mussten. Drei der acht Wackelkandidaten konnten die Juroren per Joker weiterkommen lassen: Dieter Bohlen, Patrick Nuo und Fernanda Brandao nahmen nach eigenem Bekunden dann auch die Kandidaten, die stimmenmässig an den Stellen sieben, acht und neun lagen.

Bohlen: Dynamit in Zazous A....

Dabei lag die 26-Jährige anfangs noch an erster Stelle: Die Zürcherin machte den Auftakt der Sendung am 19. Februar. Im knappen schwarzen Paillettenkleid und hochhackigen Schuhen besetzte Bohlens «süsses Mädchen» die Bühne und legte «One Love» von David Guetta aufs Parkett. Den folgenden Applaus habe sie verdient, gibt Moderator Marco Schreyl anschliessend seinen Senf dazu: «Super gemacht, Zazou!» Doch wichtig ist, was die Jury und die Zuschauer sagen.

Das Publikum hatte Zazou, die Bohlen wenig taktvoll auch als «Schokohäschen» betitelte, zuvor auf Mundart und auch Hochdeutsch zum Anrufen animiert. Als Patrick Nuo dann den Auftritt beurteilen sollte, sprach auch er Schwiizerdütsch: «S isch sehr guet gsi!» Und weiter: «Ich bin jetzt noch baff. Bist du wirklich Schweizerin? So ein Temperament würde ich auch gerne haben!» Fernanda Brandao lobte das «super Opening» und Bohlen sah «Dynamit im Arsch». Der Produzent mahnte aber auch, sie müsse an ihrer Stimme arbeiten. «Du bist telegen. Süss ist okay. Aber kann man aus die auch einen Star machen?»

Ardian, ein «Menowin mit anderen Mitteln»

Dass RTL diese Frage bei einem anderen Kandidaten mit Nein beantwortet, machte eine doch recht peinliche TV-Farce klar. Es geht um Kandidat Ardian Bujupi, den «Macho». Im Einspielfilmchen vor dem Auftritt wird der Ruhrpott-Prolet als einer dargestellt, der auf heisse Autos, Mädchen und Mucki-Bude, also Fitnesstraining steht. Sein Michael-Bublé-Stück singt er dann wie immer: einfach grossartig. Wer Ardians Stimme hört, denkt, ein Mitglied des legendären «Rat-Pack» vor sich zu haben. Der Knabe ist gesegnet – vielleicht nicht mit Stil, aber dafür mit Gesangstalent.

Doch offenbar ist Ardian der Menowin 2.0. Der gefallene Star der letzten Staffel, dem Marco Schreyl noch unpassend Grüsse ins Gefängnis ausrichtete, war mit seinem Vorstrafenregister und der schlechten Presse ein kleiner GAU für RTL. Deshalb konnte den geneigten Zuschauer auch nicht verwundern, dass eine miese Posse gespielt wurde. Marco Schreyl wollte etwas «aufklären», kündigte der Moderator nach Ardians Auftritt an. Ein Film wurde eingespielt, in dem die Kandidatinnen Nina und Nicole aussagten, der Konkurrent habe sie mit Worten wie «Hure» beleidigt.

Marco Schreyl, die moralische Instanz

Pfui-Rufe tönen aus dem Publikum, als Schreyl danach von «harten Vorwürfen» palavert und fragt den natürlich überrumpelten jungen Mann: «Warum schikanierst du kleine Mädels?» Der Kandidat protestiert. «Man streitet sich», versucht er zu erklären. «Das war eine Situation», versucht er zu retten, was zu retten ist. «Das so zu präsentieren», versucht er einzuwenden. «Entschuldigung», versucht er das Thema schnell zu beenden. Schreyl diskreditiert ihn abschliessend: «Ich würde mir wünschen, dass du auf einen positiven Weg kommst. Du bist ein Guter.»

Als der Moderator am Ende des Abends Ardian sagen muss, ob er zittern muss oder weiterkommt, moralisiert die lauwarme Labertasche weiter: «Ardian, ganz ehrlich, ich war schockiert.» Die Zuschauer haben den Mann mit der Samtstimme dennoch weiter gewählt. Als der Junge sein positives Ergebnis bekommt, applaudiert auch Zazou. Die muss sich mit der Skandalnudel und den acht weiteren Kandidaten harter Konkurrenz stellen. Damit es in der Mottoshow klappt, wird die Zürcherin zulegen müssen, um weiter zu bestehen.