Schüler ärgern sich

17. Januar 2019 06:55; Akt: 17.01.2019 06:55 Print

«Das fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht»

Basler Schüler wollen für den Klimaschutz im Stadtzentrum demonstrieren. Nun steht die Route auf der Kippe, weil Touristen und Samstags-Shopper nicht tangiert werden sollen.

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«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft raubt», skandierten etwa protestierende Schüler in Basel. Sie besammelten sich gegen 11 Uhr auf dem Basler Barfüsserplatz und zogen durch die Innenstadt. Demonstrierende Schüler passieren das Basler Rathaus. In Basel nahmen laut den Organisatoren rund 1000 Schüler am Klimaprotest teil. Sie fordern, dass der Klimanotstand ausgerufen wird und dass die Schweiz klimaneutral wird. Die Schüler forderten auch in Lausanne mit ihrer Kundgebung die Politik auf, den Klimanotstand auszurufen und damit die Erderwärmung als Krise anzuerkennen und entsprechend zu handeln. In Zürich streikten am Freitag Schüler ... ... im Namen des Klimas. Mit Transparenten machten Zürcher Schüler auf ihr Anliegen aufmerksam. Auch in St. Gallen versammelten sich die Schüler für das Klima. Mehrere hundert Schülerinnen und Schüler beteiligten sich... ... und zeigten... ... ihre Transparente. Zur Kundgebung hatte das Kollektiv Klimastreik Ostschweiz aufgerufen. In Bern protestieren die Schüler auch im neuen Jahr. Gegen drei Uhr Nachmittags besammelten sich mehrere hundert Menschen auf dem Waisenhausplatz. Mit riesigen Transparenten fordern sie eine Änderung der Klimapolitik. Die Schüler organisierten am 21. Dezember eine unbewilligte Demonstration für das Klima. In Basel gingen die Schüler auf die Strasse: «Natur statt Matur». Sie versammelten sich um den Weihnachtsbaum, der vor dem Basler Rathaus steht. Die Schüler machten sich in der ganzen Schweiz für den Klimaschutz stark. Vor dem Stadthaus demonstrierten sie friedlich. Sie riefen «Wem sini Zuekunft? Eusi Zuekunft» oder «Jugend fordert Klimaschutz!» Mehrere Hundert Schüler waren vor Ort. Schliesslich kam GLP-Stadtrat Andreas Hauri aus dem Stadthaus und suchte den Dialog mit den Schülern. Man werde im neuen Jahr zusammensitzen. Danach gingen die Schüler weiter in Richtung Paradeplatz und Bahnhofstrasse. Dies hatte zur Folge, dass der Verkehr komplett lahmgelegt war. Weiter ging es zum Zürcher Hauptbahnhof. Vor der Kantonsschule am Burggraben in St. Gallen versammelten sich zwischen 300 und 400 Schüler zum Klimastreik. Auch hier versammelten sich mehrere Hundert Schüler bei der Kantonsschule am Burggraben. Auch in Bern streikten Schüler für das Klima. Um 10 Uhr versammelten sich Schüler auf dem Bahnhofplatz in Bern. «Es geht für uns Jugendliche schliesslich um unsere Zukunft – und wenn nicht um unsere, dann sicher um die unserer Kinder», sagte die 14-jährige Zürcher Schülerin Paula Schmid im Vorfeld. Bereits am vergangenen Freitag waren mehrere Hundert Schüler in Zürich auf die Strasse gegangen.

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Die Schwedin Greta Thunberg (15) machte es vor und tausende Schüler rund um den Globus folgten ihrem Vorbild. Aus Protest und Sorge um die Umwelt schwänzte sie jeweils am Freitag den Schulunterricht und schaffte sich somit Gehör für ihr Anliegen: den Schutz des Klimas. Am 21. Dezember gingen bereits in vielen Schweizer Städten Schüler auf die Strasse und liessen dafür den Unterricht links liegen.

Am 2. Februar, einem Samstag, wollen die Basler Schüler erneut für das Klima demonstrieren und stellten dafür ein Gesuch bei der Polizei Basel-Stadt. Nun habe diese dem Organisationsteam einen Strich durch die Planung gezogen und die gewünschte Demo-Route nicht bewilligt, so die Klima-Schüler gegenüber 20 Minuten.

«Nur im Zentrum können wir Druck aufbauen»

«Die Demonstration sollte im Stadtzentrum stattfinden, dort wo wir gesehen werden, Aufmerksamkeit auf uns ziehen und den gewünschten politischen Druck aufbauen können», so Gymnasiastin Livia Benedict (16). Aus symbolischen Gründen sollte die Demonstration vor dem Rathaus vorbeiführen und auch die Mittlere Brücke wäre die Klima-Truppe gerne abgelaufen.

«Die Behörden verlegen die Demonstration nun in die Peripherie der Stadt», ärgert sich Benedict. «Man sagte uns, dass die Demonstration die einkaufende Bevölkerung und die Touristen stören würde. Das fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht.»

Route noch unklar

Die endgültige Route sei noch nicht definiert, um die Innenstadt müssen die Demonstranten am 2. Februar aber einen Bogen machen. Statt dem Zentrum müssen sie sich wahrscheinlich mit der Wettsteinbrücke und dem Münsterplatz zufrieden geben, so Benedict.

Dies sei sehr ärgerlich, zumal die Schüler bis anhin immer fürs Schwänzen an den Demo-Freitagen kritisiert wurden. «Nun haben wir die Demonstration extra auf einen Samstag verlegt, werden durch die neue Route aber isoliert», schliesst Benedict.

«Alle Interessen müssen berücksichtigt werden»

Toprak Yerguz, Mediensprecher der Polizei Basel-Stadt beschwichtigt: «Wir stehen mit den Organisatoren immer noch im Gespräch. Zurzeit ist noch nicht klar, wo der Demonstrationszug durchführen wird.»

Viele Faktoren müssen geprüft werden und spielen bei der Entscheidung eine Rolle. Etwa ob parallel andere Veranstaltungen stattfinden würden. Berücksichtigt werden müssen die Interessen aller Beteiligten, nicht nur jene der Gesuchsteller, so Yerguz.

(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schneeflocke am 17.01.2019 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    Diese Aktionen sind sowas von verlogen. Jeder dieser Schülern hat ein Handy und viele davon jedes Jahr ein neues. Haben sie sich mal hinterfragt, wie das die Umwelt belastet und unter welchen zum Teil unmenschlichen Bedingungen diese hergestellt werden. Düse Doppelmoral ist ein Schlag ins Gesicht.

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  • Fraueli am 17.01.2019 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Schüler,

    Natürlich ist demonstrieren lustiger als in die Schule gehen... macht eure Ausbildung fertig und dann macht es besser als die bösen Alten. Aber ihr werdet sehen, dass es gar nicht so einfach ist wenn es um das eigene Portemonnaie, die eigenen Ferien die eigene Mobilität geht...

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  • Bauer Fritz am 17.01.2019 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hab Zweifel bei euch

    Meine Jugend war ziemlich Klimafreundllich! Zur Schule gelaufen (am Tag 12km), keine Ferien, Fleisch und Gemüse v.a. aus Selbstversorgung. Das Wandtelephon hatte eine Drehscheibe (kein Handy), ein Transistorradio für die Nachrichten - kein Computer usw. Liebe Schüler ob ihr wirklich glaubhaft wirkt an dieser Demo??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Karl am 17.01.2019 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aufwachen

    Grundsätzlich finde ich es gut, dass sich junge Menschen Gedanken machen und auf Probleme aufmerksam machen wollen. Wer hier dagegen stänkert, hat selber einfach keine Weitsicht und ist egoistisch genug, unseren Nachkommen eine noch kaputtere Welt zu hinterlassen. Natürlich kann, darf Umweltschutz klein anfangen, z. B. Mit der Nutzung des Smartphones, bis es kaputt ist und nicht bis es "aus der Mode/durch ein neues Modell ersetzt" ist. Auch die Wahl von Urlaubsorten und Anreisemöglichkeiten oder die Wahl des Fortbewegungsmittels leistet da seinen Beitrag dazu. Seltsam finde ich, dass BS (links-grün regiert) den Schülern hier einen Strich durch die Rechnung macht, wo doch Basel sooooo umweltbewusst sein versucht und gerne z. B. Allen motorisierten Verkehr aus der Stadt verbannen will im Zeichen der Umwelt. Übrigens, Umweltschutz hat nicht nur mit dem Klima zu tun. Es geht auch um Tonnen von Plastikmüll, Giftstoffen die u.a. In unsere Nahrungsmittel gelangen oder einfach die Luft die wir atmen. Falls jemand mit dem Argument der sich wiederholenden Eis- und Hitzeperioden kommen wollte... Und nein, ich würde mich nicht als grün bezeichnen, habe selber Smartphone und Tablet und gehe gerne alle 3-4 Jahre nach Neuseeland o. Ä. In die Ferien. Aber ich kaufe mir z. B. Neues nur, wenns wirklich nötig ist, z. B. Wenn meine Jeans einfach so stark verlöchert sind durch jahrelanges tragen und immer wieder waschen. Man muss nicht ultragrün sein, um dennoch etwas Sorge zur Umwelt zu haben!

  • Babett am 17.01.2019 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei sich anfangen

    Lustiger Weise sind es ja grade die Jungen, die heute für alles zu bequem sind. Die werden dann von Mami oder Papi in der Schule abgeholt. Kaufen ihr Pausenbrot beim Coop oder Migro , anstatt das man es von zuhause mitnimmt . Brauchen immer die neusten Klamotten und wollen auch immer ins Ausland in die Ferien. Sicher gibt es da den einten oder die andere die nicht so sind , aber eben leider zu wenige . Wenn man da auf die Strasse geht ,erwarte ich das ihr dass auch Lebt .

  • Romy Steffen am 17.01.2019 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demo

    Demo von Schülern finde ich nicht ok sie sollen zuerst mal eine Ausbildung machen und Sie können selbst etwas für das Klima dazu beitragen. Entsorgt Eure sachen gerecht und nicht einfach liegen lassen man sieht ja wie es zb. Bei McDonald aussieht ist ein einziges Beispiel gibt noch viele Orte. Jeder braucht ein Händy etc. Ist auch schädlich für die Umwelt liebe Schüler macht euch lieber Gedanken über diese Situation anstatt demostrieren

  • Bes am 17.01.2019 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Träume

    Man müsste den Jungen aber vor Augen halten, wie das Leben ohne Handy , ohne Strom , ohne Rumreiserei, mit Wasser sparen , sowenig Müll wie möglich produzieren , die Heizung auf 20 Grad reduzieren, ohne Markenartikel usw. nur mit einer Demo und theoretisches Denken erreicht man null nichts. Die Übervölkerung müsste man auch in den Griff bekommen. Nach der Demo gehts bestimmt in den nächsten Fastfood Laden !!

  • Igel am 17.01.2019 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gross Reklamieren

    Und in die Ferien wollen die Kids dann mit dem Flugzeug. Soviel zum Umweltschutzbeitrag der Kids.