Psychotischer Amokfahrer

18. September 2013 09:27; Akt: 18.09.2013 14:32 Print

«Cannabis ist hochpotent geworden»

von Benjamin Rosch - Der Amokfahrer von Basel entwickelte Psychosen wegen exzessiven Cannabis-Konsums. Kein Einzelfall, wie Expertin Anita Riecher-Rössler im Interview erklärt.

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Frau Riecher-Rössler, der Basler Amokfahrer entwickelte seine Psychosen nach exzessivem Cannabis-Konsum. Was bewirkt Cannabis beim Konsumenten?
Anita Riecher-Rössler:
Cannabis kann den Hirnstoffwechsel verändern. Bei Menschen mit einer Veranlagung zu Psychosen kann der Stoff deshalb als Auslöser für akut psychotisches Verhalten wirken.

Ein Basler Staatsanwalt sagte heute, diese Fälle nähmen am Strafgericht zu. Können Sie das ebenfalls beobachten?
Es gibt noch keine Beweise für eine Zunahme von Psychosen. Es ist aber so, dass 60 bis 70 Prozent der Ersterkrankten mit Psychose, die wir in unserer Früherkennungssprechstunde abklären, kiffen oder gekifft haben.

Hat sich die Droge verändert?
Absolut. Der Stoff ist nicht mit dem zu vergleichen, der in den 60ern konsumiert wurde. Die Hanfpflanzen werden absichtlich hochgezüchtet und der THC-Gehalt ist deshalb sehr viel höher als früher. Cannabis ist hochpotent geworden.

Ist der Konsum für jedermann gefährlich?
Auch bei Menschen ohne Veranlagung zu Psychosen sind Wesensveränderungen festzustellen. Dazu gehört beispielsweise die Apathie. Auch die Gefahr im Strassenverkehr wird oft unterschätzt. Cannabis ist zudem bis zu zwei Wochen im Blut.

Aber es wird auch mehr für die Prävention getan.
Dennoch nimmt das Kiffen zu. Und was noch schlimmer ist: Die Jugendlichen beginnen immer früher damit. Und je jünger man beginnt, desto schlimmer sind die Auswirkungen, wie Studien zeigen.

Würde eine Legalisierung diesen Trend aufhalten?
Nein, auf keinen Fall. Eine Legalisierung wäre katastrophal. Ich lasse zudem den Vergleich mit dem Alkohol nicht gelten. Nur weil es ein Übel schon gibt, muss das andere ja nicht auch zugelassen werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schweizer Kiffer aus Brugg am 18.09.2013 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Expertin?

    Und wieder so eine Expertin die alles besser weiss aber keine Beweise vorlegt. Natürlich kann sie den Vergleich mit Alkohol nicht zulassen, könnte ja rauskommen, dass Alkohol schlimmer ist. Was mich interessieren würde, wie viele Kiffer kriegen eine Psychose? 1,2 oder 3 %? Und wie viele saufen sich mit Alkohol zu tote? Es ist einfach, das Hanf als Sündenbock hinzustellen wenn man nicht fähig ist den wahren Grund zu finden. 60 bis 70% hätten vor den Psychosen gekifft (wie viele haben eigendlich gesoffen?). Nun die haben sicher auch Brot gegessen. Verbieten wir also Brot.

  • Andy... am 18.09.2013 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Es sterben Millionen wegen Alkohol,

    Es sterben Millionen wegen Alkohol, Millionen werden krank dadurch, Millionen vergewaltigen Frauen besoffen, Millionen werden Agressiv. Und Cannabis..ein par Psychosen die schon im Erbgut waren und noch kein einziger Toter Weltweit! Wieso wird immer nur das kleinste übel Thematisiert? Und an die Polizei=Aus jedem Dorfspunten wackeln jeden Tag Tausende besoffen zu ihren Autos. Ueberall wird weggeschaut, die Kiffer werden jedoch wie Verbrecher gejagt!

  • Kiffer un Kader MA am 18.09.2013 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Hoch potent ja. Deshalb legalisieren.

    Dann kann man regulieren. Frau Riecher, eine schöne Expertin mit Tunnelblick sind Sie.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Xoff Pardey am 20.09.2013 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Etwas undifferenziert...

    Ich empfinde das kurze Interview als undifferenziert. Zu Beginn wird von «exzessivem» Konsum geredet, welcher aber nicht qualifiziert wird. Es scheint, als sei die höhere Wirkstoffkonzentration dafür verantwortlich, dabei ist es der Konsument, der bestimmt, wieviel THC er aufnimmt. Höher konzentrierte Wirkstoffe müssen in kleineren Dosen aufgenommen werden. Wie beim Rauschtrinken will sich der Konsument betäuben - das hat nichts mit der Art der Droge zu tun, sondern mit der Absicht und dem Freizeitverhalten der Konsumenten. Sehr viele Menschen konsumieren «Drogen» gewinnbringend.

  • Tomas Kout am 19.09.2013 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Welt von Besserwissern

    All die Besserwisser sollten mal einen Selbstversuch unternehmen bevor sie sich als Weltverbesserer und Besserwisser profilieren. Der Schreiber schreibt, was der Leser lesen will ;-)

  • stefan landolt am 18.09.2013 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    @Papstine...

    Ich hoffe Sie arbeiten beruflich NICHT mit suchtkranken Menschen zusammen, bei solch realitätsfremden Ansichten die Sie hier von sich geben... Kein Mensch ist "in etwa gleich" wie z.B sein Nächster, auch wenn Sie das ev. gerne so hätten... und noch ein kleiner Tipp am Rande: "googeln" Sie doch einmal bei (Pharma-)Wiki nach Weihrauch...

  • Prf. Doofenschmirtz am 18.09.2013 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Das liegt selten am Cannabis

    Aber viele legale Psychopharmaka lösen solche Amokfahren, aber auch Gewalt gegen sich selber aus. Youtube ist voll von Polizeiberichten, Bluträuschen und Ausgerasteten: Fast immer ist das legale Medikament vom Doktor/Psychiater verantwortlich für solche gewalttätigen Persönlichkeitsveränderungen. Diese sind tausendfach schlimmer als Cannabis.

  • Papstine am 18.09.2013 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Alkohol

    Kiffer verweisen auf Alkis, Alkis verweisen auf Raser, Raser auf Gewaltverbrecher. Süchtige ticken alle in etwa gleich. Kaum redet man von Einschränkungen, werden Argumente niedergebrüllt mit Worten wie Spassbremse, Obrigkeitshöriger, Weltfremder etc. Plötzlich geht es auch nicht mehr um die Substanz und deren Folgen, sondern es geht um wirtschaftliche Interessen, Lobbyverschwörungen, schrittweise Abschaffung der Bürgerrechte. Wer high werden muss, kann eben schlecht auf dem Boden bleiben.