Neues Augeninstitut für Basel

15. Dezember 2017 19:02; Akt: 15.12.2017 19:08 Print

«Erste Ansätze gegen Blindheit sind da»

Erblindeten Menschen die Sehkraft zurückgeben: Das ist das Ziel eines neuen Forschungsinstituts für Augenkrankheiten, das nächstes Jahr in Basel seinen Betrieb aufnimmt.

Was bedeutet das neue Augeninstitut für die Medizin und für Basel? (Video: daf)
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200 Millionen Franken – so viel Geld wird in den nächsten zehn Jahren ins neue Augeninstitut in Basel fliessen. Die Hälfte davon kommt von Novartis. Gründer des Instituts für molekulare und klinische Ophthalmologie Basel (IOB) sind denn auch der Pharmagigant sowie das Universitätsspital Basel und die Universität Basel.

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Novartis stellt für das IOB für die ersten zehn Jahre insgesamt maximal 100 Millionen Franken zur Verfügung. Für die andere Hälfte kommen die beiden anderen Gründungspartner sowie der Kanton Basel-Stadt auf. Auf das Unispital entfallen fünf Jahre nach der Gründung jährlich drei und auf die Universität zwei Millionen Franken.

Auch der Kanton will an Bord sein

Der Kanton Basel-Stadt seinerseits will das Institut in den ersten vier Jahren mit insgesamt 12,5 Millionen Franken unterstützen, wie Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger sagte. Danach sollen es fünf Millionen Franken jährlich sein. Noch muss die Subvention aber vom Kantonsparlament abgesegnet werden.

Basel erhält ein neues Augeninstitut

Im IOB als einem der weltweit ersten Institute seiner Art sollen Grundlagenforscher und Kliniker Hand in Hand das bisher ungenügende Verständnis von Augenkrankheiten verbessern und neue Therapien entwickeln. Laut Novartis-Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt kann sich Basel mit dem neuen Institut als globales Zentrum für Augenheilkunde positionieren.

Die Vertreter der beteiligten Parteien malen eine rosige Zukunft der Augenmedizin: «Wir haben Forscher und erste Ansätze, um gegen Blindheit wirklich zu kämpfen», sagt Unispital-Direktor Werner Kübler gegenüber 20 Minuten (siehe Video). Diese Chance wolle man nutzen.

Forschungsfreiheit gewährleistet

Obwohl Novartis mit zehn Millionen Franken pro Jahr den grössten Beitrag ans IOB leistet, sei die Forschungsfreiheit gewährt, sagte die Rektorin der Uni Basel. Um dies zu gewährleisten, sei das IOB als unabhängige gemeinnützige Stiftung aufgesetzt worden. Auch der oberste Novartis-Chef Reinhardt versicherte, dass der Konzern auf die Tätigkeit des Instituts keinen Einfluss nehmen werde. Das sei auch bei dem seit mehr als 40 Jahren bestehenden Friedrich Miescher Institut in Basel so, das Novartis mit jährlich 50 Millionen Franken unterstütze.

Novartis erhofft sich von der «bahnbrechenden Kooperation zwischen Forschung und Klinik» innovative Lösungen für Patienten mit Sehstörungen und Sehverlust, wie Reinhardt erklärte.

Mehr als 100 neue Stellen

Seine operative Tätigkeit wird das hochspezialisierte Institut bereits Anfang 2018 aufnehmen. Geleitet wird es von zwei Wissenschaftlern von Weltruf, die bereits heute in Basel tätig sind: Botond Roska forscht derzeit am Friedrich Miescher Institut, und Hendrik Scholl leitet die Augenheilkunde an der Universität Basel und die Augenklinik des Universitätsspitals.

Nach Abschluss der Aufbauphase sollen am IOB Jahren gegen 140 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tätig sein. Das bedeutet, dass in den nächsten fünf bis sechs Jahren mehr als hundert neue Stellen entstehen.

Definitiver Standort noch unklar

Noch offen ist nach Angaben von Unispital-Direktor Werner Kübler der definitive Standort des neuen Instituts. Gestartet wird zunächst mit zwei verschiedenen Standorten. Danach soll das IOB für eine längere Übergangszeit in der alten Augenklinik untergebracht werden.

(sda / daf)