Riehen

22. Juni 2018 05:45; Akt: 22.06.2018 05:45 Print

«Behörden spielen die Gefahren herunter»

Ein Unfall heizt die Diskussion um die Verkehrssicherheit auf der Umleitungsroute in Riehen erneut an. Eine Anwohnerin fordert Tempo 30 und mehr Kontrollen.

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Am Mittwoch kam es in Riehen am Kreisel Grenzacherweg/Rudolf Wackernagel-Strasse zu einem Unfall zwischen einem Auto und einem Motorrad. «Der Fahrer des Motorrades lag reglos am Boden und wurde später von der Sanität mit Blaulicht ins Spital gebracht. Die Polizei musste im Grenzacherweg den stadtwärts fahrenden Verkehr für mindestens eine Stunde umleiten», berichtet Anwohnerin Denise Hänggi. Polizeisprecher Toprak Yerguz bestätigt den Unfall: «Die Lenkerin übersah bei der Einfahrt in den Kreisel aus dem Grenzacherweg das im Kreisverkehr fahrende Motorrad.»

Es ist innerhalb eines Monats laut Hänggi schon der zweite Unfall an dieser Stelle. Die Kantonspolizei Basel-Stadt konnte zum zweiten Unfall am Donnerstag keine Angaben machen.

Mehrmals pro Woche Beinahe-Unfälle

Zugespitzt hat sich die Situation, seit der Verkehr zwischen Basel und Riehen im Januar 2017 wegen einer grossen Strassensanierung umgeleitet wurde. «Seit da fällt es auf, dass die Situation sehr gefährlich ist. Von den Behörden werden die Sicherheitsrisiken runtergespielt», so Hänggi. Die Anwohner des Quartiers würden schon lange auf die gefährliche Situation beim Kreisel insbesondere für Fussgänger hinweisen: «Dort geschehen mehrfach wöchentlich Beinahe-Unfälle. Weder die Gemeinde Riehen noch das Basler Tiefbauamt interessiert das.»

«Klar muss der Verkehr irgendwo durch. Aber zumindest eine Temporeduktion auf 30 für die Dauer der Umleitung und regelmässige Kontrollen müssen her», fordert Hänggi. Der Einwohnerrat hat diese Herabsetzung des Tempolimits jedoch schon vor einem Jahr abgelehnt.

Gemeinde prüft Verbesserungen

Die Gemeinde Riehen gab auf Anfrage zunächst an, dass punkto Sicherheit kein Handlungsbedarf bestehe. In einer schriftlichen Stellungnahme schrieb Philipp Wälchli von der Fachstelle Mobilität und Energie der Gemeinde Riehen dann aber: «Wir analysieren gemeinsam mit der Polizei den Unfallhergang und wenn nötig und möglich werden wir Verbesserungen beim Kreisel vornehmen.»

Auch das kantonale Verkehrsdepartement hat die Situation im Auge. «Bezüglich Verkehrssicherheit sind wir in engem Austausch mit den zuständigen Fachstellen der Gemeinde Riehen und dem Dienst für Verkehrssicherheit des Kantons. Sollte es sich im Nachgang des Unfalls zeigen, dass im Rahmen der Baustellenumleitung die Sicherheit weiter verbessert werden kann, werden wir die entsprechenden Massnahmen selbstverständlich umsetzen», erklärte Sprecher Daniel Hofer auf Anfrage.

Umleitung bleibt noch bis 2019 bestehen

Umgeleitet wird der Verkehr, weil in Riehen «das momentan grösste Tiefbauprojekt des Kantons läuft», so Hofer. «Unter anderem werden Tramgleise und -einstiege erneuert, Grundwasserschutzwannen eingebaut, diverse Leitungen saniert, die Strassen erneuert und Bäume gepflanzt.»

Die Strasse ist einseitig gesperrt, der Verkehr in Richtung Basel wird umgeleitet. Die einseitige Sperrung wird nach den Sommerferien teilweise aufgehoben. Die Umleitung bleibt noch bis 2019 bestehen.

(lb)