Exhibitionist vor Gericht

27. Mai 2019 11:04; Akt: 27.05.2019 11:24 Print

Mann onaniert im Zugabteil vor Mädchen

Im Zug, im Tram und sogar im Kino schreckte ein notorischer Exhibitionist Mädchen und junge Frauen, indem er vor ihren Augen onanierte. Jetzt steht er in Basel vor Gericht.

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Zwei Dutzend Fälle von Exhibitionismus, sexueller Nötigung oder gar sexuellen Handlungen mit Kindern listet die Anklage gegen den Baselbieter, der sich am Montag vor dem Basler Strafgericht verantworten muss. Der 44-Jährige schreckte über den Zeitraum von knapp anderthalb Jahren mindestens 24 junge Frauen und Mädchen, in dem er vor ihren Augen onanierte. Dabei ging der Exhibitionist besonders dreist vor.

So suchte er seine Opfer gezielt aus, in mehreren Fällen im Zug. Meist beobachtete er die Mädchen oder jungen Frauen bereits am Bahnhof SBB in Basel und setzte sich nachher im Zug zu ihnen ins Abteil. So beispielsweise im Feburar 2015 im Interregio nach Zürich: Er erkundigte sich bei einer Gruppe Mädchen im Teenager-Alter, ob das gegenüberliegende Abteil noch frei sei – dann setzte er sich hin und entblösste seinen Penis. «Nachdem die jungen Frauen auf das Treiben aufmerksam geworden waren, verliessen sie entsetzt kreischend das Abteil», heisst es in der Anklageschrift.

Im Kino unbegleitete, junge Mädchen gesucht

In einem anderen Fall im März 2015 ging er nachmittags ins Kino Pathé Küchlin, wo er scheinbar wahllos durch die Kinosäle streifte, um nach minderjährigen Mädchen ohne Begleitung Erwachsener zu suchen. In der Vorstellung von «Spongebob Schwammkopf» wurde er fündig. Er setzte sich neben ein damals 10-jähriges Mädchen und begann, sie am Oberschenkel zu betatschen. Er liess erst von ihr ab, als sie ihn wiederholt bat, wegzugehen. Nach dem Vorfall verliess das Mädchen vor Angst und Panik zitternd das Kino, wo es von seiner Mutter in Empfang genommen wurde.

Der Exhibitionist achtete bei seinen Taten stets darauf, dass seine Opfer in die sexuelle Handlung miteinbezogen wurden, indem er ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Er sprach sie an, starrte sie an oder suchte körperlichen Kontakt.

Schon mehrfach in Gewahrsam

Der 44-jährige war schon wiederholt in Gewahrsam. Die Polizei hielt ihn zwischen März 2015 und Mai 2016 insgesamt sechs Mal fest, mehrfach blieb er mehrere Tage bis Monate in Untersuchungshaft. Im September 2016 wurden bereits eine ambulante Therapie angeordnet und auch ein Kontakt- und Annäherungsverbot zu Kindern unter 16 Jahren verfügt.

Die Staatsanwaltschaft stellt ihren Strafantrag im Rahmen der Hauptverhandlung vor dem Dreiergericht. Das Urteil wird am Dienstag erwartet.

(lha)