Karriere nach «DSDS»

21. Juni 2011 17:03; Akt: 21.06.2011 18:18 Print

Zazous Feuerprobe am Ballermann

Nach «DSDS» arbeitet Zazou Mall weiter an ihrer Gesangskarriere: Im berüchtigten Club «Oberbayern» auf Mallorca heizte die Zürcherin dem Publikum kräftig ein - trotz einigen gesanglichen Patzern.

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Am Samstag, 9. April, traten das «Sexy Sixpack» (O-Ton Moderator Marco Schreyl) – also die verbliebenen sechs Kandidaten - von «Deutschland sucht den Superstar» zur sechsten Mottoshow an. Die Superstar-Anwärter mussten jeweils zwei Songs unter dem Motto «Europa gegen Amerika» singen ... ... wobei die Definition, was ein amerikanischer und ein europäischer Song sein soll, arg strapaziert wurde. Da wurde Bobby McFerrins «Don't Worry Be Happy» urplötzlich zum Kulturgut des alten Europas gezählt, weil es irgendwann einmal von einer holländischen Partyband gecovert wurde. DSDS-Baby Sebastian Wurth wurde für seine Darbietung von «You and Me» mit Lob überhäuft. Kunststück, bereitet doch der Schrammel-Popsong von Milow nun wirklich keinem Sänger ein Problem! Ardian bewies einmal mehr, dass er unbestreitbar ein Gesangstalent ist, gleichzeitig aber einen grauenhaften Musikgeschmack hat. Mit «Glow» von Madcon gab er billigsten Eurodance zum besten. Zazou Mall performte «A Night Like This» von Caro Emerald - gewohnt selbstsicher und stylish. Obwohl mancher sich fragte, weshalb sie ausgerechnet den schmächtigsten der vier schwulen Tänzer an die Seite gestellt bekam. Während ihr Auftritt von Patrick Nuo und Fernanda Brandao Lob bekam, gab es einmal mehr nur Hass und Häme von Jury-Kermit Bohlen. Selten hat eine Casting-Show-Teilnehmerin eine ähnliche mentale Stärke bewiesen wie Zazou. Woche für Woche musste sie sich von Modern-Talking-Fistelstimme Dieter Bohlen «Gequacke» vorwerfen lassen, bekam vom alternden Disco-Gockel nichts als Hass und Häme. Doch sie liess es über sich ergehen und ertrug es mit einem Schulterzucken, wurde auch nie ausfällig oder beleidigend. Doch es kam, wie es kommen musste. Bohlens Mantra von der «schlechtesten Sängerin hier im Wettbewerb» mit der «kleinen und piepsigen Stimme» zeigte nicht nur beim Publikum, sondern auch bei Zazou selbst Wirkung ... So schien es, dass sich bei Zazou in den letzten Wochen eine neue Unsicherheit breit gemacht hatte - wenig verwunderlich bei solch konsequentem Niedermachen durch den Chefjuror. Augenscheinlich wurde dies bei ihrem zweiten Song, «Waka Waka» von Shakira. «Mehr Kacka Kacka als Waka Waka!» Mit einer beispiellosen Hetzkampagne hatte Dieter Bohlen auf diesen Tag hingearbeitet. In der Vergangenheit liess sich das Publikum davon aber nicht beeindrucken. Am 9. April war es aber so weit: Äusserst knapp (eine Minute vor Abschluss trennte ein halber Prozentpunkt die letzten und zweitletzten Plätze) wurde Zazou abgewählt. Ëtwas ärgerlich war, dass während Zazou gedisst wurde, Sarah Engels mit Lob überhäuft wurde - dies obwohl sie bei keinem, aber nun wirklich bei keinem, der «Woo-Hoo»-Jauchzer von «Walking On Sunshine» die Töne traf. Hätte man Sarahs Auftritt nur am Radio gehört, wäre sie sofort abgewählt worden. Der singende Notkoffer, der Bergdoktor in Spe, Marco Angelini performte «Der Komissar» von Falco. Kulturell ist ihm der Song zweifelslos näher er als «Wonderwall», den er in der Vorwoche regelrecht massakrierte. Doch weder die Arroganz noch die Exzentrik von Falco bringt er hin. Pietro muss – ach wie passend! - «Don't Worry Be Happy» in einer Ballermann-Version vortragen. Wie Sebastian singt er in einer indogermanischen Frühform der Sprache, aus der sich Jahrhunderte später Englisch entwickeln würde. Auch Ardians Englisch bei «I Need a Dollar» hört sich eher mediterran nach. Oh nein. Das «Hallelujah»-Obligatorium wird umgesetzt. Irgendwann einmal in jeder «Pop Idol X-Factor sucht den Supertalent»-Staffel muss irgendein Clown Leonard Cohens «Halleluja» zerstören. Diesmal fällt Sebastian Wurth die Aufgabe zu. Okay, ganz so schlimm wie erwartet ist es nicht, was wohl daran liegt, dass ein gut geschriebener Song sich gut singen lässt. Sarah Engels startet bei «Hurt» von Christina Aguilera erstaunlich gut, doch ab Mitte Song kommen die üblichen Intonations-Patzerchen. Gut, dass das Bühnenfeuerwerk zur Ablenkung da ist. Der Österreicher Marco Angelini – der nasalste Sänger der Staffel, sang «Use Somebody» der Kings of Leon – ein Song bei dem sein besagte Nasenstärke Schmerzhaft zur Geltung kommt. Bohlen gefällts nicht und prophezeit ihm - oder Zazou - die Abwahl. Pietro mit der Merkschwäche wagte sich an «Mad World» ... und kämpfte sich in Kauderwelsch durch. Für Zazou Mall, Tanzlehrerin aus Zürich und erfolgreichste Schweizer Teilnehmerin aller Zeiten bei DSDS, heisst es nun: Koffer packen. Weiter sind: Ardian Bujupi, Sebastian Wurth, Pietro Lombardi, Sarah Engels und Marco Angelini.

«Das war mehr Kacka Kacka als Waka Waka!» Mit einem weiteren Diss kanzelte Dieter Bohlen die verbliebene Schweizer Kandidatin Zazou Mall in der 6. Mottoshow von «DSDS» am 9. April 2011 ab. Am Schluss folgte das Publikum Bohlens Rat und Zazou flog raus.

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Bei der RTL-Castingsendung «Deutschland sucht den Superstar» erreichte Zazou Mall «nur» den sechsten Platz, doch das Singen hat sie nicht abgeschrieben. Zurzeit tourt die schöne Zürcherin jedoch weiter durch Clubs - unter anderem in Mallorca. Dort gab die 26-Jährige ein Konzert in dem berüchtigten «Ballermann»-Club «Oberbayern», der für seine feucht-fröhlichen Partys und Schlager-Konzerte bekannt.

Ein gesanglicher Meilenstein war Zazous Auftritt auf der Balearen-Insel zwar nicht, jedoch begeisterte die Tanzlehrerin mit einer gehörigen Portion Energie. Doch sehen Sie selbst in folgendem Video:


(Quelle: Youtube)

(mor)