Freundin des Opfers

24. November 2011 05:38; Akt: 30.01.2012 21:35 Print

«Er schoss ihr ins Gesicht, nur weil sie lachte»

von Felix Burch - Eine 16-Jährige erhielt in einem Basler Tattoo-Studio eine Kugel ins Gesicht. Ihre beste Freundin musste alles mit ansehen. Jetzt erzählt sie erstmals, was wirklich geschah.

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Es war nicht das erste Mal, dass sich Jenni* (18) und Lea* (16) mit Pablo* (23) im Tattoo- und Piercing-Studio Cadaphy an der Feldbergstrasse in Basel zum «Chillen» verabredeten. «Wir kamen rein und tranken etwas im Hinterzimmer, nebst Pablo waren noch drei weitere Jungs da», beginnt Jenni, die beste Freundin von Opfer Lea, zu erzählen. Rasch sei ihnen eine Pistole auf dem Tisch aufgefallen, ausserdem sei Pablo irgendwie anders als sonst gewesen. «Aggressiver als ich ihn kenne», sagt die 18-Jährige im Gespräch.

Die Mädchen hatten Angst, wollten sofort wieder gehen. Doch die Freundinnen blieben – dies auch, weil der Angolaner Pablo sie bedrohte, sobald sie etwas «Falsches» machten. «Er hielt mir immer wieder die Waffe an den Kopf und an die Brust und sagte: ‹Wenn du gehst, knall ich dich ab›», so Jenni. Irgendwann dann holte der 23-Jährige Patronen aus seinem Hosensack und lud die Waffe.

«Ich kriege die Bilder nicht mehr aus meinem Kopf»

Er ging in den Nebenraum und kam zurück, als die beiden Mädchen am Lachen waren. «Plötzlich zog er die Pistole, zielte auf Lea und schrie ‹Halt die Fresse!›». Dann drückte er ab. «Ich sah, wie die Kugel über Leas Mund eindrang und dann durch die Schläfe den Kopf wieder verliess», beschreibt Jenni ihre schlimmsten Minuten. Es sei alles voller Blut gewesen. «Diese Bilder kriege ich nicht mehr aus dem Kopf.» Jenni verkroch sich in eine Ecke, hielt sich die Hände über den Kopf und betete – zum ersten Mal in ihrem Leben, wie sie sagt.

Pablo habe ihr nach der Tat noch gedroht, er erschiesse sie, wenn sie etwas erzähle; dann seien er und seine drei Kollegen aus dem Tattoo-Studio gerannt. Jenni hielt ihre schwer verletzte Freundin im Arm und alarmierte die Polizei sowie die Ambulanz.

Jenni darf nicht zu ihrer Freundin ins Spital

Vier Nächte sind seither vergangen, Nächte mit Albträumen. «Das Schlimmste ist, dass ich von der halben Stadt als Täterin verdächtigt, ja sogar belästigt werde», so Jenni. Dabei sei sie doch als Einzige bei Lea geblieben nach der Tat.

Jennis grösster Wunsch ist nun, dass sie raschmöglichst zu ihrer Freundin ins Spital darf. Diese ist laut der Staatsanwaltschaft immer noch nicht ansprechbar, liegt im Koma. «Ich hoffe so sehr, dass sie bald wieder gesund wird und keine Schäden davonträgt.»

Der 23-Jährige in der Region Basel wohnende Angolaner wurde am Montag von der Polizei festgenommen.

*Namen der Redaktion bekannt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stella am 24.11.2011 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sprachlos

    Ich bin sprachlos.Erschreckend wie tief die Hemmschwelle ist..ich wünsche den 2 Mädels viel Kraft!

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  • ann-lily am 24.11.2011 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    das erste mal agressiv/gewalttätig....

    es gibt immer drei seiten einer geschichte, die von der einen person, die von der anderen Person und die Wahrheit. ich denke nicht, dass dieser typ das erste mal agressiv/gewalttätig war, vielleicht das erste mal gegenüber diesen mädchen aber bestimmt nicht das erste mal. mir ist egal von wo er herkommt und wie er aussieht, er hat eine gewalttat, ein verbrechen begannen und dies muss hart bestraft werden. aber wahrscheindlich waren drogen im spiel (ziemlich sicher), eine schlimme kindheit und jugend, etc. und deshalb wird er auf freiem fuss weiterleben können...

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  • andy444 am 24.11.2011 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Die Welt ist bescheuert....

    Ganz schön happig, was sich da etliche Kommentargeber erlauben: Nach welchem Rap wird gefragt oder ob Dumm sich mit Dumm gesellt usw. Einfach nur erschreckend! Kein Wort teilweise darüber, was dieser Extremverbrecher einem jungen Menschen angetan hat. Stattdessen Abhandlungen über Banalitäten! Wo ist hier der Aufschrei? Ob Eltern oder andere Mitverantwortung tragen, ist hier doch zunächst mal sekundär! Der Vorgang ist dermassen schrecklich, dass ich nur noch staunen kann über Leute mit vermutlichem Hang zu Mörderspielen, dass realer Schrecken kein Platz mehr findet! Gute Besserung an alle!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tinu am 07.12.2011 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Bleibt noch eine Frage:

    Wenn dieses Mädchen diesen Kopfschuss überlebt, was ich ja schwer hoffe, was hat den der für ein Kaliber gehabt? Also bei einem Kopfschuss mit einer 9mm wäre sie ziemlich sicher tot! Muss wohl was kleineres gewesen sein, eine 7.65mm Browning vielleicht oder eine .22? Oder er hat nicht gut getroffen, aber die muss ja unglaubliches Glück im Unglück gehabt haben, dass sie nicht gestorben ist!?

  • Christoph von Nazareth am 28.11.2011 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustiz

    Warte mit Spannung auf das Urteil gegen diesen Typen. Wahrscheinlich hatte er eine schwere Kindheit und wird therapiert...

  • Hans Satt am 27.11.2011 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetze

    Ausschaffen, Gesetze durchsetzen? Die verschärfung des Waffengesetzes hat mit diesem Fall ja auch kläglich versagt. An eine Waffe zu kommen ist in der Schweiz so einfach wie am Kiosk eine Tafel Schokolade kaufen. Das ständige schaffen und erlassen neuer Gesetze ist bloss noch eine heuchelei.

  • Diego Stutz am 25.11.2011 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Beste Freundin?Hallo

    Die beste Freundin? ist meiner Meinung nicht ganz sauber!Was nimmt sie eine 16jährige in so einem Lokal,mit solchen Menschen. Sie ist 18,nicht nur erwachsen sein wollen,auch Verantwortung übernehmen!

    • besserwisser. am 25.11.2011 23:07 Report Diesen Beitrag melden

      sicher nicht.

      die zahl 18 bedeutet nicht erwachsen sein und sofort verantwortung übenehmen können. mit 18 ist man selbst noch ein halbes kind.

    • A. R. Schimmel am 26.11.2011 11:04 Report Diesen Beitrag melden

      Einmal mehr

      Nun, es zeigt einmal mehr exemplarisch, dass 18-Jährige nicht erwachsen sind. Warum also haben sie Stimm- und Wahlrecht, wenn sie ja doch nicht wissen, was sie tun???

    • jk us sp westseid am 26.11.2011 13:33 Report Diesen Beitrag melden

      anderer meinung

      Ich denke es ist sehr gut das jugendliche auch abstimmen dürfen weil sonst macht ja garniemand mehr etwas in der politik aber um das geht es gar nicht

    • Nochbesser Wisser am 26.11.2011 20:16 Report Diesen Beitrag melden

      Entweder

      man ist mit 18 langsam erwachsen und darf politische Rechte ausüben oder man wird es vermutlich nie. @besserwisser: das ist die typische Haltung von Eltern, die ihrem Nachwuchs kein Verantwortungsbewusstsein beibringen. Wer mit 18 noch ein "halbes Kind" ist, wird auch mit 30 noch eines sein.

    • blub blabl am 07.12.2011 11:55 Report Diesen Beitrag melden

      tatsache

      die häflte der schweizer bevölkerung ist mit 30 noch nicht erwachsen...

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  • Michael am 25.11.2011 20:03 Report Diesen Beitrag melden

    AUSWEISEN - sofort

    Warum werden solche Idioten nicht sofort des Landes verwiesen??!!! Wir haben schliesslich über diese Massname abgestimmt und angenommen.

    • Markus Kriens am 27.11.2011 15:48 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig!

      Richtig, Wenn wir mehr zusammenstehen würden ein solches Problem schneller lösen können!

    • anonym am 27.11.2011 18:36 Report Diesen Beitrag melden

      Kinder

      Schon mal gedacht dass er auch 2 Kinder hat? Dass mit dem Ausweisen ist nicht immer gut..

    • sandra muli am 27.11.2011 21:10 Report Diesen Beitrag melden

      nein

      ja stimmt

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