Nach tödlichem Unfall

08. November 2019 16:02; Akt: 08.11.2019 16:02 Print

«Eine Schranke erhöht sogar Unfallgefahr»

Im Oktober verunglückte eine 40-jährige Frau am Tramübergang bei der Friedensbrücke in Weil am Rhein tödlich. Nun wird der Übergang nachgerüstet, auf eine Schranke wird aber verzichtet.

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Nachdem eine 40-jährige Frau am Abend des 22. Oktober bei der Tramquerung an der Kreuzung Lustgartenstrasse/Hauptstrasse in Weil am Rhein (D) tödlich verunglückte, werden nun Verbesserungsmöglichkeiten angegangen.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen zum Unfallhergang hätte keine Störung der Ampelanlage vorgelegen. Obwohl der Übergang übersichtlich ist, ereigneten sich bereits mehrere Unfälle an diesem Ort. Wie die «Badische Zeitung» berichtet, hätten die Behörden in einer Verkehrsschau verschiedenste Verbesserungen der Sicherheit prüfen lassen.

Wiederholt Unfälle

Unmittelbar nach dem tragischen Unfall wurde die Forderung nach Schranken laut. Dem erteilt ein Gremium aus technischer Aufsichtsbehörde für Strassenbahnen aus Stuttgart, dem Verkehrskommissariat des Polizeipräsidiums in Freiburg, der Stadtverwaltung Weil am Rhein und der Basler Verkehrsbetriebe nun aber eine Absage.

Stattdessen sollen eine zusätzliche Ampel auf Augenhöhe und ein akustisches Signal die Aufmerksamkeit der Fussgänger auf die heranfahrende Strassenbahn lenken. Ferner soll der Boden mit auffälligen Bodenmarkierungen versehen werden.

«Suchen andere gefährliche Wege»

«Eine Schranke erhöht sogar die Unfallgefahr», lässt sich Michael Rosenberger, zuständiger Baudirektor aus Stuttgart, in der «Badischen Zeitung» zitieren. Grund sei, dass gerade Fahrradfahrer andere gefährliche Wege suchen würden, um eine Schranke zu umgehen.

Seit die Basler Trams dort verkehrten, seien die Vorsichtsmassnahmen immer wieder verstärkt worden: So durften die Trams die Stelle bereits nur mit geringerer Geschwindigkeit befahren. Ausserdem mussten Chauffeure im Kreuzungsbereich klingeln.

(obr)