Kampagne

29. August 2014 08:29; Akt: 29.08.2014 08:29 Print

«Basel zeigt Haltung» gegen Fremdenhass

von Valeria Happel - Nicht nur im Nahen Osten, sondern auch hierzulande spitzt sich die Situation im Zuge der Religionskonflikte zu. Eine Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit soll nun Einhalt gebieten.

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Die religiösen Konflikte werden offenbar längst nicht mehr nur im Nahen Osten ausgetragen – sie sind mittlerweile auch in Basel virulent. So sei insbesondere vermehrt Fremdenfeindlichkeit in Form von Antisemitismus und Islamophobie zu verzeichnen, so der Basler Regierungspräsident Guy Morin. Er präsentierte am Donnerstag die neue Kampagne der Kantons- und Stadtentwicklung «Basel zeigt Haltung» gegen Fremdenfeindlichkeit im Alltag.

Innerhalb von nur sechs Wochen wurde diese auf die Beine gestellt. «Aufgrund der Zuspitzung im Nahen Osten war es uns ein Anliegen, die Kampagne zügig aufzustellen», erklärt die Basler Integrationsdelegierte Nicole von Jacobs. Sie soll einen Beitrag leisten, dass die Basler Toleranz gegenüber Bevölkerungsgruppen als auch Religionsgemeinschaften erhalten bleibt. Der breiten Trägerschaft von 20 Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft gehören auch die Israelitische Gemeinde Basel und die Basler Muslim Kommission an.

Grenzen des Anstands werden gesprengt

Eine grobe Juden-Beleidigung war unlängst gesprayt auf einer Wand nahe eines Kinderspielplatzes am Kannenfeldpark zu lesen. Zunehmend seien laut der Basler Integrationsbeauftragten Nicole von Jacobs öffentliche Fremdenbeleidungenen auf Basler Strassen zu vernehmen und online scheine das Ausmass an fremdenfeindlichen Kommentaren gänzlich den Rahmen des Anstandes gesprengt zu haben.

Aufgrund der Meinungsfreiheit könne man intolerante Äusserungen laut von Jacobs zwar nicht unterbinden, allerdings sollten diese öffentlich nicht geduldet werden. «Wenn die schweigende Mehrheit sich nicht geäussert hat, war dies schon immer der Anfang einer schweren Zeit», warnt auch Ständerätin Anita Fetz (SP). Und Stadtpräsident Morin äussert sich klar: «Wir setzen ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit – das ist ein Anfang.»

Eine aktivierende Botschaft gegen Rassismus

Die Message ist klar: Basel will Fremdenhass keinen Raum zum Keimen gewähren. Tolerante Mitbürger, die laut Morin als die Mehrheit zu bezeichnen sind, zum öffentlichen Reagieren bei auch nur kleinsten Anzeichen von Intoleranz aufzufordern. «Die Kampagne soll die schweigende Mehrheit aktivieren», so von Jacobs. Die Aktion liess sich die Stadt bislang 22'000 Franken kosten.