Trockenheitsschäden

05. Juli 2019 21:46; Akt: 05.07.2019 21:46 Print

«Erhöhte Risiken bestehen in fast allen Wäldern»

Der trockene Sommer 2018 hat in vielen Wäldern bleibende Schäden hinterlassen. Man müsse sich daran gewöhnen, dass der Besuch im Wald gefährlicher werde, sagt ein Experte.

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Der Wald verspricht an heissen Tagen Schatten und ein kühleres Mikroklima. Allerdings leidet er auch zunehmend unter den Sommermonaten. Die ausserordentliche Trockenheit letztes Jahr hat in beiden Basel vielerorts bleibende Schäden hinterlassen. Gemäss neusten Zahlen, die dem Amt für Wald beider Kantone vorliegen, sind Streuschäden auf mehr als 20 Prozent der Waldfläche festgestellt worden. Besonders stark betroffene Waldgebiete mussten deshalb sogar gesperrt werden.

Wegen der anhaltenden Trockenheit wird es wohl bald noch mehr Sperrzonen geben. In Diskussion stünden Waldgebiete in Reinach und im Raum Bubendorf, sagt Ueli Meier, Leiter des Amts für Wald beider Basel auf Anfrage. In einer am Freitag versandten Mitteilung wird grundsätzlich gewarnt: «Erhöhte Risiken bestehen derzeit in fast allen Wäldern der beiden Basel.»

Forstbetriebe am Limit

«Wir wollen keine Panik verbreiten», relativiert Meier. Von einer Waldkatastrophe, wie etwa in der jurassischen Ajoie, könne noch keine Rede sein. Fakt ist allerdings: «Man muss sich daran gewöhnen, dass man nicht mehr überall unbesorgt im Wald unterwegs sein kann», so Meier.

Eine rasche Entspannung der Situation ist nicht zuletzt wegen der aktuellen Wetterlage nicht in Sicht. Allerdings auch, weil die Forstbetriebe nur über beschränkte Ressourcen verfügen und die notwendigen Sicherheitsmassnahmen nicht überall gleichzeitig vorgenommen werden könnten, heisst es. Gesperrte Waldgebiete seien darum konsequent zu meiden, mahnt das Amt für Wald. Auch temporäre Schliessungen gelte es zu respektieren.

Hitzeopfer Buche

Am stärksten unter der Trockenheit gelitten hat die Buche. Aber auch andere Laubbäume wie die Eiche, Esche oder der Ahorn sind vereinzelt abgestorben. Betroffen sind vor allem ältere Bäume, indes trifft es bei den Nadelbäumen auch jüngere Gewächse. Das Absterben bei den Nadelhölzern gehe meist einher mit einem Befall durch Borkenkäfer. Bei Buchen und Fichten ist es laut Meier fraglich, ob sie langfristig in besonders betroffenen Gebieten wie dem Hardwald überhaupt noch bestehen können.

Mittlerweile wurde eine Task-Force eingesetzt, die das Amt bei der Erarbeitung eines Wiederherstellungsprogramms für den gebeutelten Wald in der Region Basel unterstützen soll. Es ist gut möglich, dass der Artenmix in den heimischen Wäldern künftig anders sein wird. Man müsse sich jetzt überlegen, welche Baumarten langfristig geeignet seien, so Meier. Eine sorgfältige Evaluation brauche aber Zeit.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • XXXX am 05.07.2019 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    UNVERSTÄNDLICH.. ACHTUNG

    ALSO BITTE BITTE keine 1. AUGUST Feuerwerke. Viel zu gefährlich sollte mit Abstand JEDER verstehen. Alles andere wäre unverantwortlich

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  • buchwald am 06.07.2019 06:30 Report Diesen Beitrag melden

    Trockenheit

    Bei uns im Oberwiggerthal (Kt Lu) sterben vorwiegend die Weisstannen wegen der Trockenheit und die Fichten, die durch den Regenmangel geschwächt sind durch den Borkenkäfer. Der Buche geht es etwas besser. Der Borkenkäfer geht am häufigsten in die Fichten. Die Fichten wurden in den letzten 100 Jahren im Unterland als wirtschaftlicher Baum gefördert. Ursprünglich stammt dieser Nadelbaum aus höheren Lagen (bis 1800 Meter über Meer) wo sich der Borkenkäfer pro Jahr höchsten eine Generation vermehren kann. In tiefen Lagen sind es bis zu drei. Das wirtschaftlich Denken des Menschen rächt sich.

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  • P.B. am 05.07.2019 23:10 Report Diesen Beitrag melden

    So eine heuchlerische Bande...

    ... wenn ich an das heutige Feuerwerk am Zürifest denke und das Gestreike wegen CO2 und das Getue von Greta Thunfisch und ihre Anhänger.. also who cares?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jody peredisa am 06.07.2019 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Viele Fragen

    Und wieder Klimagejammer. Sind wir hier beim Sprachrohr der Grünen und Linken? Tamedia ... Ach so ... Ja in dem Fall. Immer nur Angst machen und Unruhe säen. Oder wie haben die Wälder die früheren Trockenperioden überstanden. Damals sogar durchs Waldsterben geschwächt.

  • Sandro am 06.07.2019 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Wird an der Zeit Oliven-, Zitrus-, Feigenbäume sowie Kakten zu pflanzen..

    • tjt am 06.07.2019 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sandro

      Mein Feigenbaum gedeiht prächtig und die Feigen, natürlich bio, sind so gut wie aus dem Süden.

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  • M.G. am 06.07.2019 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Veränderte Jahresniederschläge

    Das lässt sich aus Daten der letzten 50 Jahre exakt dokumentieren. Der frühere mehrtägige Landregen ist verschwunden. Die Jahresniederschlagsmenge geht jetzt während weniger Starkregenereignisse innerhalb eines Jahres nieder. Der langandauernde Landregen war aber wichtig für die Natur, die relativ geringe Menge pro Stunde gab dem Boden genug Zeit das Wasser aufzunehmen und zu speichern. Heute ist bei einem Starkregen die oberste Bodenschicht schnell mit Wasser gesättigt und alles was danach an Regen fällt fliesst oberirdisch ab anstatt langsam zu versickern.

  • lara am 06.07.2019 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Gezicke

    Wenn ich die Giftigen komentare Lese macht mir das mehr sorgen..Das Hitze Hormon wider am Werk?

  • Ruedi am 06.07.2019 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klima

    Klimawandel Klimakatastrophe Klima Klima Klima hier ist sicher auch der Klimawandel schuld .Mann hört nichts anderes , dabei bin ich letztlich mit dem Rad voll in einen Baum gefahren , der seit dem grossen Waldsterben eigentlich gar nicht mehr da sein sollte.

    • Frosch am 06.07.2019 16:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Ruedi

      Es ist eben Wahlkampf, man redet nur über drei Themen, Klima, Klima, Frauen! Früher war alles besser, da redete man sogar über die Klimaerwärmung!

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