Basel

17. Dezember 2018 05:50; Akt: 17.12.2018 05:50 Print

«Bei Leinenzwang könnten Hundebisse zunehmen»

Ein allgemeiner Leinenzwang für Hunde in den Langen Erlen scheint vom Tisch: Der Kantonstierarzt gibt einer entsprechenden Petition von Hundehaltern Schützenhilfe.

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Basler Hundehalter können aufatmen. Die Einführung der Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit in den Langen Erlen, wie sie eine Mehrheit des Grossen Rats befürwortete, soll nochmal überdacht werden. Die Petitionskommission des Grossen Rats empfiehlt der Regierung in ihrem am Freitag publizierten Bericht,, die Interessen der Hundehalter bei der Ausarbeitung des kantonalen Jagdgesetzes stärker und differenzierter zu berücksichtigen.

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Nachdem der Grosse Rat den Leinenzwang-Anzug des Grünen Michael Wüthrich im Frühling überwiesen hatte, starteten Basler Hundehalter eine Petition: Über 8000 Unterschriften kamen bis im Sommer zusammen. Die Petitionskommission des Grossen Rats hat in der Folge die Petenten, den Ressortleiter Diensthundegruppe des Justiz- und Sicherheitsdepartements, den Kantonstierarzt und die Generalsekretärin des Gesundheitsdepartements angehört.

Kaum Freiräume für Hunde

Die Hundehalter können sich nun über Schützenhilfe von Kantonstierarzt Michel Laszlo freuen: Aus Tierschutzgründen sei eine allgemeine Leinenpflicht in den Langen Erlen nicht sinnvoll, wird Laszlo im Kommissionsbericht zitiert. Dabei falle besonders in Gewicht, dass es in Basel-Stadt für freilaufende Hunde kaum Ausweichflächen gebe. In Basler Stadtparks herrscht praktisch ausnahmslos Leinenzwang.

Bislang hat das Nebeneinander von Hund, Mensch und Wildtieren in den Langen Erlen reibungslos funktioniert. Von 56 Hundebissen, die zwischen dem 1. Januar 2015 und 11. September 2018 bei der Basler Staatsanwaltschaft landeten, hatten sich nur gerade vier in den Langen Erlen zugetragen. «Die Polizei erkennt aufgrund der wenigen Vorfälle keinen speziellen Bedarf, in den Langen Erlen eine Leinenpflicht einzuführen», heisst im Komissionsbericht.

Mehr Leinen, mehr Bisse?

Ein Teil der Kommission gibt noch einen weiteren Umstand zu bedenken. «Erfahrungsgemäss kommt es eher zu Hundebissen, wenn die Hunde an der Leine geführt werden.» Folglich könnte bei einem kantonsweiten Leinenzwang die Zahl der Hundebisse sogar zunehmen. Das wäre wohl kaum im Sinne des grünen Anzugstellers.

Michèle Brunner, Initiantin der Petition, ist erfreut über den Bericht. «Die Kommission hat die Sache differenziert angegangen», sagte sie gegenüber PrimeNews.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mimi21 am 17.12.2018 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leinenpflicht

    Wer seinen Hund im Griff hat (sprich ihn abrufen kann) und der Hund sozial verträglich ist, kann meiner Meinung gerne auf die Leine verzichten. Allerdings fallen leider die wenigsten in diese Kategorie...ich bin selbst Hundehalterin und ärgere mich oft über andere Hundehalter.

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  • Hechty am 17.12.2018 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gewisse Hundebesitzer

    «Erfahrungsgemäss kommt es eher zu Hundebissen, wenn die Hunde an der Leine geführt werden.» Das ist ein interessanter Statement zum Thema Hundebesitzer und ihre Befähigung mit ihrem Hund umzugehen. Die mangelnde Befähigung kann man täglich beobachten. Sie ist die Gefahr nicht der Hund.

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  • Marcuse am 17.12.2018 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leinenpflicht

    Wärend der Brut und Setzzeit gehören Hunde an die Leine. Punkt Sollte weder von Politikern noch von Hundehaltern eine Diskussion wert sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Helga Vorster am 18.12.2018 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon die Überschrift....

    Ein Hund, der an der Leine ev. zubeissen wird, soll bitte nicht unkontrolliert in der Gegend rumstreunern. MK drauf und trainieren, aber solange das nicht klappt, ghört der Hund an die Leine! Aber in einer generelle Leinenpflich in den Erlen kann man ja nicht ernsthaft Vorteile sehen? Kontrollierte Hunde dürfen frei laufen, unkontrollierte gehören am die Leine, egal ob jetzt Brut- und Setzzeit ist oder aich nicht. Ein sträunender Hund stört auf jeden Fall und ein kontrollierter stört nicht...

  • Xxl-bmw am 17.12.2018 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gugus

    Ich habe einen Chihuahua,die muss man zum Glück nicht erziehen weil sie so klein sind! Sie fühlt sich als grösste in meinem xxl bmw! ;-)

  • Karl am 17.12.2018 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    denkt mal konsequent an das Tierwohl

    Wenn man konsequent nur das Tierwohl im Sinne hat, gehört ein Hund nicht an die Leine und auch nicht in eine Stadt, geschweige denn in eine Wohnung. Nur mal so zum Nachdenken.

    • Eva am 17.12.2018 18:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Karl

      Das ist nicht ganz richtig was sie da sagen! Ein Hund ist ein Rudeltier,hat Beschützerinstinkt,und lebt gerne mit dem Menschen zusammen!

    • Jenny am 17.12.2018 18:34 Report Diesen Beitrag melden

      @Karl

      Wenn der Hund genügend Auslauf hat ist für viele Hunde eine Wohnung kein Problem!

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  • Georg am 17.12.2018 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    es sollte Platz für alle haben

    Denkt eigentlich auch mal jemand an die Leute, die einfach mal entspannt im Wald spazieren oder joggen gehen wollen, ohne sich die ganze Zeit wegen frei herumlaufender Hunde zu ärgern? Gehört die Natur den Hundebesitzern? Von mir aus können die Hunde gerne frei herumlaufen, aber sobald sich eine Person nähert, gehört der Hund immer sofort an die Leine und unter Kontrolle des Herrchens/Frauchens, d.h. Leute können vorbeigehen, ohne sich Gedanken machen zu müssen, angesprungen zu werden (kleine Kinder!). So viel Miteinander und Rücksichtnahme kann man ja wohl noch erwarten oder?

    • Georgina am 17.12.2018 18:05 Report Diesen Beitrag melden

      @Georg

      Fas gejammere der Jogger ist unüberhörbar!

    • Donna am 17.12.2018 19:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Georg

      Sie haben vergessen zu schreiben ,dass die Jogger im Schritttempo an den Hunden vorbeigehen sollen, dies wäre Anstand!

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  • Fritz Hirter am 17.12.2018 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Drum prüfe wer sich ewig bindet.

    Hundehaltung ist ein Commitment und bedarf reiflicher Überlegung über die Bedürfnisse des Hundes. Aus einer Laune sollte niemals ein Tier angeschafft werden. Hunde bedeuten Verzicht auf viele Dinge, die uns ebenfalls interessieren. Zudem ist ein umfassendes Wissen über das Verhalten zwingend. Wer es schaft, seinen Hund, leinenlos, ohne Stress und Ärger zu führen darf sich auf die Schulter klopfen.