FCB-Star González

29. Juli 2014 18:50; Akt: 30.07.2014 08:46 Print

«Das Leben hier ist sehr teuer»

von Lukas Hausendorf - Derlis González darf sich über einen geglückten Einstand beim FC Basel freuen. Das «Wunderkind» aus Paraguay fühlt sich auch abseits des Platzes wohl in Basel.

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Derlis Gonzáles schlägt in Basel ein: Der Offensivspieler durfte in seiner ersten Heimpartie mit dem FCB gleich zwei Assists verbuchen. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

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Derlis González lebt den südamerikanischen Traum: Er spielt in Europa. Schon zum zweiten Mal – und diesmal scheint alles zu klappen. Vor zwei Jahren kam er nach Lissabon. Benfica, ein grosser Name. Aber zum Spielen kam er nicht. «Ich war noch jung und möglicherweise zu wenig vorbereiet», erzählt der Sohn eines Bauern aus einem Vorort von Paraguays Hauptstadt Asunción.

Jetzt ist der 20-Jährige in Basel gelandet und spielt. Im ersten Heimspiel gegen Luzern gelangen dem dreifachen paraguayischen Nationalspieler zwei Assists. Ein geglückter Start im Verein, den er vor wenigen Monaten noch kaum kannte. Aus den Uefa-Wettbewerben sei ihm der Name bekannt gewesen, sagt er. Jetzt spielt er selbst bald Champions League.

«Schau, das ist dein neuer Verein»

Daheim in Asunción überraschte ihn sein Manager mit seinem neuen Arbeitgeber. Zusammen schauten sie sich im April das Europa-League-Geisterspiel des FC Basel gegen Valencia an. «Schau, das ist dein neuer Verein», beschied ihm sein Impresario dabei. «Hätte er gesagt, du gehst nach Japan, wäre ich jetzt dort», sagt González. Mit der Wahl seines Managers ist er aber zufrieden. «Europa ist der Traum jedes Fussballers in Südamerika.»

Es gefalle ihm hier. Alles sei sehr schön. Und von seinem neuen Arbeitsort, dem St. Jakob-Park, ist er beeindruckt. «So ein Stadion gibt es in Paraguay nicht.» Dort werde in kleineren Stadien gespielt und alles sei etwas in die Jahre gekommen.

Mama kocht noch drei Monate

Aber so richtig scheint der Fussballer, der schon mit 15 Jahren zum Profi wurde, noch nicht in Basel angekommen zu sein. Zurzeit lebt er mit seiner Partnerin und der 17 Monate alten Tochter sowie seiner Mutter noch im Hotel. Am Montag können sie dann aber eine Wohnung beziehen.

Die Familie ist auch fernab der Heimat der wichtigste Bezugspunkt für den jungen González. «Mama macht das Essen für uns.» Aber nur noch drei Monate, dann läuft ihr Touristenvisum ab. Bis dann sollte er sich in Basel zurechtfinden. Aber eines hat er schon bemerkt: «Das Leben hier ist sehr teuer.»

Gekommen, um weiterzukommen

Wie lange der Wunderknabe, der von der grossen spanischen Sportzeitung «Marca» schon mit dem argentinischen Superstar Angel Di María verglichen wurde, in Basel bleibt, weiss niemand. Für González selbst scheint aber klar: Basel ist nicht die Endstation seiner Karriere.

Dem paraguayischen Radiosender Cardinal sagte er, ein oder zwei Jahre wolle er hier bleiben. Sein Kontrakt läuft aber fünf Jahre. Sollte ein grosser Name aus einer grossen europäischen Liga anklopfen, dürfte González weg sein. Schon früher sollen Spitzenvereine wie Chelsea an ihm interessiert gewesen sein. «Das waren nur Gerüchte», winkt er bescheiden ab.