Bluttat in Basel

25. März 2019 09:40; Akt: 25.03.2019 09:40 Print

«Schmerz hat alle Bürger der Schweiz vereint»

Die Trauer über den Tod des 7-jährigen Schülers ist gross. Laut der Familie war Ilias M.* zur falschen Zeit am falschen Ort. Rassistische Hintergründe schliesst sie aus.

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«Er lässt uns traurig und in ewiger Erinnerung an ihn zurück», schreibt die Familie in der Todesanzeige. Beigesetzt wurde das Opfer im Rahmen des Mittaggebets am Samstag um 12 Uhr. Die Beerdigung fand in der Stadt Gjilan im Kosovo statt. Laut einem Trauergast haben sich rund 500 Trauernde vom Opfer verabschiedet. «Alle weinten und waren sehr traurig.» «Ich habe noch nie eine so traurige und emotionale Beerdigung erlebt», sagte eine Teilnehmerin. Laut Jetmira Avdili, einer karitativen Helferin aus Solothurn, musste die Familie teure Tickets bezahlen. Ein Post ruft zum Spenden auf. Jetmira Avdili, eine karitative Helferin aus Solothurn, arbeitet für die Organisation Only Ten For a Better World. Der 7-jährige Schüler befand sich auf dem Heimweg von der Schule, als er erstochen wurde. Er wurde am Donnerstag auf offener Strasse auf brutale Art und Weise getötet. Der 7-jährige I.M. wurde von einer Frau niedergestochen. «Es geht uns ganz schlecht», sagt seine Mutter einen Tag nach der Tat. Emi Salahi hat via Facebbok für Samstag zum Trauermarsch für den getöteten 7-jährigen I.M. aufgerufen. «Ich hatte in den Medien über die schreckliche Tat erfahren und war so erschüttert, dass ich irgendwie helfen wollte», sagt er. Der Marsch soll am Samstag in Basel um 14 Uhr beginnen. «Ich würde gern mit den Teilnehmern vom Schulhaus Gotthelf zum Tatort am St. Galler Ring laufen und dort Kerzen anzünden und Blumen niederlegen», erklärt Salahi. Einen Tag nach der unbegreiflichen Bluttat ist der Tatort am St. Galler-Ring mit Blumen und Trauerbekundungen übersät. Beim St. Galler-Ring in Basel wurde am Donnerstag ein 7-jähriger Bub erstochen. Am Freitagmorgen legen Menschen am Tatort Blumen nieder. Die Trauer um das Opfer eines Messer-Angriffs ist am Morgen nach der Tat gross. Auch Schulkinder trauern um den 7-Jährigen, der von einer 75-jährigen Schweizerin erstochen worden sein soll. Die Trauer um das Opfer eines Messer-Angriffs ist am Morgen nach der Tat gross. Am Freitagmorgen markiert die Polizei vor dem Schulhaus Präsenz. Die 75-jährige Frau hatte sich am Donnerstagabend der Polizei gestellt und angegeben, den Jungen angegriffen zu haben. Bei dem getöteten handelt es sich um einen Kosovo-Albaner. Der Schüler wurde auf offener Strasse getötet. Kurz darauf stellte sich eine 75-Jährige Schweizerin der Polizei. Die Klassenlehrerin fand den Buben, der schwere Verletzungen im Halsbereich aufwies. Die 75-Jährige griff den 7-Jährigen in der Nähe des Gotthelf-Schulhauses an. Der 7-Jährige wurde notfallmässig ins Spital eingeliefert, erlag aber seinen schweren Verletzungen. Die Frau meldete sich bei der Polizei. Am Tatort werden Blumen niedergelegt. Blumen und Kerzen am Tatort. Auch Schulkinder legen Blumen nieder. Weshalb es zur Bluttat kam, ist noch völlig unklar. «Wir sind sehr darauf angewiesen, dass sich Zeugen bei uns melden», sagt die Polizei und die Basler Staatsanwaltschaft.

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Der siebenjährige Ilias M.* wurde am Donnerstag von einer 75-jährigen Frau niedergestochen. Der Fall schlug hohe Wellen. Wie gross die Anteilnahme ist, zeigte unter anderem der Trauermarsch vom Samstag, an dem mehrere Tausend Menschen teilnahmen. Die Trauer ist auch auf Social Media allgegenwärtig. Familienangehörige, Politiker, Musiker, Influencer und weitere Betroffene bekunden ihr Beileid.

Da der Schüler laut dem kosovarischen Konsulat in Zürich eine kosovarische Staatsbürgerschaft hatte, gab der kosovarische Aussenminister Behgjet Pacolli dem Konsulat die Anordnung, der Familie beizustehen. So besuchte Visar Rrecaj, stellvertretender Leiter des kosovarischen Konsulats in Zürich, die betroffene Familie am Freitag in Basel. «In ihrer tiefsten Trauer hat sie mich dennoch empfangen. Neben den Eltern waren auch viele andere Familienangehörige da, um sie zu unterstützen. Im Gespräch erklärten mir die Eltern, dass sie nie mit jemandem Ärger gehabt hätten und somit einen Racheakt auszuschliessen sei. Auch rassistische Hintergründe schlossen sie aus. Für die Familie steht fest: Ihr Sohn war schlicht zur falschen Zeit am falschen Ort.» Weiter habe die Familie angegeben, dass Ilias «ein ruhiges und zufriedenes Kind, ein wahrer Engel, gewesen» sei.

Präsident äussert sich

Obwohl er seit drei Jahren für das Konsulat tätig sei und verschiedene Fälle begleitet habe, sei dieser anders: «Die Familie weinte, ich weinte. Dieser Fall hat mein Herz berührt. Ich werde diesen Fall, solange ich lebe, nie vergessen können.» Er sei selbst Vater von drei Kindern. «Ich wünsche keinem – egal, welcher Nationalität – dass er so etwas erlebt. Ich stehe immer noch unter Schock.» Im Namen des Konsulats und der Republik Kosovo habe er der Familie jegliche Unterstützung zugesagt. Diese sei sehr dankbar gewesen.

Auch sein Chef, Islam Spahija, erklärte: «Es ist ein tragisches Ereignis. Der Schmerz hat alle Bürger der Schweiz vereint.» Auch der kosovarische Präsident, Hashim Thaci, meldete sich am Freitag zu Wort. Die Tat habe ganz Kosovo und die Schweiz erschüttert. «In diesen schweren Stunden teile ich den Schmerz der Familie M. Ganz Kosovo und die ganze Schweiz werden für ihn beten.»

«In jedem freudigen Moment wird jemand fehlen»

Auf Facebook drücken auch verschiedene Familienangehörige ihren Schmerz aus. So schreibt ein Onkel: «Ach mein Neffe, schlimmere Nachrichten als heute hat dein Onkel bisher nicht erhalten. So Gott will, hat er dich zu den Blumen im Paradies gebracht. Mein Liebster, meine Seele.» In einem weiteren Post folgt ein Gedicht. So heisst es etwa: «In jedem freudigen Moment wird jemand fehlen. Und mit Tränen in den Augen denke ich daran, dass du nicht mehr lebst.»

Eine Tante schreibt: «Diese schreckliche Tat, bei der Ilias sein Leben verlor, hat uns alle schockiert. Ruhe in Frieden, Tantes Engel, Licht des Paradieses.»

*Name der Redaktion bekannt

(qll)