Sexaffäre in Pratteln

18. November 2014 06:00; Akt: 18.11.2014 14:17 Print

«Er wollte mit seiner Lehrerin zusammen sein»

Die Lehrerin, die mit einem Schüler (17) eine sexuelle Beziehung geführt haben soll, hat sich laut Schülern entschuldigt. Die Affäre habe im Sommer begonnen.

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An der Sekundarschule Erlimatt wurde eine Lehrerin wegen Sex mit einem Schüler angezeigt. (Bild: Dominique Artacho)

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Seit Sonntag ist bekannt, dass die rund 50 Jahre alte Lehrerin Karin M.* der Sekundarschule Erlimatt in Pratteln eine sexuelle Beziehung mit ihrem ehemaligen Schüler Ralf T.* (17) gehabt haben soll. Wie die Schulleitung am Montag in einer Medienmitteilung bekannt gab, wurde Karin M. letzte Woche wegen Verdachts auf sexuelle Handlungen mit einem ihr anvertrauten Schülern angezeigt.

Karin M. wird laut Schulleiter Hänggi der weitere Unterricht gestattet, da bis zum definitiven Gerichtsbeschluss die Unschuldsvermutung und der Persönlichkeitsschutz der betroffenen Person gilt. Weitere Auskünfte wurden bisher verweigert – doch nun spricht eine Bekannte von Ralf T.

«Es war eine Sommer-Affäre»

Die Bekannte des mittlerweile 18-Jährigen ist selbst Schülerin der Sekundarschule Erlimatt und kennt Karin M. Sie erfuhr aus erster Hand von der Beziehung zwischen ihrer Lehrerin und Ralf T. «Sie hatten eine Affäre im letzten Sommer», erzählt die junge Schülerin.

Das Interesse beruhte auf beiden Seiten: «Ralf T. wollte mit ihr zusammen sein, er wurde nicht dazu gezwungen», so die Schülerin. Trotzdem beging die Lehrerin damit eine Straftat. Laut mehreren Jugendlichen hat sich Karin M. bei einigen ihrer Schüler persönlich für ihr Fehlverhalten entschuldigt. «Sie bereut ihren Fehler sehr», sagt die Bekannte von Ralf T.

Lehrerin kommt gut an

«Karin M. ist super. Sie ist eine der besten Lehrerinnen an dieser Schule», schwärmte am Montag eine Gruppe junger Schüler vor dem Schulhaus Erlimatt. Die attraktive und junggebliebene Lehrerin unterrichtet seit mehreren Jahren an der Sekundarschule und kommt gut an. Laut übereinstimmender Aussagen von Schülern gilt sie als hilfsbereite und verständnisvolle Person.

«Womöglich hat die trendige und immer gut gekleidete Blondine Ralf den Kopf verdreht», sagt eine Schülerin. Umgekehrt könnte aber auch der Schüler, der laut Angaben vieler Mädchen «mega härzig» sei, es Karin M. angetan haben. Auf die Frage, ob die beiden eine Liebesaffäre hatten, wollten weder Karin M. noch Ralf T. auf Anfrage von 20 Minuten Auskunft geben.

Liebe hin oder her, vor dem Gesetz sind Erwachsenen sexuelle Kontakte mit unter 18-Jährigen verboten, wenn zu diesen eine pädagogische Abhängigkeit besteht. Wer trotzdem sexuelle Handlungen mit Minderjährigen vornimmt und deren Abhängigkeit ausnützt, kann gemäss Strafgesetzbuch bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe erhalten.

*Namen geändert

(da)