Basler Spitäler-Fusion

30. Juni 2015 15:55; Akt: 30.06.2015 15:55 Print

«Bruderholz hätte man ganz schliessen sollen»

Die Gesundheitsdirektoren beider Basel feiern ihre neue Spitalstrategie als grossen Wurf. Gesundheitsökonom Stefan Felder sieht das anders.

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Die am Montag präsentierte Spitalstrategie beider Basler Halbkantone wurde als grosser Wurf gefeiert. Das Basler Unispital und das Kantonsspital Baselland mit seinen drei Standorten sollen in einer gemeinsamen Spitalgruppe zusammengefasst, de facto also fusioniert werden. Und dies zu einem Zeitpunkt, als in der Partnerschaft der beiden Basel eine neue Eiszeit angebrochen war.

Der grosse Wurf ist aber vielleicht gar keiner. Stefan Felder, Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität Basel, zweifelt am Nutzen der Spitäler-Fusion: «Ich glaube nicht, dass damit Kosten gespart werden», sagt er. Er fürchtet vielmehr, dass der neue Spitalkoloss qualitativ ins Mittelmass abrutscht. Schon jetzt haben das Unispital und das KSBL in ihrem jeweiligen Kanton eine marktbeherrschende Stellung, stehen aber im Wettbewerb zueinander.

Die Wettbewerbssituation fiele durch die Zusammenlegung der Spitäler aber weg. «In anderen Bereichen würde man ob so einer Situation die Hände verwerfen», so Felder.

Bruderholz ist überflüssig

Aus der Sicht der Regierungen sei die Strategie nachvollziehbar und «politisch sogar überraschend», so Felder. Langfristig sei das Problem der Überkapazitäten und der Kosten damit aber nicht gelöst. «Das Bruderholzspital ganz zu schliessen wäre am besten gewesen.» Er sieht aber auch, dass ein solch radikaler Entschluss politisch heikel gewesen wäre. Folglich wird der Prämienzahler von der neuen Spitalstrategie kaum profitieren, so Felders Prognose.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arzt am 30.06.2015 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheitsökonomen abschaffen!

    Was ganz sicher am meisten bringen würde, wäre die Gesundheitsökonomen abzuschaffen. Sie haben keine Ahnung von dem worüber sie urteilen. Ohne ihre Heiligtümer "Wettbewerb" und "Privatisierung" könnten wir Ärzte uns darauf beschränken, den Patienten die bestmögliche Behandlung zu bieten. Das ist noch immer unser Job. Und wenn wir unsere Zeit dafür verwenden könnten statt Papierkram auszufüllen, dann wäre das Gesundheitswesen sehr bald wieder im Lot!

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  • Ride Hard am 30.06.2015 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Bruderholz

    War kürzlich nach einem Motorradunfall im Bruderholz und wurde bestens gepflegt durch nette Pflegefachleute und erstaunlicherweise super Essen. Ich bedanke mich auf diesem Weg für diese Zeit.

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  • enttäuschte patientin am 30.06.2015 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spital liestal, nein danke.

    War drei mal innert 7 monaten notfallmässig im kantonsspital liestal. Erst im bruderholz wurde die richtige diagnose gestellt. Zudem nehmen sich die ärzte viel mehr zeit. Keine massenabfertigung wie in liestal. Jammerschade für das bruderholz!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gundeli am 01.07.2015 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Bruderholzspital

    Danke Bruderholz Dank guten Ärzten und pflegepersonal ist meie Tochter gesund geworden.

  • Heinz Spörri am 01.07.2015 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Geld verlochen

    Darum baut die IWB eigens eine neue Fernwärmeleitung vom Gundeli durch das Bruderholz nach BL. Zwei Jahre offene Strassen, und dann? Spital geschlossen, kein bedarf an Wärme.

  • abbas Schumacher am 01.07.2015 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Bruderholz - der weite Weg!

    Tagesklinik? Ja wie kommt man auf das Bruderholz? Da braucht man ja schon eine halben Tag bis man da ist. Oder Planen die eine Bus der direkt da hin fährt?

    • Wanderschuh am 01.07.2015 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Brauchst nicht zu gehen...

      Bus fährt vors Haus....Fahrplan lesen liegt an jedem selbst, Wandern war damals.....

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  • moneymoneymoney am 01.07.2015 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kurzsichtig

    Überkapazität - ich kann verstehen, wenn dies "= leerstehend, = weniger Einnahmen" für die geldgeilen Bürokraten und Wirtschaftler bedeutet. Hoffen wir also, dass wir nie mal mehr zu wenig Betten haben, wenn die Statistik mal ausschert.

  • Hans Hölzli am 01.07.2015 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    langweile

    Die Gesundheitsökonomen müssen ja auch ihr Geld verdienen. Also ein Arbeitstag kann jenachdem lang sein. Was macht mann da?? Mann hat die "besten Ideen"!!