Rettungsaktion an der Birs

19. April 2019 15:53; Akt: 19.04.2019 15:53 Print

Darum verschwand der mysteriöse Retter

Am Dienstag rettete Fanar in Laufen einen 3-jährigen Jungen, der in die Birs gefallen war. Eigentlich war er mit seinen Kindern auf dem Weg zum Zahnarzt.

Video: jes/ kom
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Fanar (33) hätte am Dienstag wohl selbst nicht erwartet, dass er Retter eines 3-jährigen Jungen werden würde. Das Kind war aus ungeklärten Gründen in Laufen BL in die Birs gefallen, woraufhin es etwa 50 Meter bachabwärts weiter trieb. Dank dem sofortigen Handeln Fanars konnte das Kind mit einer leichten Unterkühlung und leichten Verletzungen ins Spital gebracht werden.

Gegenüber 20 Minuten schilderte der 33-Jährige die dramatische Rettung: «Ich war mit meinen beiden Kindern auf dem Weg zum Zahnarzt. Weil wir früh dran waren, wollte ich noch ein bisschen mit ihnen spazieren gehen», erzählt er. Plötzlich, unweit einer Brücke, bat ihn eine Frau um Hilfe: Ein kleines Kind sei in der Birs. Dann ging alles sehr schnell.

Seine Kinder übergab er in die Obhut der Frau und samt Kleidern, Portemonnaie und Natel stieg er kurzerhand in den Fluss. Ohne seine sofortige Hilfe wäre es für den Jungen wahrscheinlich zu spät gewesen: «Zunächst sah ich nur die Jacke des Kindes», erinnert sich Fanar. Das Kind sei bewegungslos im Wasser gelegen, den Mund und die Augen weit offen. Die Rettung hatte sich wegen der Wasserströmung zudem als nicht ganz einfach entpuppt, mehrmals habe der Mann innehalten müssen, einmal sei er gestürzt. Dennoch war es dem 33-Jährigen am Ende gelungen, das Kind aus dem Wasser zu holen.

«Ich dachte eben, dass meine Aufgabe getan wäre»

Zurück auf dem Land leistete Fanar Erste Hilfe, schliesslich trafen auch die Mutter des Kindes sowie die Ambulanz ein. Doch so schnell der Retter für den Kleinen zur Stelle gewesen war, so schnell war er auch wieder verschwunden.

Am Donnerstag gab die Baselbieter Polizei jedoch auf Facebook bekannt, dass sich Fanar bei ihnen gemeldet hatte. Auf die Frage, warum er nach seiner Rettungsaktion so schnell verschwunden sei, antwortete der zweifache Vater etwas verlegen, dass er seine Kinder zum Zahnarzt bringen wollte: «Meine Tochter hatte die ganze Zeit über sehr geweint. Ich dachte eben, dass meine Aufgabe getan wäre und dass sich nun die anderen Leute um das Kind kümmern.»

(jes/kom)