Schweizer Schauspieltalent

04. Februar 2019 21:36; Akt: 04.02.2019 21:36 Print

Annina Euling ist jetzt ganz oben angekommen

Annina Euling begeistert im TV und im Kino – und wurde für ihre Hauptrolle in «Weglaufen geht nicht» ausgezeichnet. Die junge Solothurnerin über Awards und Ambitionen.

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Was für eine Biografie! Während andere Fünfjährige im Sandkasten buddeln, stand Annina Euling schon auf der Theaterbühne. Mit 13 folgte ihre erste Filmrolle im Fernsehfilm «Schönes Wochenende» von Petra Volpe («Die Göttliche Ordnung»). Inzwischen hat Annina in über einem Dutzend Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt.

Die letzten sechs Monate waren ganz besonders für die Solothurnerin. Ihr Kinofilm «Der Läufer» lief an einigen Festivals im Ausland, und soeben erhielt sie an den Filmtagen in Solothurn den Fernsehfilmpreis als beste Darstellerin für «Weglaufen geht nicht», wo sie eine junge Frau im Rollstuhl spielt. Wir haben die 27-Jährige bei ihren Theaterproben in Bonn erwischt:

Annina, du probst gerade ein neues Stück in Deutschland. Was reizt dich am Theater?
Definitiv der Livemoment auf der Bühne, der ist an keinem Abend gleich und jedes Mal wieder aufregend.

«Als Kind dachte ich, Schauspieler sind Superhelden»

Du hast schon im Kindergartenalter geschauspielert. Wie kam es dazu?
Meine Mutter ist auch Schauspielerin und Regisseurin, und sie hat mich natürlich oft ins Theater mitgenommen. Als Kind dachte ich, Schauspieler sind Superhelden, weil sie sich ständig in etwas Neues verwandeln können.

Wo fühlst du dich wohler? Im Film oder Theater?
Das Gefühl vor der Kamera ist ein ganz anderes als das auf der Bühne. Beides hat für mich seinen Reiz und macht Spass – und die Suche nach Wahrhaftigkeit bleibt.

Du hast gerade den Schweizer Fernsehfilmpreis gewonnen. Was bedeutet dir das?
Sehr viel! Besonders, weil ich den Preis für die Rolle Elodie in «Weglaufen geht nicht» bekommen habe, eine Rolle, die ich so gern gespielt habe. Und der Film behandelt ein Thema, das mir persönlich am Herzen liegt – da ist das gleich doppelt schön.

«Es war körperlich und schauspielerisch eine riesige Herausforderung.»

Wie hast du dich auf den Part vorbereitet?
Es gab im Vorfeld zu den Dreharbeiten eine enge Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Paraplegikerzentrum. Dort konnte ich Gespräche mit Menschen im Rollstuhl führen, den Alltag kennen lernen und mit Spitzensportlern trainieren. Das hat mir sehr geholfen.

War das deine bisher schwierigste Rolle?
Es war definitiv körperlich und schauspielerisch eine riesige Herausforderung – und zugleich eine der schönsten Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe.

Hast du einen Lieblingsfilm?
Ich habe viele! Filme sind das Grösste, da kann ich unmöglich nur einen nennen.

(cat)