Bluttat in Basel

22. März 2019 08:36; Akt: 22.03.2019 10:06 Print

«Die Kinder haben Angst, dass ihnen etwas passiert»

Der Tod eines 7-jährigen Jungen in Basel schockiert die Schüler und Kinder. Viele weinen, Kinder haben Angst vor dem Schulweg.

Zwei Mütter erzählen, wie es ihnen und ihren Kindern nach der Bluttat geht. (Video: maz)
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Der 7-jährige I.M. wurde am Donnerstagmittag auf dem Heimweg von der Schule auf offener Strasse erstochen. Die mutmassliche Täterin, eine 75-jährige Schweizerin, hat sich der Polizei gestellt. Das Motiv ist noch völlig unklar. «Wir wissen nicht, in welcher Beziehung die mutmassliche Täterin zu dem Kind stand», so Kriminalkommissär Peter Gill.

Am Morgen nach der Tat ist die Betroffenheit gross. Der Blumenberg am Tatort wächst minütlich, Eltern und Schulkinder legen Blumen nieder. Viele, die an diesem Morgen ihre Trauer bekunden, weinen.

Ihre Tochter sei am Tatort vorbei gelaufen und habe die Polizei und die Sanität gesehen, sagt eine Mutter. Sofort hätten die Kinder miteinander gesprochen – und viele Fragen gehabt. «Die Kinder hatten zum Teil selbst Angst, dass ihnen etwas passiert», sagt die Mutter. Die Solidarität sei gross: «Viele Nachbarskinder haben Blumen niedergelegt und trauern um den Verstorbenen.» Nun sei es wichtig, die Kinder ernst zu nehmen – und zu schauen, dass sie mit ihrer Trauer umgehen könnten.

«Schulen müssen Vorfall aufarbeiten»

Eine weitere Mutter erzählt, sie habe ihre drei Kinder im Alter zwischen 8 und 10 Jahren heute zur Schule begleitet, obwohl sie normalerweise alleine gehen würden. «Sie hatten Angst, darum ging ich mit.» In den nächsten Tagen könne sie dies aber nicht mehr machen.

«Die Kinder in ganz Basel müssen das Thema jetzt aufarbeiten und in den Schulen diskutieren», ergänzt die Mutter. Sie sei über den Gruppenchat der Schule über die schreckliche Tat informiert worden und habe dann mit ihren Kindern darüber gesprochen.

«Ich habe ihnen die Tat aber nicht im Detail geschildert und habe ihnen zu erklären versucht, dass den 7-Jährigen keine Schuld treffe.» So etwas könne einfach passieren, aber sie sei äusserst traurig und betroffen (siehe Video).

*Name der Redaktion bekannt

(maz)