Basel-Stadt

06. Januar 2020 12:10; Akt: 06.01.2020 12:10 Print

«117 angerufen – Polizei kam eine Stunde später»

Wer den Notruf wählt, rechnet in der Regel mit einem raschen Eingreifen der Einsatzkräfte. Doch diese rücken nicht immer aus, wie die «Basler Zeitung» schreibt.

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Die Kantonspolizei Basel-Stadt leistet jedes Jahr zahlreiche Einsätze. Doch sie taucht nicht immer auf, wenn der Notruf gewählt wird, wie Leser der «Basler Zeitung» berichten. (Symbolbild) (Bild: 20 Minuten/las)

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Drei verschiedene Personen aus Basel wandten sich nach eigenen Angaben an die Kantonspolizei Basel-Stadt und wurden enttäuscht. Die «Basler Zeitung» (kostenpflichtiger Artikel) hat das Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) mit den Fällen konfrontiert.

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1. Fall: Verdächtiger Luxusschlitten

Verdächtiger Luxusschlitten

Am 16. Dezember, gegen 14.45 Uhr soll laut einem Leser in der Bonfolfstrasse ein schwarzer Maserati ohne Kennzeichen von zwei Personen aus einem Lieferwagen ausgeladen worden sein. Danach sei eine dritte Person hinzugekommen und habe Berner Nummernschilder an den Luxusschlitten montiert. Danach sei jemand mit dem Auto davongefahren. Weil dem Zeugen das Treiben in der kleinen Quartierstrasse verdächtig vorgekommen sei, habe er die Polizei alarmiert. Diese sei aber über eine Stunde lang nicht aufgekreuzt.

Das sagt das JSD zu Fall 1

Der Anruf sei um 14.51 Uhr eingegangen, so die Behörde gegenüber der «BaZ». Die erste Patrouille sei bereits um 15.10 Uhr vor Ort gewesen. Kurz darauf sei eine zweite Patrouille angekommen. Der Einsatz sei um 15.25 Uhr abgeschlossen worden. Gemäss dem Journal deute nichts darauf hin, dass es zu einer Verzögerung von über einer Stunde gekommen sei. Der Zeuge hält an seiner Darstellung fest.

2. Fall: Magazin mit Patrone im Briefkasten

Magazin mit Patrone im Briefkasten

Ein Mann, der in der Nähe des Dorenbachkreisels wohnt, habe am Abend des 30. November 2019 ein Magazin einer Schweizer Ordonnanzwaffe Sturmgewehr 90 im Briefkasten gefunden. Im Magazin habe sich eine scharfe Patrone befunden. Weil er sich nicht sicher gewesen sei, ob der Fundgegenstand im Zusammenhang mit einem Verbrechen steht, habe er die Polizei informiert. Diese habe ihm aber gesagt, dass sie wegen so etwas nicht ausrücke. Er solle das Magazin zum Waffenbüro oder auf einen Polizeiposten bringen.

Das sagt das JSD zu Fall 2

Die Polizei klärte den Fall laut der «BaZ» mehrere Tage lang ab, kam aber zum Schluss, dass es nie einen solchen Anruf gegeben habe. Der Zeuge hält jedoch an seiner Version fest: Er habe den Anruf vom Festnetz aus getätigt.

3. Fall: Geld abgenommen

Geld abgenommen

Anfang Dezember sei der Sohn eines «BaZ»-Lesers am späten Abend um Geld fürs Tram gebeten worden. Als der Sohn das Portemonnaie hervorgenommen habe, um der Bitte nachzukommen, sei er von der Person bedroht und «um sein Geld erleichtert» worden. Der Betrag oder ob das Portemonnaie geraubt wurde, wird im Artikel nicht genannt. Die Polizisten auf dem Posten in Riehen BS hätten sich aber geweigert, eine Anzeige entgegen zu nehmen. Die Begründung: Der Sohn habe freiwillig Geld geben wollen.

Das sagt das JSD zu Fall 3

Die Polizei sage aus «Datenschutzgründen» nicht, weshalb in diesem Fall die Anzeige nicht aufgenommen worden sei. Sie halte aber Fest, dass sie immer prüfen müsse, ob ein verfolgbares Delikt vorliegen könnte. «Im Zweifelsfall ist sie angehalten, die Anzeige entgegenzunehmen», so ein Sprecher zur «BaZ».

(las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Linda am 06.01.2020 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ist nur verständlich.

    Die mussten erst noch den Tesla aufladen.

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  • Onkel Dagobert am 06.01.2020 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Nur bei Ordnungsbussen ...

    sind die Polizisten schnell. Wenn es nach viel Arbeit und ebenso viel Schreibarbeit riecht, ist es halt besser, wenn man erst dann aufkreuzt, wenn sich die Sache bereits erledigt hat.

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  • Cris am 06.01.2020 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    Naja habe auch schon so meine schlechte Erfahrung mit der Ploizei BS gemacht. Daraufhin meldete ich es der JSD, aber interessiert dort niemand wirklich. Sie schützen ihre Polizisten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bebbi1 am 07.01.2020 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterschiedlich!

    Ja stimmt, das habe ich auch schon bemerken müssen, dass ein grosser Unterschied zwischen BS und BL besteht. Auch zwischen den Abteilungen bei Polizei BS herschen gorsse Unterschiede. Die Verkerspolizei BS ist sehr nett, zuvorkommend, kompetent und freundlich, obwohl ich auch lang waeten musste. Die Streifenpolizei ist eine Katastrophe, vorallem der Claraposten. Was ich damit sagen will, verallgemeinern will ich nicht.

  • Mägge am 07.01.2020 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BL/BS auffällige Unterschiede.

    Das ist leider wahr. Im Vergleich zu den Beamten des Kanton Baselland sind die Kollegen in der Stadt unfreundlich, langsam und arrogant. Das beginnt bei der Alarmzentrale und endet beim Schugger auf der Gasse.

  • Tell1 am 07.01.2020 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Polizei, dein Freund und Helfer?

    Hab ich auch schon erlebt. Als mal ein aufdringlicher Bettler in der Kanonengasse Passanten belästigte, trotz Bettelverbot, hielt es die angerufene Basler Polizei gar nicht erst für nötig, aufzukreuzen. In BL dasselbe. Da habe ich mal an der Kerngartenstrasse spätabends ein herrenlos auf der Strasse liegendes altes, mutmasslich französisches Autokennzeichen gefunden. Die angerufene Polizei beschied mir nur, ich solle es auf dem Posten vorbeibringen. Der Binninger Posten war natürlich zu, also konnte ich es nur dort in den Briefkasten werfen.

  • G.Rummel am 07.01.2020 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    Prioritäten setzen

    Keine Zeit - ist ja viel wichtiger, dass man über alle Ereignisse einen Twiit absetzen kann

  • W.Höfi am 07.01.2020 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Polizei ,dein Freund und nicht Helfer

    Und da fragt mann sich noch wieso Basel so Kriminell ist.Lieber einen Blitzer aufstellen,da braucht mann keinen Rapport zu Schreiben und FÜLLT eh noch die Kasse