Muttenz BL

07. November 2019 20:09; Akt: 07.11.2019 20:09 Print

«Diese Landschaft muss unversehrt bleiben»

Rettet Vera Weber die Rütihard? Die einflussreiche Fondation Franz Weber kämpft nun an der Seite der Muttenzer Bevölkerung gegen den Salzabbau im Naherholungsgebiet.

Die Rütihard wird als «Oase der Ruhe und Biodiversität» geschätzt. (Video: IG Rettet die Rütihard)
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Ob Zweitwohnungsinitiative oder das Ozeanium in Basel, die Fondation Franz Weber weiss, wie man Kämpfe gewinnt. Jetzt schliesst sich die Stiftung dem Kampf der Muttenzer Bevölkerung gegen den Salzabbau auf der Rütihard an. Über 6000 Einwohner der Gemeinde haben letztes Jahr eine Petition gegen den Salzabbau unterschrieben. Die vor allem landwirtschaftlich genutzte Fläche ist ein beliebtes Naherholungsgebiet der Basler Vorortsgemeinde.

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Unter den Äckern schlummern mächtige Salzvorkommen, die Schweizer Salinen AG haben bereits mit ersten Sondierbohrungen angefangen. 29 Bohrlöcher wären gemäss Plänen der Interessensgemeinschaft auf dem Gebiet Rütihard vorgesehen. Das wäre ein massiver Eingriff in die Natur. Schon die beiden Sondierbohrungen haben regen Baustellenverkehr zur Folge.

«Man kann noch alles stoppen»

«Die Rütihard darf nicht durchlöchert werden, diese Landschaft muss unversehrt bleiben», sagt Vera Weber, Präsidentin der Fondation Franz Weber. Ihre Stiftung hat der IG Rettet die Rütihard nach einer Anfrage spontan die Unterstützung zugesagt. Dies, im Gegensatz zu anderen bekannten Naturschutzorganisationen. Die Schutzwürdigkeit des Naherholungsgebiets, das an ein Naturschutzgebiet angrenzt, steht für Weber ausser Frage. «Es ist eine Oase der Ruhe und reich an Biodiversität.»

Die Artenvielfalt sei dank vielfältiger Lebensräume auf der Rütihard besonders gross, schreibt die IG. Zudem sei die Kulturlandschaft eine grüne Lunge. Die Ackerflächen absorbierten gleich viel CO2 wie eine gleich grosse Waldfläche.

Der breite Widerstand gegen die Salzbohrungen hat den Gegnern immerhin Zeit verschafft und einen Dialogprozess mit den Schweizer Salinen sowie der Einwohner- und Bürgergemeinde initiiert. «Man kann noch alles stoppen», sagt Weber. Die Schweizer Salinen planen eigentlich, ab 2025 mit dem Abbau der Salzvorkommen auf der Rütihard anfangen zu können. Die Konzession dazu haben sie schon seit Jahren.

Weniger Streusalz wegen Klimaerwärmung

Für die Salinen ist die Rütihard ein zentrales Abbaugebiet zur langfristigen Sicherung der Salzversorgung in der Schweiz. Weber hält dies für überflüssig. «Durch die Klimaerwärmung braucht es gar nicht mehr so viel Streusalz. Die heutigen Vorräte reichen noch für 70 Jahre», sagt sie.

Die Schützenhilfe der Fondation Franz Weber ist für den Muttenzer Widerstand gegen den Salzabbau auf der Rütihard ein weiterer Etappensieg. Die Stiftung kann mindestens ihre Erfahrung in solchen Verfahren einbringen. «Das ist für uns ganz wichtig», sagt Landwirt Ruedi Brunner, der die IG Rettet die Rütihard initiierte.

Weber kann Verbandsbeschwerde erheben

Die Fondation hat bereits angekündigt, nötigenfalls von ihrem Verbandsbeschwerderecht Gebrauch zu machen. Dies berechtigt gesamtschweizerische Umweltorganisationen gegen Projekte Einsprache oder Beschwerde zu erheben. Für Umweltorganisationen ist dies seit dessen Einführung in den 1960er-Jahren zu einem mächtigen Instrument entwickelt. 2018 wurde knapp ein Drittel der 49 Verbandsbeschwerden gutgeheissen.

«Diese Landschaft muss unversehrt bleiben»

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ein Leser am 07.11.2019 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Salz aus dem Meer

    Macht es nicht mehr Sinn wenn man das Salz von den Entsalzungsanlagen nimmt? Klar muss das Salz hierher transportiert werden, aber gibt weniger Landschaftsschäden.

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  • Muttenzerin am 07.11.2019 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    liebe diese Naturoase

    Danke Danke einfach nur Danke!

  • Laimigs am 07.11.2019 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Umwelt muss über den Profit gestellt werden

    Unsere Landschaft ist von Mensch gemachten Narben übersäht. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Bürger endlich zusammenstehen, um solchen Frevel an der Natur zu verhindern. Zumal das Salzen im Winter zutiefst unökologisch ist und es Alternativen dazu gibt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Muettenzer Bueb am 08.11.2019 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kanns nicht mehr hören

    Und wiedereinmal die Klimahysteriker. Erde an Klimahysteriker, es wird langweilig.

  • Bio Log am 08.11.2019 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Das Gute an der Klimaerwärmung

    Weniger Streusalz Verbrauch DANK Klimaerwärmung, das freut unsere Böden, Bäche und Geldbeutel. Denn auch unsere Facharbeiter Strassenunterhalt müssen weniger Pikett schieben.

    • Maracucho am 08.11.2019 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bio Log

      Und ich spare viel Geld und Öl wenn ich weniger heizen muss.

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  • Kapidapi am 08.11.2019 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Warum müssen die Strassen gesalzen werde

    Einfach alterntiven suchen,so viel zum Thema umweltschonend

  • Rudi am 08.11.2019 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Salz wird gebraucht

    Egal einfach abbauen.

  • T.Lagos am 08.11.2019 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wartenberg ja, Rütihard nein?

    Genau gegenüber der Rütihard, bei uns am Wartenberg in Muttenz wird schon seit Jahren gebohrt, dort hat sich niemand für die Natur eingesetzt oder dagegen an gekämpft. Der Wartenberg ist genauso Naherholungsgebiet und schön. Frage mich schon wieso bei der Rütihard so ein riesen Ding gemacht wird. Es ist ja nicht so das am Wartenberg die Bauern Ihre Felder nicht mehr nutzen konnten oder das die Landschaft jetzt verschandelt ist?!