Basel

25. Februar 2020 04:43; Akt: 25.02.2020 04:43 Print

«Dieses einzigartige Haus darf nicht verschwinden»

Ein ehemaliges Kutscherhaus in Basel ist dem Abbruch geweiht. On- und offline ist die Empörung gross. Einsprachen gegen den Neubau haben aber einen schweren Stand.

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«Mit Entsetzen» habe sie festgestellt, dass das einstige Kutscherhaus an der Rufacherstrasse 73 abgerissen werden soll, schreibt eine Nachbarin in einer Mail an 20 Minuten. Der geplante Neubau an selbiger Adresse ist seit kurzem publiziert und hat eine Welle der Empörung ausgelöst. «Wieder soll ein wunderschönes altes Haus einem Neubau weichen», schreibt eine Userin auf der populären Facebookseite «Verschwundenes Basel», wo die Nachricht viele Reaktionen provozierte.

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«Ich wüsste nicht, wo es in Basel sonst noch ein Zeugnis eines Hufschmieds gäbe», schreibt dort unter anderem auch Alt-Grossrat Stephan Lüthi. Dies mache es zu einem geschichtlichen Denkmal. Manche fragen sich, ob die Liegenschaft nicht unter Schutz steht. Das ehemalige Kutscherhaus wurde 1904 gebaut. An seine Vergangenheit erinnern zwei gusseiserne Pferdeköpfe und das grosse Eingangstor.

Einzigartig aber nicht schützenswert

Das alte Kutscherhaus steht aber nicht unter Schutz. Der Denkmalschutz prüfte eine Aufnahme ins Inventar schützenswerter Bauten zwar einst, entschied sich aber dageben. Mutmasslich wurde der abschlägige Entscheid damit begründet, dass von der ursprünglichen Bausubstanz im Quartier wenig übrig geblieben ist. Die Nachbarbauten zur rechten Seite würden den Einzelbau zum Relikt eines ehemals intakten Strassenbilds degradieren, erklärt Christoph Wamister, Präsident des Basler Heimatschutzes gegenüber «OnlineReports».

Der Heimatschutz überlege sich aber Einsprache zu erheben, macht dies aber von der Qualität des Neubauprojekts abhängig. Einsprachen wird es zumindest aus der Nachbarschaft geben. Auf «Verschwundenes Basel» wurde auch prominent zum Widerstand gegen das Bauvorhaben aufgerufen. Für die Anwohnerin, die zum Widerstand aufgerufen hat, ist klar: «Dieses Haus ist einzigartig in Basel und darf nicht verschwinden.»

Noch keine Einsprache

Bis am Montag sind beim Bau- und Gastgewerbeinspektorat aber noch keine Einsprachen eingegangen, wie Departementssprecher Daniel Hofer auf Anfrage mitteilte. «Normalerweise kommen die erst auf den letzten Drücker», erklärt er. Die Einsprachefrist läuft noch bis am 13. März. Der Eigentümer und Bauherr war für 20 Minuten nicht zu erreichen.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carlopo am 25.02.2020 05:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Frag mich manchmal wie der Denkmalschutz vorgeht.... Sieht teils nach Lotterie aus. Wäre wirklich schade wenn ein solches Zeitzeugnis verschwinden würde.

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  • Phil Krill am 25.02.2020 05:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... keinen Platz mehr ...

    ... Dank an die Grünen. In einer 10 Millionen Schweiz haben solche Häuser halt keinen Platz mehr ...

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  • Still Schweiger am 25.02.2020 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    Pro für Kutsche

    Eigentlich müsste dieses Haus stehen bleiben, da man in Basel eh bald wieder mit der Kutsche unterwegs sein wird. Bei deren "Verkehrspolitik"!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Baslerin am 26.02.2020 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Folge der Wahlen

    Jetzt schreien wieder genau die, welche immer rot/grün wählen und damit die ungeheuerliche Zuwanderung unterstützen. Leute das sind die Folgen, aber Ihr wollt es einfach nicht sehen.

  • anwohnerin am 25.02.2020 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    traum geplatzt

    ..und ich dachte immer, wenn ich genug gespart hab, kauf ich dieses schöne Haus und renoviers. genug Platz für die pferdebegeisterte Familie mit toller Geschichte. schade aber auch. da war einer schneller..

  • Stilvoll am 25.02.2020 20:23 Report Diesen Beitrag melden

    Aifach schön

    Welche gute reiche Dame oder Herr kauft dem reichen Kapitalist das Haus ab und saniert es für einen guten Zweck? Es isch aifach wunderscheen und verzehlt uns e Gschicht vo Basel.

    • As77 am 26.02.2020 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stilvoll

      Stand davor. Leider nix gehört was es erzählen sollte. Es ist einfach ein altes marodes Haus.

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  • Das Quadrat von Neben an am 25.02.2020 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    Erfolgreiche Strategie Rot/Grün

    An das werden wir uns gewöhnen müssen, das die alten Häuser verschwinden. Bis 2030 werden 50% aller Gebäude älter als 2000 verschwunden sein. 2050 wird die Wohnraum Rationierung von Rot/Grün greifen und kein Haus mehr existieren das älter als 2010 ist. Es ist Euer wille.

  • Bea251 am 25.02.2020 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denkmal ! Schutz ?

    leider ist es immer daselbe Vorgehen, erst blitzen erste Versuche alte Häuser zu schützen ins leere, da nicht schutzwürdiges Objekt (was ggf. stimmt) immer mehr gewöhnlich alte Wohnhäuser werden abgerissen, somit kann dann der Denkmalschutz auch das schützenswerte Haus niedereisen mit der obgenannten Begründung .... Frage mich ist der Denkmalschutz noch schützenswert? wenn dann nichts mehr bleibt ..... uiii Steuern gespart wenn die Denkmalschläfer weg sind ;)))) Ironie off