WCi aus Basel

20. Juli 2018 05:46; Akt: 20.07.2018 08:53 Print

App zeigt das schlimmste Pissoir der Stadt

Eine neue App zeigt, wo man in Basel besonders dringende «Geschäfte» verrichten kann. Erstmals können auch die öffentlichen Toiletten der Stadt bewertet werden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Es ist eine App, die jeder brauchen kann, denn jeder muss mal und kennt das Problem», erklärt Philipp D'Alfonso. Er und Joël Pregger haben die Idee für WCi entwickelt. Das Akronym steht für «Where Can I?», zu deutsch: Wo kann ich? Die Erste Basler Toiletten-App sei aufgrund von eigenen Bedürfnissen entstanden. «Wir waren nicht immer glücklich über die WCs, die wir vorfanden. Da dachten wir, dass es praktisch wäre, wenn man schon von vorneherein weiss, was einen erwartet», sagt er.

Mit der App kann der Benutzer nicht nur zur nächsten Toilette navigieren, sie zeigt auch, welche Ausstattung diese hat. «Wir wollten es einfacher machen, ein WC zu finden, das den eigenen Bedürfnissen entspricht», so D’Alfonso. Besonders praktisch: Jedes WC kann bewertet werden.

«Der Kanton legt viel Wert auf Sauberkeit»

Einige Anlagen erhalten miserable Bewertungen durch die Nutzer. Das wahrscheinlich schlimmste öffentliche Pissoir der Stadt befindet sich laut den WCi-Usern unter der Mittleren Rheinbrücke. Andre Frauchiger, Sprecher des Basler Tiefbauamts, erklärt: «Wenn sich Tausende insbesondere bei schönem Wetter am Kleinbasler Rheinufer aufhalten, sind auch die zentral gelegenen WC-Anlagen extrem stark belegt – mit entsprechenden Folgen. Wir richten deshalb immer wieder Appelle an die Nutzer, die Pissoir-Benutzung sorgfältig anzugehen. Dies leider mit mässigem Erfolg.» In Rheinnähe erhält die Anlage am Oberen Rheinweg Ecke Riehentorstrasse die bisher besten Bewertungen.

Aus Sicht der Stadt Basel sei jede App, die auf WC-Anlagen hinweise, grundsätzlich als Massnahme gegen das Wildpinkeln nützlich, so Frauchiger. «Der Kanton hat bereits die ‹nette Toilette› ins Leben gerufen, die ebenfalls mit entsprechender App beworben wird», sagt er. Es handelt sich dabei um Lokale, die ihre Toiletten auch für Personen zur Verfügung stellen, die nichts konsumieren.

So findet man die sauberste Toilette der Stadt

Die Bewertungen sollen auch einen Anreiz geben, öffentliche Toilettenanlagen zu verbessern, wo dies nötig ist. «Wir können die Daten der App zur Verfügung stellen, damit man weiss, wo WCs gebraucht werden oder welche Anlagen besonders schlechte Bewertungen haben, damit dort Verbesserungen vorgenommen werden können», sagt D'Alfonso.

Er denke, dass Smart-City Lösungen für Grundbedürfnisse ein grosser Mehrwert für Stadtverwaltungen sein können. «Die neue App müsste im Falle einer Zusammenarbeit noch im Detail geprüft werden», so der Sprecher des Tiefbauamts.

«Der soziale Aspekt gefällt den Leuten»

WCi ist erst seit dem 5. Juli offiziell im ganzen Kanton Basel-Stadt verfügbar. In der ersten Woche zählte D'Alfonso bereits 500 Nutzer der App. «Bisher haben wir positive Rückmeldungen erhalten. Auch der soziale Aspekt gefällt den Leuten», sagt er. Die Hälfte des Gewinns aus der App werde für den Bau neuer WC-Anlagen in Entwicklungsländern eingesetzt. Dazu arbeiten die Basler App-Entwickler mit der Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas zusammen.

Finanziert wird das ganze durch Werbeanzeigen. Ausserdem erhält das Unternehmen eine Kommision auf den Betrag, den ein Benutzer für eine Bezahl-Toilette entrichtet. Die Daten aus der App wollen die Macher ausserdem an den Kanton verkaufen. Basel sei als Heimatstadt der Macher optimal für den Start gewesen – weitere Städte sollen folgen. «Wir hoffen, dass andere Städte und Gemeinden sagen: Das finden wir toll, das wollen wir unseren Einwohnern und Gästen auch bieten», so D’Alfonso.

(lb)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Taxifahrer Basel am 20.07.2018 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB TOILETTEN

    Ich bin Taxifahrer und muss so gut wie jeden Abend leider diese Wcs benützen, einfach nur ekelhaft. Das allerschlimmste ist aber am SBB finden sie keine Toiletten in der Nacht und das an einem BAHNHOF?! Einfach Schande

    einklappen einklappen
  • aseiiron am 20.07.2018 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tüfuskreis

    man nimmt viel geld in die hände, baut was schönes auf, und dann kommen am nächsten tag randalierer, sprühen alles voll, verkritzeln wände und machen sachen kaputt. ich würde eine solche anlage auch nicht mehr reparieren lassen.

  • Roger am 20.07.2018 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gruusig

    Ein mindestens ähnlich gruusiges Pissoir findet Mann auch auf dem Petersplatz (unterirdisch)in Basel! Da ist jeden Samstag Flohmarkt mit vielen Ausstellern und Besuchern, und man findet gerade mal 1 ( in Worten: ein) halbwegs anständiges WC ! Basel : Golden Gate of Switzerland ?!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Paul am 21.07.2018 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oje

    Es ist aber schon auch ein wenig traurig dass die Stadt WCs so stinken und man sich nicht mal traut auf die Klobrille sich zu setzen . Da fragt man sich schon wo die Steuergelder hin fliessen.. 1. August Feuerwerk oder Silvester Feuerwerk? Stadtgärtnerei die jetzt neuerdings auch Gemüse in basel anpflanzen?

  • Simon am 21.07.2018 07:19 Report Diesen Beitrag melden

    Brauchen wir das?

    Wir brauchen wohl für alles eine App....Solche oder ähnliche websites gibt es zudem bereits, zB 00guide oder wc guide...

  • Mina am 20.07.2018 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiteres Angebot

    Da wird einfach mal drauflos gemeckert. Seit Mai gibt es nette Toilette. Rund 31 Restaurants, Bars, Confiserien etc. bieten in Basel kostenlosen Zugang zu ihren Toiletten an. Einfach roten Kleber nette Toiletten beachten.

    • minu am 20.07.2018 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mina

      31 Restaurants für 200k Einwohner ohne Touristen... Da kann es schon noch ein paar mehr geben

    einklappen einklappen
  • der Pinkler am 20.07.2018 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Muss mal.

    Ganz Basel ist ein Pissoir.

  • Roland am 20.07.2018 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    3. Weltland?

    Die Schweiz steht bezüglich sanitäre Infrastruktur einem 3. Weltland in nichts nach. Gerade an öffentlich Plätzen, Sehenswürdigkeiten, (Bus)-Bahnhöfen sollte es mehr Toiletten geben.