Hitzefrei für Gemeindeangestellte

25. Juni 2019 18:24; Akt: 25.06.2019 18:24 Print

«Die sollen mal auf den Bau arbeiten gehen»

Ab Mittag ist der Schalter dicht: Die Baselbieter Gemeinde Arlesheim will damit ihre Angestellten während der Hitzewelle schonen. Bei der Bevölkerung kommt das nicht gut an.

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Die Gemeindeverwaltung Arlesheim ist ihren Mitarbeitenden gnädig gesinnt: Seit Dienstag sind die Schalteröffnungszeiten der Baselbieter Gemeinde angepasst. Vorerst sind die Schalter nur noch bis Mittags offen. Grund dafür ist die maximale Hitzewarnstufe 4, die der Bund für die Region ausgerufen hat.

Schon vor dem Mittag wird diese Woche in Arlesheim jeweils die 30-Grad-Marke geknackt. Die Entscheidung zur Änderung der Öffnungszeiten habe die Verwaltungsleitung gefällt, so die Kommunikationsverantwortliche Angelica Dietler: «Die Mitarbeitenden sollen individuell mit der Hitze umgehen können. Es steht ihnen deshalb frei, ab dem Mittag Überstunden zu kompensieren.»

Die Regelung gilt vorerst für diese Woche

Die Verfügbarkeit der Schalterdienstleistungen werde dadurch nicht gross eingeschränkt: «Die Schalter sind normalerweise viereinhalb Stunden pro Tag offen. Durch die Hitzeregelung sind es fünf Stunden, die sich auf den Morgen konzentrieren.»

Vorerst ist die Änderung für diese Woche angesetzt. «Je nach Wettersituation Ende Woche würden wir sie allenfalls nochmal für einige Tage verlängern», so Dietler.

Bürger haben wenig Verständnis

Auf den sozialen Medien sorgte die Ankündigung für gespaltene Meinungen. «Die sollen mal auf dem Bau arbeiten. Zuschauen wird ihnen schon zu viel sein», wettert etwa ein User. Ein anderer bezeichnet die Massnahme als «Kindergarten». Einige User fragen nach anderen Gruppen, was denn zum Beispiel mit den Kindern oder Werkhofmitarbeitern sei. Wieder andere haben Verständnis für die Massnahme: «Find ich gut», schreibt eine Nutzerin.

Kantonsangestellte müssen schwitzen

Die «Lex Arlesheim» ist offenbar ein Sonderfall. Kantonsangestellte in der Region Basel müssen sonst trotz Hitze im Büro ausharren. Weder im Stadt- noch im Landkanton seien Massnahmen im Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen geplant, heisst es bei den Kantonsverwaltungen auf Anfrage.

(kom)