Havarie auf dem Rhein

04. August 2014 08:50; Akt: 04.08.2014 18:28 Print

«Das Hotelschiff konnte nicht mehr ausweichen»

Heute Morgen kommt es in Basel zu einem Unglück: Ein Kranschiff kentert auf dem Rhein. Ein Hotelschiff prallt danach in den havarierten Kahn. Verletzt wird niemand.

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Fast geschafft: Am Vormittag des 21. Oktober steht die Merlin schon fast wieder aufrecht. Spektakel: Das havarierte Kiesschiff ist für viele einen Ausflug wert, die der Bergung beiwohnen. Am 21. Oktober hoffen die Schaulustigen beim «finalen Dreh» dabei zu sein. Am Morgen des 21. Oktobers wurden die Arbeiten nach einer Panne am Vortag wieder aufgenommen. Im Verlaufe des Tages soll das havarierte Schiff vollständig aufgerichtet werden. Im Verlaufe des 20. Oktobers wurde die Merlin weiter aufgerichtet - auf 130 Grad. Auch am Mittwoch konnte die Merlin nicht gedreht werden. Nun muss die Bergungskommission die Situation neu beurteilen. Der erste Drehversuch des Schiffswracks Merlin ist am Dienstag trotz der maximal eingesetzten Zugkraft des Raupenkrans gescheitert. Die Merlin wurde am 13. Oktober mit einem Tag Verspätung zugbereit gemacht. Heute erfolgt die Drehung des Schiffswracks. Am 8. Oktober wurde zunächst die Schaufel des gekenterten Baggerschiffs geborgen. Danach hievte der Bergungskran den Kran aus dem Wasser... ...und deponierte ihn auf dem Ponton. Der Kiesfrachter liegt immer noch kieloben, aber gesichert am Regioport beim Dreiländereck. Von diesem Ponton aus soll die «Merlin» im Verlauf der nächsten Woche gedreht und aufgerichtet werden. Die Planung der Bergung der Schiffs Merlin erfolgt durch die Schweizerischen Rheinhäfen zusammen mit dem Schiffseigner. Auf dem Rhein bei Basel ist es am Montagmorgen, 4. August, zu einem Unglück gekommen. Ein mit Kies beladenes Schiff kriegt schwere Schlagseite und kentert. Das Frachtschiff sei rheinabwärts gekommen und habe das Passagierschiff berührt. Die Unglücksstelle aus der Vogelperspektive. Das Passagierschiff «Olympia» wurde beim Vorfall offenbar beschädigt. Den Passagieren ist nichts passiert. Augenzeuge Fred Lauener: «Bei dieser starken Strömung konnte das Schiff nicht rechtzeitig ausweichen, es hat ziemlich gedonnert.» An Bord der Olympia seien laut Leser-Reporter 40 Passagiere gewesen. Nach Angaben der Polizei vor Ort trieb das Kiesschiff «Merlin» nach einer Havarie den Rhein hinunter. Laut Polizei wurde beim Vorfall niemand verletzt. Die Einsatzkräfte beraten sich beim gekenterten Dreiländereck.

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Am Montagmorgen um 8.20 Uhr kommt es in Basel am Rheinhafen Kleinhüningen zu einem Unglück: Das mit Kies beladene Kranschiff Merlin meldet per Notruf Probleme, es habe schwere Schlagseite und drohe zu kentern. Zu diesem Zeitpunkt sind drei Personen und der Kapitän an Bord. Die Besatzung wird von Rettungskräften evakuiert.

Der 52 Meter lange havarierte Kahn kentert – und wird so zur Falle für die anderen Boote. Das Hotelschiff Olympia prallt seitlich gegen das Kranschiff. Augenzeuge Fred Lauener beobachtete die fatale Kettenreaktion: «Bei dieser starken Strömung konnte die Olympia nicht mehr rechtzeitig ausweichen – es hat ziemlich gedonnert.» Der Kieslader reisst ein Loch in die Seite der Olympia.

Noch in der Merlin verhakt, ist die Olympia kurzzeitig manövrierunfähig und prallt mit dem Bug auch gegen die am Ufer vertäute Lafayette, auf der sich vor dem Aufprall gegen hundert Passagiere befanden. Diese konnten bereits vorher evakuiert werden.

Britische Reisegruppe auf der «Olympia»

An Bord der Olympia hielten sich zum Zeitpunkt des Unfalls laut Fred Lauener rund 40 Passagiere auf. «Ich habe aber nicht gesehen, dass jemand ins Wasser gefallen ist.» Nach dem Aufprall versammelten sich die Passagiere mit Schwimmwesten auf dem obersten Deck. Danach konnte die beschädigte Olympia trotz Leck anlegen und die Passagiere sicher von Bord bringen.

Laut Augenzeuge handelt es sich um eine britische Reisegruppe, die auf dem Weg nach Köln war. «Es sind Senioren, die das Ganze aber gut überstanden zu haben scheinen.»

Trinationaler Alarm ausgelöst

Die Rettungskräfte sind mit einem Grossaufgebot vor Ort. Verletzt wurde beim Unglück niemand. Der gekenterte Kieslader wird von einem Schleppschiff per Stahlseil stabilisiert.

Da beim Unglück eine unbekannte Menge Dieselöl in den Rhein gelangte, wurde ein sogenannter trinationaler Alarm ausgegeben. Dabei werden die Behörden in Deutschland und Frankreich über die Gewässerverschmutzung informiert.

Derzeit werden die beiden involvierten Passagierschiffe Olympia und Lafayette von der Polizei untersucht. Gemäss dem Management der Olympia kann die Reise mit der britischen Reisegruppe mit grösster Wahrscheinlichkeit fortgesetzt werden. Die Gäste seien «in aufgeräumter Stimmung», wie ein Sprecher sagte.

Ein Einsatzteam sucht ausserdem nach dem Kran, der auf der Merlin installiert war, wie ein Sprecher kurz nach Mittag sagte. Bevor dieser und der Kieslader nicht sichergestellt seien, bleibe die Rheinschifffahrt bis auf weiteres gesperrt.

(num/rod/huf/sda)