Strafgericht BS

18. September 2019 16:28; Akt: 18.09.2019 16:54 Print

Vergewaltigungsversuch – Migrant wird ausgewiesen

Ein Nigerianer wurde am Mittwoch vom Basler Strafgericht wegen versuchter Vergewaltigung schuldig gesprochen und wird nun ausgewiesen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Regungslos nahm der 36-Jährige am Mittwochvormittag das Urteil im Basler Strafgericht entgegen. Ein Schuldspruch wegen versuchter Vergewaltigung und Fälschung von Ausweisen. Dafür kassierte der Nigerianer eine bedingte Freiheitsstrafe von 19 Monaten bei vierjähriger Probezeit. Vielmehr schmerzen wird ihn aber der sechsjährige Landesverweis. Denn die versuchte Vergewaltigung ist eine Katalogstraftat. «Und von einem Härtefall sind sie weit entfernt», meinte Gerichtspräsidentin Katharina Giovannone.

Am 22. April versuchte er eine 45-jährige Frau in einem Basler Wohnheim zu vergewaltigen. Das Opfer lernte er Nachmittag zufällig kennen, als er mit seiner Ehefrau eine Freundin in diesem Wohnheim besuchte. Die Frau sass auf dem Nachbarsbalkon und weinte, worauf er sie ansprach. Nachdem er die Liegenschaft mit seiner Frau verliess, kehrte er zurück, weil er angeblich sein Handy vergessen hatte. Stattdessen klingelte er an der Türe seines Opfers. Nachdem sie ihm öffnete, versuchte er sie zu küssen, packte sein Glied aus und versuchte Geschlechtsverkehr mit ihr zu erzwingen.

Als sie um Hilfe schrie liess er von ihr ab und flüchtete. Eine andere Bewohnerin wartete zu diesem Zeitpunkt im Erdgeschoss auf den Lift. «Sie hat die Schreie gehört und sie gesehen, als sie die Treppe runterkamen», hielt Giovannone dem Mann in der Urteilsbegründung vor.

Nicht jede Berührung hinterlässt DNA

Die Schilderungen des Opfers seien zudem stets konsistent und glaubwürdig gewesen. Sie deckten sich zudem mit den Zeugenaussagen. Zudem wurde der Beschuldigte beim Betreten und Verlassen des Wohnheims von einer Überwachungskamera gefilmt. Für das Gericht war zudem ausgeschlossen, dass das Opfer die Geschichte erfunden hatte. Die Frau hatte Schürfungen an der Vagina erlitten, allerdings konnten keine männlichen DNA-Spuren festgestellt werden.

«Nicht jede Berührung hinterlässt DNA», erklärte Giovannone. Die Verletzungen soll der Beschuldigte ihr mit seinem Finger zugefügt haben. Dass sie dies erfunden haben soll, sei für das Gericht schon nur aus logischen Gründen ausgeschlossen.

Dem Opfer wurde eine Genugtuung in der Höhe von 7000 Franken zugesprochen. Der Nigerianer wurde aus der Haft entlassen und dem Migrationsamt überstellt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(lha)