Rheinfelden AG

12. September 2018 10:56; Akt: 12.09.2018 13:50 Print

«Der Kontrolleur ging wortlos vorbei»

Vier Passagiere luden in einem vollen Zug ihr Gepäck auf die Sitze. Böse Blicke der anderen Fahrgäste blieben allerdings die einzige Strafe.

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Der Zug war rappelvoll, als er am Dienstag um 6.49 Uhr den Bahnhof Rheinfelden AG verliess, erzählt eine Leserin. Doch für vier Fahrgäste war er offenbar nicht voll genug. «Statt ihr Gepäck im Stauraum zu deponieren, wo es noch genug Platz hatte, packten sie ihre Koffer einfach auf die Sitzplätze.»

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Können Sie es verstehen, dass Zugpassagiere ihr Gepäck so deponieren?

«Sie blockierten vier Sitze komplett mit ihrem Gepäck», ärgert sich die Leserin. Alle einsteigenden Passagiere hätten böse geschaut, aber niemand habe etwas gesagt. «Der Kontrolleur ging wortlos vorbei», sagt sie.

Auch ein Koffer bräuchte ein Ticket

SBB-Sprecher Olivier Dischoe verweist auf die Tarifverordnung des Verbands Öffentlicher Verkehr. Darin steht: «Wünscht der Reisende sein Handgepäck auf Sitzplätzen anstatt im Gepäckträger mit sich zu führen, so hat er so viele gewöhnliche Billette zum halben Preis zu lösen, als er für sein Handgepäck Sitzplätze beansprucht.»

Weshalb der Kontrolleur in diesem Fall nicht eingeschritten ist, erklärt Dischoe wie folgt: «Unser Zugpersonal handelt grundsätzlich mit Augenmass. Das heisst: Wir wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger auftreten, sondern an den gesunden Menschenverstand appellieren.»

Reisende können sich bei Zugbegleiter beschweren

Deshalb hoffe die SBB, dass ihre Kunden ihre Sitzplätze mit Rücksicht auf andere Passagiere freigeben würden. «Reisende, die sich durch das Verhalten anderer gestört fühlen, dürfen den Zugbegleiter oder andere Passagiere direkt darauf aufmerksam machen», so der Sprecher.

(las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pendler am 12.09.2018 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja, ich finde dies auch doof, aber...

    ...jeder von uns ist alt genug, die betroffenen Personen direkt darauf anzusprechen. Warum es dazu einen Gang an die Medien braucht, ist mir schleierhaft. Und soweit auf dem Foto ersichtlich, scheinen nicht alle übrigen Plätze besetzt - zumindest der Platz vorne links sieht frei aus. Ist die Aufregung also wirklich nötig?

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  • Bonifatz am 12.09.2018 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja..

    Liebe Schweizer nörgler und Handypolizisten, die bösen Blicke funktionieren schon seit eh und je nicht mehr. Wenn Euch etwas aufregt müsst ihr auch mal aufstehen, sprechen lernen und ein Problem selbst konfrontieren, anstatt immer "ummerätsche" wie daheim bei mami und papi oder in der Schule, und seit geräumiger Zeit auf Facebook.Ihr seht doch dass sich die Schweiz verändert hat und sogar die Polizei oft nicht mehr hilft.Also mut zeigen und halt sagen: "I würd gern uf dä freii sitz, s stoht jo ufem schild dört dass nur ei person pro sitz zuegloh isch", et voilà..Im Notfall auf Englisch..

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  • M. Meinung am 12.09.2018 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Was hat sich die SBB dabei gedacht.

    1. Die obere Ablage in den neuen Zügen ist einfach zu wenig hoch (tief) für grössere Koffer, wie auch zwischen den Sitzen. Meines Er. eine absolute Fehlkonstruktion. 2. Wer lässt sein Gepäck gerne unbeaufsichtigt am Ende des Ganges? 3. Aufgeben: zu aufwändig (bei Zeitstess)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • jane77 am 12.09.2018 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber Schuld

    sorry aber dan macht man den Mund selber auf oder lässt auch das klönen danach bleiben!

  • M.B am 12.09.2018 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    Platzhirsch

    Also ist ja nicht so dass es kein Platz UNTER den Sitzen gäbe...

  • Reto am 12.09.2018 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ich-Kultur

    Heute Abend auf der Autobahn A2 dasselbe. Im Stau Ausfahrt nehmen, bei Einfahrt wieder einfädeln und den Stau noch verschlimmern. Und das x mal hintereinander bei jeder Gelegenheit. Ich hoffe dass diese Leute auch auf sich gestellt sind, wenn sie mal Hilfe brauchen.

  • Claudio am 12.09.2018 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zugbegleiter

    Warum sagt ihr Passagiere nichts?!.. Was habt ihr für ein problem?? Warum geht ihr nicht auf die Person zu? Und bittet ihn höflichst seine koffer weg zu nehmen?. Warum müss das für euch der Zugbegleiter machen?

    • Peter am 12.09.2018 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Claudio

      Weil er der Chef ist und die gegen Regeln verstossen.

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  • Baslerbebbi am 12.09.2018 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    Drohungen

    Heute lautet das Motto: "Ja nicht anecken - einmischen - provozieren", sonst gibt`s auf die Schnauze. Gewalt gewinnt. Ich habe einmal ein junger Mann darauf hingewiesen, dass er mit dem Hund nicht in den öffentlichen Park darf. Er hat mich bedroht, ich solle das Maul halten und mich um meine Sachen kümmer - sonst bekäme ich auf die Schnauze. Ich zog ab, was blieb mir übrig? Das nächste Mal lass ich es sein. Gewalt und Drohung gewinnt. Ich verstehe die "Weggucker"

    • Orinoco am 12.09.2018 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Baslerbebbi

      Gewalt und Drohungen, haben bei mir nie Funktioniert, sondern habe die Droher aufgefordert, es zu machen und was ist passiert ? Sie sind Fluchend von dannen gezogen, obwohl das sie immer noch den falschen Weg entlang gingen. Fazit, lass dich nicht von den leeren Worten beeindrucken, aber Schlag nie als erster zu, sondern erst wenn du durch den ersten Angriff, ein Recht dazu hast. Dann sag ich, schlag Rain, schlag Rain. ( in Anlehnung von Rain Man )

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