Baselbiet

08. Juli 2019 04:50; Akt: 08.07.2019 08:33 Print

«Das Trinkwasser war restlos ausverkauft»

Seit Freitag, 5. Juli, ist das Wasser in mehreren Gemeinden rund um Liestal (BL) verseucht. Am Wochenende wurden die Wasserregale in den Supermärkten leergekauft.

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Seit Freitagmittag, 5. Juli warnen die Behörden in den Baselbieter Gemeinden Liestal, Arisdorf, Lausen, Seltisberg Lupsingen und der solothurnischen Gemeinde Nuglar St. Pantaleon dringlichst davor, Leitungswasser zu trinken, ohne es abzukochen (siehe Infobox). Das Wasser ist aus unbekannten Gründen mit Fäkalbakterien verunreinigt.

Die Folge davon: Am Freitagabend und am Samstag wurden die Läden in der betroffenen Region von Wasserkäufern überrannt. «In den grösseren Läden gab es nur noch solches mit Kohlensäure oder anderen Zusätzen, das restliche Wasser war restlos ausverkauft», erzählt Leser-Reporterin Vanessa Furrer.


«Die Situation, das Leitungswasser nicht direkt benutzen zu können, ist ungewohnt», so Furrer. Immer wieder greife sie aus Reflex zum Wasserhahn, statt zum bereits abgekochten Wasser.

«Unsere Nachbarin war auf uns angewiesen»

Bei 20 Minuten meldeten sich noch weitere Leser-Reporter. Sie bemängeln die Kommunikation der Behörden. Gerade ältere Menschen würden durch das Internet und die Medien zu schlecht erreicht. «Unsere Nachbarin, die über 80 ist, hätte ohne uns nicht mitbekommen, dass sie das Wasser nicht bedenkenlos trinken kann», sagt ein Leser.

Bei der Hotline des Kantonalen Krisenstabs arbeiten geschulte Freiwillige. Schon vor einer Woche beim Brand in Pratteln waren die Freiwilligen im Einsatz. «Heute habe ich bis zum frühen Nachmittag 28 Anrufe entgegengenommen», erklärt eine Dame am Telefon. Es handle sich vor allem um konkrete Nachfragen, beispielsweise, wie warm das Wasser zum Wäschewaschen sein müsse. «Das Wäschewaschen ist trotz der Verunreinigung kein Problem», erklärt sie dann jeweils.

Der Augenschein vor Ort in Liestal am Sonntag zeigt ein verhältnismässig entspanntes Bild. Die Läden scheinen mehr Wasser bestellt zu haben, zumindest am Mittag ist noch nicht alles ausverkauft.

Das Wasser wird laufend kontrolliert

Trotzdem: Die Wasserverseuchung ist das Gesprächsthema Nummer eins im Stedtli. An den öffentlichen Brunnen ist markiert, dass zur Zeit kein Trinkwasser fliesst. An einigen Läden sind Aushänge angebracht, die auf die Verseuchung hinweisen.

Ins Auge fallen zudem sogenannte Spülstellen, die an den verschiedensten Orten in der Gemeinde angebracht sind. «Diese Einrichtung dient der Sicherung und Kontrolle der Wasserqualität und darf nicht abgestellt werden» steht an einem Hydranten an der Gemeindegrenze.

Roland Walter vom Baselbieter Krisenstab klärt auf: «Wir haben 30 solcher Spülstellen installiert. Davon nehmen wir jeden Tag Proben, um den Verlauf der Belastung beobachten zu können.»

Nach wie vor gehen die Behörden davon aus, dass das Trinkwasser bis am Donnerstag, 11. Juli belastet sein wird. Geplant ist, dass das Wasser bis dann mit Hilfe von Chlor gereinigt ist. Solange sollte kein Wasser direkt vom Hahnen getrunken werden.


(kom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • roessli2 am 08.07.2019 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwöhnte Schweiz

    Da sieht man, wie schön wir es in der Schweiz haben! In sehr vielen Ländern ist das Alltag, das Wasser abzukochen oder zu kaufen; man gewöhnt sich daran.

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  • Doppel Moral am 08.07.2019 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Notvorrat

    Hauptsache man lacht den CdA aus weil er für 2 Wochen Wasser zu Hause hat, aber jeden Sommer haben wir mindestens einen Fall, wo das Leitungswasser nicht trinkbar ist...

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  • Leser am 08.07.2019 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es macht nichts

    wenn es einmal verschmutztes Wasser gibt vielleicht lernen es die Leute einmal zu schätzen das wir eigentlich sehr sauberes Trinkwasser haben in der Schweiz und nur den Wasserhahn aufdrehen müssen nicht so in anderen Ländern also seid Dankbar das es so ist

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Die neusten Leser-Kommentare

  • L.Vito am 09.07.2019 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Sagt wer es war.

    Und wer ist schuld. Das wird man nie erfahren. Bauer von nebenan, Fabrik was denn jetzt.

  • Ich bin so toll :-))) !!!! am 08.07.2019 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    @Rolf Wirz vom Informationsdienst KKS

    @Rolf Wirz! «Noch nie habe ich in einer solchen Breite Informationskanäle bedient, wie am Freitag» Huch!!!! Da hat man doch tatsächlich in der einten (1!) E-Mail welche man an Medien, Altersheim und Polzeit sendete den Detailhandel vergessen!!! Vielleicht sollte man die Sekretärin dafür rügen.....

    • Liestaler am 09.07.2019 11:13 Report Diesen Beitrag melden

      Wann wird endlich ein FLYER verteilt?

      Wann gedenkt den der KKS und die Stadt Liestal ENDLICH einen Flyer an alle Haushalte zu verteilen? Aushänge an zahlreiche Laternenmasten? Es hat einfach NICHTS weil IHR nichts macht!

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  • Ratmal Werwol am 08.07.2019 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Silbe

    ...zur Ursache / Quelle der Verschmutzung. Dabei wäre genau DAS eigentlich meldenswert.

  • Kaa73 am 08.07.2019 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Wir beschweren uns ständig über unser Land. Dabei vergessen wir, dass wir den Luxus haben, Trinkwasser direkt vom Hahn gebrauchen zu können. Die Situation in Liestal, öffnet uns hoffentlich wieder einwenig die Augen u. Dankbarkeit. Ich kenne es natürlich durch Urlaub und längere Auslandaufenthalte, wie es ist, kein sauberes Trinkwasser zu haben. Oder Badewasser einzufüllen, welches bräunlich gefärbt und nicht von Auge astrein klar ist. Bsw. in vielen Gebieten Afrikas is das Wasser bräunlich und nicht so klar wie bei uns. Und ich rede nicht von ner Urwaldbadewanne.

  • luis am 08.07.2019 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unverständlich

    wasserhan auf und schon hats wieder wasser....wo ist das problem?

    • Realistin 2.0 am 08.07.2019 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @luis

      und nochmals jemand der nicht lesen kann... JA Wasser hat es tatsächlich sobald man den Hahnen aufdreht, ich bezweifle nur, dass sie dieses auch trinken würden, in diesem Sinne, Prost.

    • Dan am 08.07.2019 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Realistin2.0

      Das mit dem lesen und verstehen ist hier ein weit verbreitetes Problem;-)

    • Tomy am 08.07.2019 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realistin 2.0

      Ich trank Wasser trotzdem von der Leitung und lebe noch. Bin jetzt sicher noch mehr abgehärtet.

    • MB am 08.07.2019 12:48 Report Diesen Beitrag melden

      @Tomy

      Und jetzt? Steht irgendwo das man es nicht überlebt wenn man davon trinkt? Evtl weniger auf xxx Seitensurfen 7nd sich mal über Fäkalbakterien und deren auswirkung informieren bevor man Kommentare schreibt.

    • Nina am 08.07.2019 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @luis

      ..du hast da etwas nicht ganz mitbekommen im Artikel!

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