Horror-Crash bei Effingen AG

28. November 2019 14:52; Akt: 28.11.2019 18:38 Print

«E. war ein grossherziger Mensch»

Drei Personen starben beim Horror-Crash bei Effingen AG. Bei ihnen handelt es sich um Aleviten aus der Region Basel. Am Donnerstag fand ein Trauerempfang statt.

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Das sind die Opfer des Unfalls bei Effingen AG. Freunde und Familienangehörige trauern auf Facebook um sie. So auch der SC Münchenstein. Der Fussballverein hat einen Event, der am Freitag stattfinden sollte, abgesagt. Am Donnerstag wurde beim Alevitischen Kulturzentrum beider Basel ein privater Trauerempfang abgehalten. Weit über 100 Trauernde kamen, um den Familien ihre Anteilnahme bei Schwarztee und Halva (Anm. d. Red.: Eine Süssspeise) mitzuteilen. 20 Minuten durfte dabei sein. Der Montenegriner S.B.* (45) aus Staufen AG ist der Unfallverursacher von Effingen AG. Leser-Reporter A.M. war vor Ort: «Der Unfallverursacher versuchte zu flüchten. Bauarbeiter hielten ihn zurück.» Schwerer Auffahrunfall vor dem Bözbergtunnel bei Effingen AG. Ein weisser SUV raste von hinten in den roten Personenwagen und schob diesen in einen Lastwagen. Im roten Auto hätten mehrere Personen gesessen, sagt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau. Für sie kam jede Hilfe zu spät. «Das Auto wurde buchstäblich zerquetscht», sagt Bernhard Graser über das Fahrzeug, das in den LKW geschoben wurde. Für die Betroffenen kam jede Hilfe zu spät. Der Unfallverursacher blieb unverletzt. Vor dem Bözbergtunnel kam es am Mittwoch zu einem Unfall. Wie Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, zu 20 Minuten sagt, muss von mehreren Toten ausgegangen werden. «Es liegt eine spezielle Situation vor. Das betroffene Auto wurde massiv zerquetscht. Wir wissen, dass im Auto mehrere Leute drin sind, aber können noch nicht sagen, wie viele.» Dass es keine Überlebenden gibt, sei durch die vorliegende Situation von Anfang an klar gewesen. Das Auto werde nun auf einen Werkhof gebracht: «Dort wird sich die fatale Situation dann zeigen.» Laut der Polizei war der Überholstreifen vor dem Tunnel wegen einer Baustelle gesperrt. Derzeit gehe man davon aus, dass der Porschefahrer dies zu spät bemerkt habe und mit hoher Geschwindigkeit auf den roten Personenwagen auf der Normalspur aufgefahren sei. Der Unfall ereignete sich auf der A3 vor dem Nordportal des Bözbergtunnels. Der Verkehr in Richtung Zürich wird umgeleitet. Infolge des Unfalls kommt es zu massivem Stau. Infolge des Unfalls kommt es zu massivem Stau. Der Verkehr in Richtung Zürich wird beim Anschluss Frick von der Autobahn ab- und auf die Kantonsstrasse umgeleitet. Unfallstelle vor dem Bözbergtunnel bei Effingen AG. Der weisse Porsche wird zum Abtransport auf einen Lastwagen gehoben. Nachdem die Unfallautos abtransportiert wurden, blieben Teile des Autowracks auf der Fahrbahn liegen. Autoteile liegen auf der Fahrbahn. Die Unfallstelle, nachdem die Wracks fortgebracht wurden. Ein Mitarbeiter der Kantonspolizei Aargau nimmt Beweise auf. Die Unfallstelle kurz vor dem nördlichen Tunneleingang des Bözbergtunnels. Der hintere LKW sei glücklicherweise nicht in die Kollision involviert gewesen.

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Die Basler Aleviten trauern: Drei Mitglieder der Gemeinschaft haben beim Horror-Crash am Mittwoch bei Effingen AG ihr Leben verloren. Bei den Opfern handelt es sich um das Ehepaar N. E.* (55) und E. E.* (64) sowie B. K.* (42). Letzterer soll den roten Peugeot gefahren haben, als der Porschefahrer S. B.* (45) das Auto in einen Lastwagen drängte.

Familie E. und K. stammen aus Doganpinar in der türkischen Provinz Dersim und sind eng miteinander verwandt. Am Donnerstag wurde beim Alevitischen Kulturzentrum beider Basel ein privater Trauerempfang abgehalten. Weit über 100 Trauernde kamen, um den Familien ihre Anteilnahme bei Schwarztee und Halva (Anm. d. Red.: Eine Süssspeise) mitzuteilen. 20 Minuten durfte dabei sein.

E. als Brückenbauer zwischen den Kulturen

Beim Tee sprachen Nahestehende mit 20 Minuten über die Opfer. So etwa Kemal Avyüzen. Er arbeitete 17 Jahre lang mit dem 64-jährigen E. zusammen im Coop Oberwil BL. «Er wäre im Juli nächstes Jahr pensioniert worden», sagt er. Seit 40 Jahren seien die beiden Familien befreundet. E. war denn auch Götti seines Sohnes Deniz. «Er war ein sehr pflichtbewusster, sozialer und grossherziger Mensch», sagt der 21-Jährige. «Er war human in jedem Sinn und auch ein Brückenbauer zwischen den Kulturen.»

E. lebte seit Jahrzehnten in Oberwil, wo er schon seit den 1980er-Jahren arbeitete. Einst beim Discounter Waro und nach dessen Übernahme 1989 bei Coop. Freunde beschreiben ihn denn auch als sehr loyalen Menschen.

Kinder hinterlassen

Der 42-jährige B. K. war wie das Ehepaar E. in der alevitischen Community ebenfalls sehr stark verankert. Sein Vater ist ein Mitgründer des Alevitischen Kulturzentrums beider Basel, wo die Trauerfamilien am Donnerstag Verwandte und Freunde empfingen, und amtet dort auch als Gebetsführer.

Sein Sohn B. war ein passionierter Fussballer und stand dem SC Münchenstein nahe, der aufgrund der Tragödie seinen für Samstag geplanten Jahresanlass verschoben hat. Der Sprecher der Alevitischen Gemeinschaft Basel Hasan Kanber beschreibt K. als «offenen und kommunikativen Menschen». K. hinterlässt eine Ehefrau und Tochter, das Ehepaar E. hinterlässt zwei Söhne, eine Tochter und einen Enkel.

Die Leichname sollen baldmöglichst in die Türkei überführt werden. Wann die Beerdigung stattfindet, ist unklar. Die Opfer seien noch nicht freigegeben worden. Am Donnerstagnachmittag waren die Angehörigen bei der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach, die die Ermittlungen im Fall führt.

*Namen der Redaktion bekannt

(qll/lha)