Basel

11. April 2018 11:57; Akt: 11.04.2018 15:41 Print

Schweizer Premiere für Elektro-Car-Sharing

Catch a Car baut in Basel eine Flotte von 30 Elektroautos auf. Die Stadt liess elf öffentliche Elektrotankstellen aufstellen und ist damit Schweizer Vorreiterin.

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Am Mittwochmorgen rollten die ersten vollelektrischen Catchcars bei der Basler St. Jakobshalle vom Lastwagen. Der Free-Floating Carsharing Dienst Catch a Car wird bis im Herbst 20 Prozent seiner Basler Flotte auf Elektroantrieb umstellen. Das entspricht 30 Autos. Die städtischen Industriellen Werke (IWB) stellten im Auftrag des Kantons elf Elektrotankstellen auf. Basel nimmt damit in Sachen nachhaltiger Mobilität erneut eine Vorreiterolle in der Schweiz ein.

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Ausser Basel wage keine andere Stadt, eine solche Infrastruktur aufzubauen, sagt Catch-a-Car-CEO René Maeder. Schon vor vier Jahren erlaubte Basel als erste Stadt der Schweiz das Free-Floating-Modell von Catch a Car. Dabei muss das Auto nicht an einem bestimmten Ort in der Stadt abgestellt werden, Benutzer können damit also auch Einwegfahrten zurücklegen.

Stadt verdient mit an Catch-Cars

Im Prinzip genau gleich, wie die O-Bikes in Zürich, die dort vor allem für negative Schlagzeilen sorgten. Mit einem entscheidenden Unterschied, wie der CEO von Catch a Car René Maeder erklärt: «Wir bezahlen der Stadt für jedes Fahrzeug eine Gebühr. Alles passiert in enger Absprache mit den Behörden.»

Konkret: In Basel wird für jeden Catch-Car eine Jahresgebühr von 590 Franken entrichtet, damit wird auch eine Parkkarte abgegolten, die in der ganzen Stadt gültig ist. Das Geschäft lohnt sich für Catch a Car trotzdem. «Ein geteiltes Auto ist besser ausgelastet», sagt Maeder. Das ist per se ökologischer. «Ein Catch-Car ersetzt vier Privatautos», sagt er mit Verweis auf eine Studie der ETH Zürich, die den Start von Catch a Car in Basel vor vier Jahren begleitete.

Bescheidene Reichweite ist kein Problem

Und jetzt rollen die ersten vollelektrischen Catch-Cars auf Basels Strassen. Das Modell, das Carsharing-Unternehmen setzt auf den VW e-up, hat eine Reichweite von 160 Kilometern. Für die Bedürfnisse der Kunden sei dies ausreichend, versichert Maeder. «Unsere Benutzer fahren typischerweise kurze Strecken und nur einen Weg. Eine Reichweite von 160 Kilometern reicht dann für bis zu zehn Fahrten.»

Kommt hinzu, dass die Fahrzeuge gewartet werden. Personal von Catch a Car stellt Aufladung der Batterien sicher und parkiert die Autos auch wieder dort, wo sie gebraucht werden. Zum Beispiel am Bahnhof oder am Flughafen, wo Catch a Car ein festes Kontingent an Parkplätzen gemietet hat. «Die Präsenz an Orten, wo wir maximale Pendlerströme haben, ist wichtig», erklärt Maeder.

Expansion in ganze Schweiz geplant

Catch a Car ist vorderhand nur in Basel und Genf aktiv. Das Car-Sharing-Unternehmen möchte langfristig aber in den zehn grössten Agglomerationen der Schweiz präsent sein. In Basel und Genf nutzen mittlerweile 10'000 Mitglieder Catch a Car. In Basel werden inklusive der 30 Elektroautos bis im Herbst 150 Catch-Cars unterwegs sein.

Ein Fan des Angebots ist auch der Basler Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels (SP). «Catch a Car hat die Bedürfnisse der Stadtbevölkerung erkannt und trägt damit wesentlich zur Entlastung der Strassen, Parkplätze und zur Lärmreduktion in Basel-Stadt bei.»

(lha)