Im Einsatz

09. September 2019 17:26; Akt: 09.09.2019 18:02 Print

«Bitte lasst die Hunde ihre Arbeit machen»

Wer im Wald Hunden in bunten Westen begegnet, die alleine unterwegs sind, soll diese in Ruhe lassen, bitten Jäger. Den Tieren gehe es im Normalfall gut und man wisse auch, wo sie sind.

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«Falls euch in nächster Zeit wieder Hunde in bunten Westen, ausgestattet mit brachial aussehenden Halsbändern entgegen kommen, bitte lasst diese Hunde weiterlaufen», schrieb Alica Junker (31) vom Schweizer Jagdblog auf Facebook. Bei den Hunden in den bunten Westen handelt es sich um Jagdhunde, die gerade im Einsatz stehen. Die Westen sollen vor Verletzungen durch Wildschweinattacken schützen. Junker selbst arbeitet schon seit Jahren mit den Tieren zusammen. Am Halsband der Hunde werde ein GPS-Sender montiert. Falls sich die Hunde einer Strasse nähern, wird bei den Besitzern ein Alarm ausgelöst. Falls der Hund offensichtlich verletzt oder erschöpft sei, solle man versuchen, den Hund einzufangen und auf die Telefonnummer, mit der er angeschrieben ist, anrufen, so Junker. «Je nach Jagd und Rasse sind die Jagdhunde alleine unterwegs. Dabei legen sie an einem Tag bis zum 25 Kilometer zurück», sagt Junker. Eine Facebook-Userin sei schon einmal einem erschöpften Hund begegnet, schreibt sie: «Ich hab mal ein klatschnasses, erschöpftes Terriertier genauso eingesammelt und angerufen. Hat super funktioniert! Bin zwar kein grosser Jagdfreund, aber wenn man die Faszination in den Augen der Hunde sieht, die ihren Job machen, dann ist das jedes Mal überwältigend!» Diese vier Fellnasen sind regelmässig mit Junker unterwegs. Vor Jagdhunden müssten weder Hundehalter noch Spaziergänger Angst haben: «Die Hunde sind völlig auf die Jagd fixiert und interessieren sich weder für andere Hunde, noch für Menschen», sagt die Jagdtreiberin.

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«Falls euch in nächster Zeit wieder Hunde in bunten Westen, ausgestattet mit brachial aussehenden Halsbändern entgegenkommen, bitte lasst diese Hunde weiterlaufen», schrieb Alica Junker (31) vom Schweizer Jagdblog auf Facebook.

Sie erklärt: «Es sind Jagdhunde und die Halsbänder sind Ortungshalsbänder, die uns mittels GPS-Echtzeitübertragung den Standort der Tiere angeben.» Das sei auch besonders wertvoll, wenn sich in der Nähe etwa eine Strasse befinde und auffalle, dass ein Hund sich in diese Richtung bewege. «Dann können wir eingreifen», so Junker auf Nachfrage zum hundertfach geteilten Facebook-Post.

Passanten sollen die Hunde weiterlaufen lassen, bittet Junker, die seit Jahren oft auch im Baselbiet mit Jagdhunden arbeitet. Eine Ausnahme sei, wenn der Hund offensichtlich verletzt oder erschöpft sei. Dann solle man versuchen, ihn einzufangen und auf die Telefonnummer anzurufen, mit der er angeschrieben ist.

Jagdhunde rennen bis zu 25 Kilometer

Der Besitzer würde den Hund in so einem Fall sofort abholen. Das scheint in der Praxis tatsächlich zu funktionieren, schreibt eine Facebook-Userin: «Ich hab mal ein klatschnasses, erschöpftes Terriertier genauso eingesammelt und angerufen. Hat super funktioniert! Bin zwar kein grosser Jagdfreund, aber wenn man die Faszination in den Augen der Hunde sieht, die ihren Job machen, dann ist das jedes Mal überwältigend!»

Doch warum laufen die Hunde überhaupt alleine herum? «Je nach Jagd und Rasse sind die Jagdhunde alleine unterwegs. Dabei legen sie an einem Tag bis zum 25 Kilometer zurück», so Junker.

Der Job der Hunde: Das Wild aufzuscheuchen, die Beute dabei aber möglichst wenig in Stress zu versetzen. Sind die Tiere in Bewegung, treiben die Jagdhunde sie in Richtung der Jäger.

Die Hunde lassen sich nicht ablenken

Die bunten Westen tragen die Hunde nicht als Schutz vor dem Wetter. «Das ist ihnen Wurst», so Junker. Die Westen bestünden aus dem selben Stoff, der auch bei der Schutzkleidung beim Fechten eingesetzt wird. «Sie sollen die Hunde vor Verletzungen bei Angriffen durch Wildschweine schützen», erklärt Junker.

Vor Jagdhunden müssten weder Hundehalter noch Spaziergänger Angst haben: «Die Hunde sind völlig auf die Jagd fixiert und interessieren sich weder für andere Hunde noch für Menschen», sagt die Jagdtreiberin.

(kom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tinu am 09.09.2019 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jäger?

    wenn jagdhunde tier "aufscheuen" und in richtung jäger treiben, greife ich ein. leider kommt es immer wieder vor, dass jagdhunde rotwild durch unseren garten "treiben" (das rotwild sieht dabei nicht sehr entspannt aus, meistens klitschnass mit aufgerissenen augen und in todesangst)... eine faire jagd wäre, wenn sich die jäger, wie "jäger" verhalten würden und das tier schiessen wenn es friedlich grast. aber das ist vielen zu "mühsam", dann müsste man sich bewegen. ein auf sich zukommendes panisches tier abknallen ist weniger anstrengend.

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  • Jasmin am 09.09.2019 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soso das Sagen die Jäger, soso. Und das Sage ich

    Von wegen dass die farbigen Leuchtwesten vor Wildschweinattaken usw schützen sollen. Die Tatsache liegt ja auf der Hand dass die Hunde diese Westen tragen hat ja wohl eher den Grund dass die Jäger nicht ihre eigenen Hunde abknallen. Prost.

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  • Marcel. Z am 09.09.2019 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja.........

    Naja, habe schon sicher drei Jagthunde irrenden auf der Kantonstrasse eingefangen und den Besitzer angerufen. Das knapp ein Dankeschön über die lippen kam war ein Wunder. Das sind dann auch die, die ihren tropfnasssen Hund stunden lang im Autonsitzen lassen bis sie Ihr Jagthock beenden. Das ist doch Tierliebe:(((

Die neusten Leser-Kommentare

  • roland am 09.09.2019 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    mein nachbar

    geht auch immer in so bunten westen weg. und kommt morgens völlig erschöpft heim. hab nicht gewusst dass er ein jagdhund ist....

  • Nidschowieder am 09.09.2019 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Hetzjagd

    20km. sind 4 Jagdhunde alleine im Wald unterwegs.. .gehts noch. Verbietet Hetzjagd!!! Stellt euch den Stress vor über solche ,lange Zeit für die Wildtiere.

  • Travelflavour am 09.09.2019 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    treibjagd?

    ist das nicht Treibjagd? ich dachte das sei in der CH verboten?

  • S.Box am 09.09.2019 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinnig

    Ich hasse Jagd! Und Treibjagd finde ich Schrecklich! Muss das sein?

  • Gundog am 09.09.2019 19:12 Report Diesen Beitrag melden

    "Bitte lasst die Hunde ihre Arbeit tun"

    Danke für den Artikel. Generell sollte mehr informiert werden, wann eine Jagd stattfindet. (die anderen "Wald-Touristen" danken) und trotzdem... Die wenigsten Hunde haben diese "steadyness", um auf der Jagd ein wirklich tolles Hilfsmittel zu sein - arbeiten am Wild heisst auch Ausbildung dorthin.