Bluttat in Basel

31. März 2019 19:19; Akt: 31.03.2019 22:43 Print

«Das Imam-Video ist primitive Hetze»

Ein Imam veröffentlicht ein Video, in dem er die Tötung von Ilias (7) als Terrorakt bezeichnet. Dafür wird er nun von einer Islam-Kennerin kritisiert.

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Die Frau, die den siebenjährigen Ilias mit einem Messer getötet hat, sei nicht psychisch krank gewesen, sonst hätte sie sich in einer Psychiatrie befunden. Bei der 75-Jährigen handle es sich vielmehr um eine Terroristin. Diese und andere radikale Aussagen nahm der umstrittene Imam Ardian Elezi für eine Video-Predigt, die er vor dem Tatort abhielt, auf. Auch bezeichnete er die Tat als Terrorakt.

Islam-Kennerin Saïda Keller-Messahli kann über das Video nur den Kopf schütteln, wie sie gegenüber 20 Minuten sagt. Elezi versuche aus der Trauerfeier des kleinen Jungen Kapital zu schlagen, kritisiert sie. «Die Instrumentalisierung der Tragödie soll seine radikalen Ansichten harmlos erscheinen lassen», so Keller-Messahli.

Der Imam würde Fakten verbiegen und eine unzurechnungsfähige Frau so darstellen, als sei sie schuldfähig. «Auf diese Weise hofft er, Hass gegen die Frau schüren zu können.» Diese Herangehensweise sei sehr problematisch. «Es handelt sich dabei um politische Hetze», sagt Keller-Messahli. Sie distanziere sich von Elezis «primitiver Darstellung».

«Es müsste abgeklärt werden»

Andere Islam-Verbände zeigen sich eher zurückhaltend.
Bei Farhad Afshar von der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS) heisst es. Ein Akt des Terrors setze voraus, bewusst durch Unmenschlichkeit Angst herbeizuführen. «Es müsste abgeklärt werden, ob die vermeintlich psychisch labile Frau nicht zufällig irgendein Kind ausgewählt hat, sondern bewusst ein fremdländisch aussehendes, islamisches Kind töten wollte», so Afshar.

(jd)