Tragödie im Zolli

22. Mai 2018 13:38; Akt: 22.05.2018 15:23 Print

Krähe hackt aus Nest gefallenen Jungstorch tot

Verstörende Szenen im Basler Zolli. Eine Krähe tötete ein wehrloses Storchenbaby mit Schnabelhieben. Das drei Wochen alte Vögelchen war zuvor aus seinem Nest gefallen.

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Der Zolli und seine Besucher erfreuten sich am sonnigen Pfingstmontag am niedlichen Storchennachwuchs. Von der Aussichtsplattform beim Elefantenhaus hat man einen guten Blick auf die gefiederten Langschnäbel. Dort postierte sich auch Leserreporter Remo-Max Schindler, als plötzlich die Leute um ihn herum aufschrien.

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«Einige riefen, dass da ein Küken aus dem Nest gefallen sei», erinnert sich der passionierte Sportfotograf. Als er hinschaute, lag das Küken auf dem Boden. Ob es nach dem Sturz noch lebte, weiss er nicht. «Es hat noch einmal gezuckt – und dann hat sich auch schon eine Krähe darauf gestürzt», so Schindler.

Pfleger fanden den Jungstorch später

«Vom Zoo hat die Situation leider niemand beobachtet», sagt Sprecherin Tanja Dietrich. Die Pfleger hätten das tote Junge aber später auf der Elefantenanlage gefunden. Hätte es da noch gelebt, wäre es von den Pflegern hinter den Kulissen wieder aufgepäppelt worden, wie es laut Dietrich letztes Jahr bei drei Küken der Fall war.

«Dass Storchenküken einfach so aus dem Nest fallen, passiert recht selten», betont die Pressesprecherin. Es sei jedoch bekannt, dass Krähen junge Vögel attackieren und fressen. Bis jetzt habe man jedoch noch nie beobachtet, dass die Rabenvögel auf unbeaufsichtigte Nester losgegangen sind.

Grössere Gefahr durch Schlechtwetterperioden

Generell ist laut der Biologin die Gefahr durch Schlechtwetterperioden, Kälte und langanhaltenden Regen höher: «Manchmal sammelt sich Regenwasser im Nest und die Jungen sterben an Lungenentzündung.» Im Allgemeinen seien die Überlebenschancen der jungen Störche zwar gut, sobald aber das Wetter schlecht werde, würden die Todesfälle zunehmen.

Warum flogen die Eltern ihrem Küken nicht zur Hilfe? «Die Storcheneltern haben noch zwei weitere Küken im Nest und verlassen diese nicht einfach so. Es kann auch sein, dass es bereits tot war», erklärt Dietrich.

Die Natur kann manchmal eben ganz schön brutal sein.

Video Zoo Basel: Von der Aussichtsplattform können Besucher direkt ins Nest schauen.

(sis)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Linus am 22.05.2018 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Verstörende Szenen?

    Was für verstörende Szenen sollen das sein? Wenn es in unserem Land verstörend ist, wenn ein Tier das andere auffrisst dann gute Nacht. Das nennt man Natur und an der Natur ist gar nichts verstörend.

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  • Fressen oder gefressen werden am 22.05.2018 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Normal

    So ist die Natur, kann passieren..

  • Sandra. am 22.05.2018 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts verstörend

    Das ist der normale Lauf der Natur / des Tierreiches. Ich wüsste nicht, in wieweit das verstörende Szenen sein sollten. Oder ist das etwas für alle diese Kids verstörend, die meinen, die Milch kommt aus dem Beutel resp. der Laden macht diese?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Emil B am 10.06.2018 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Hygienepolizei der Natur

    Wenn eine Leiche irgendwo in freier Natur liegt, kann es an dieser zu sog. Tierfrass kommen. Also unter Umständen können das auch Krähen und andere Wildtiere sein.

  • Lorenz am 31.05.2018 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viele Krähe

    Leider gibt es zu viele Krähe in der Baselbiet

  • Ulli b. am 29.05.2018 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel

    Wir haben zu viele krähen.

  • Gluggzi am 24.05.2018 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Natur live

    Es wird in den Zoo gegangen um Natur zu erleben. Nicht alles ist heile Welt, auch nicht im Zoo. Wilkommen in der Natur und den Kinder schadet es sicher auch nicht. Das Leben ist kein Gummibärpackung.

  • Linda am 22.05.2018 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    ALLERGIKER INFO: Enthält Sarkasmus

    Kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass der kleine Storch mit dem Vorgehen der Krähe d'ac­cord gegangen ist.