Vegane Volksinitiativen

04. April 2014 05:50; Akt: 03.04.2014 20:22 Print

«Auch währschafte vegane Menüs werden angeboten»

von Lukas Hausendorf - Der Verein Sentience Politics lanciert eine Initiative, die von Kantinen in öffentlichen Betrieben täglich ein veganes Menu verlangt. Die Initianten beziehen Stellung.

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Warum wollen Sie die Verwaltung und ihre angeschlossenen Betriebe gesetzlich dazu verpflichten, in ihren Kantinen zusätzlich ein veganes Menu in den Speiseplan aufzunehmen?

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Würden Sie zugreifen, wenn in ihrer Kantine täglich auch ein veganes Menu angeboten würde?
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Insgesamt 1406 Teilnehmer

Adriano Mannino: Mit der Erhöhung des Anteils pflanzlicher Menüs und der Förderung pflanzlicher Ernährung generell können gleich mehrere grosse Probleme gleichzeitig angegangen werden. Unsere Ernährung hängt direkt und stark mit Dingen wie Ressourcenverschwendung, Hunger, Klimawandel, Gesundheit und der Tierwürde zusammen. Da Nachhaltigkeit und Ernährung zusammenhängen, müssten sich eigentlich sämtliche schweizerischen Verwaltungsträger vermehrt damit befassen. Indem wir das Thema Ernährung aufgreifen und nachhaltigere Menüs fordern, tragen wir also auch dazu bei, einen eigentlich bereits bestehenden Verfassungsauftrag umzusetzen.

Sie lancieren Ihre Initiative nur in Basel und Bern. Warum in Basel? Ist Veganismus hier mehrheitsfähiger als in Zürich?

Michèle Singer: Das Stimmverhalten der Basler und Berner Bevölkerung ist im schweizweiten Vergleich sehr progressiv. Basel bietet als Stadtkanton eine einzigartige Gelegenheit, mit beschränkten Ressourcen auf kantonaler Ebene Einfluss zu nehmen. Bern ist das politische Zentrum der Schweiz und bietet sich daher an, um Diskussionen zu lancieren. Hinzu kommt, ganz pragmatisch, dass die Mehrheit der involvierten Leute in Basel oder Bern wohnen. Sollten unsere Initiativen erfolgreich sein, werden wir aber auch weitere städtische, kantonale oder eidgenössische Initiativen in Betracht ziehen.

In der Kantine der Stadtreinigung will man aber währschafte Hausmannskost und in den Schulen hat man die Erfahrung gemacht, dass zu rigide Vorschriften zu einer Abwanderung führen. Glauben Sie nicht, dass ihre Initiative einfach dazu führt, dass Essen für den Kompost produziert wird? Das würde dem Ziel der Nachhaltigkeit zuwiderlaufen.

Mannino: Kein Gastronomiebetrieb produziert Essen für den Kompost, das macht nur schon ökonomisch keinen Sinn. Gerade die Gastronomiebetriebe haben das grösste Interesse daran, dass das, was sie produzieren, auch gekauft und gegessen wird. Deshalb werden sie dort, wo die Kundschaft nahrhafte Hausmannskost will, natürlich ein währschaftes veganes Menü anbieten, und in den Schulen ein veganes Menü, das bei Kindern und Jugendlichen Anklang findet.

Die Uni bietet schon einmal wöchentlich ein veganes Menue an, die Nachfrage danach ist allerdings gering. Warum glauben Sie dennoch an einen Erfolg?

Singer: Die Nachhaltigkeitskampagne der Uni-Mensa Basel war erfolgreich. Mit den Massnahmen in der Mensa konnten fast 60'000 Kilogramm CO2 an Treibhausgasemissionen eingespart werden. Die Gäste wählten vermehrt vegetarische Gerichte und haben den Fleischkonsum so um rund 15% gesenkt. Dieser Erfolg ist auf die Ausweitung des Angebotes und die attraktive Gestaltung pflanzlicher Menüs zurückzuführen. Ohne vegane Optionen wäre das nicht möglich gewesen.

Einer ihrer prominenten Unterstützer, der Basler Nationalrat Beat Jans (SP), glaubt, dass die Regierung ihre Initiative mit einem Gegenvorschlag kontern wird. Wie weit geht ihre Kompromissbereitschaft?

Mannino: Für uns ist entscheidend, dass eine sachliche Diskussion über die Folgen unserer Ernährung für das Klima, die Ressourceneffizienz, das Tierwohl und die Nord-Süd-Gerechtigkeit zustande kommt. Ein ernst gemeinter Gegenvorschlag würde die Diskussion wahrscheinlich versachlichen und zu einer differenzierten politischen Entscheidfindung beitragen. Ob wir mit einem Gegenvorschlag zufrieden wären, spielt dabei keine Rolle, denn am Schluss entscheidet sowieso das Stimmvolk.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carni Vorae am 04.04.2014 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gülle

    Dürfen Veganer Lebensmittel verzehren, die mit tierischer Gülle gedüngt wurden? Wenn konsequenterweise nicht, dann wird's aber ziemlich eng!

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  • Auslandschweizer am 04.04.2014 18:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was noch...?

    Menu: Fisch, vegetarisch, vegan, halal, koscher und was es sonst noch gibt! Das sind Kantinen, wem das Essen dort nicht passt, soll was von zuhause mitnehmen! Warum muss man in der Schweiz für jeden nur erdenklichen "Furz" eine Initiative lancieren, die die Steuerzahler viel Geld kostet!

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  • Noldi Schumacher am 06.04.2014 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Das essen wird in Kantinen ja meist separat pro Angebot in Wärmeschalen angeboten. Fleisch, Fisch, Kartoffeln, Spagetti Gemüse usw. Also wo ist das Problem? Der Vegetarier wählt aus, ausser Fleisch und Fisch und hat dann doch sein Vegi Menü? Meist ist ja noch ein Salatbuffet vorhanden, also bitte, ist doch das Grünfutter wenn es euch Spass macht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eliane am 07.04.2014 00:09 Report Diesen Beitrag melden

    Filme

    Ich kann allen die sich für dieses Thema interessieren folgende Filme wärmstens empfehlen: - Food Matters - Forks over Knives - Hungry for Change - Planeat - Fat, sick and nearly dead

  • Someone am 06.04.2014 23:06 Report Diesen Beitrag melden

    Reaktion

    Ich finde es erschreckend wie die meisten Leute auf diese Initiative reagieren. Ich meine es redet ja niemand davon euch das Fleisch Menu wegzunehmen sondern lediglich davon eine Menu Option mehr zu haben! Dennoch reagieren viele so als würde man ihnen das Fleisch wegnehmen wollen. Diese Reaktion ist doch absolut unverhältnismässig.

  • Adrian Wetli am 06.04.2014 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum kommen solche Ideen zustande?

    Weil sie eben von Veganern kommen. Normale Menschen kommen nicht auf einen solchen Stuss! Wobei, Veganer haben auch ihre Vorteile: es braucht für sie mal keine Friedhöfe: sie sind kompostierbar!

  • Noldi Schumacher am 06.04.2014 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Das essen wird in Kantinen ja meist separat pro Angebot in Wärmeschalen angeboten. Fleisch, Fisch, Kartoffeln, Spagetti Gemüse usw. Also wo ist das Problem? Der Vegetarier wählt aus, ausser Fleisch und Fisch und hat dann doch sein Vegi Menü? Meist ist ja noch ein Salatbuffet vorhanden, also bitte, ist doch das Grünfutter wenn es euch Spass macht.

    • Tanja am 06.04.2014 23:12 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort

      Für jemanden der keinerlei tierische Produkte isst, ist es nicht so einfach etwas zu finden was wirklich frei von tierischen Produkten ist, da z.B. die Kartoffeln mit Butter angebraten wurden, in der Salatsosse Mayonnaise drin ist, etc. Zudem wird das Essen und die Zutaten meist nicht angeschrieben. Ein Menu welches als vegan deklariert wird, würde sehr hilfreich sein. Wieso schreiben Sie in einem feindseligen Ton? Es geht doch nur darum eine Menu Option mehr zu haben. Es wird ja niemanem das Fleisch weggenommen.

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  • Peter V. am 06.04.2014 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Go vegan!

    Warum nennt ihr Veganer extrem und wo ist da eure Toleranz? Was ist noch natürlich an unserem Fleisch Konsum so wie alle andere tierische Produkte? Vollgepmupmt mit Antibiotika,Hormonen und Massentierhaltung haben nichts mit Natürlichkeit zu tun. Geschwiegen den die Belastung für die Umwelt wo der übermässige Konsum von tierischen Produkten verursacht...aber ich will hier keine predigt halten gegen den Missbrauch vom Leben, was es für mich einfach ist dieser masslosen Konsum von Fleisch ect.. Es muss doch jeder für sich selber entscheiden ob er ein Veganes Menu will oder lieber Todes Fleisch.