Grossbrand in Basel

22. August 2019 04:49; Akt: 22.08.2019 08:38 Print

«Ich gehe jetzt diese Hütte anzünden!»

Der Grossbrand in der Rheingasse soll vorsätzlich gelegt worden sein. Der mutmassliche Täter war in der Ausgehmeile kein Unbekannter.

Die Rheingasse war noch belebt, als der Schwarze Bären lichterloh zu brennen begann. (Video: Leser-Reporter)
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Beim Grossbrand am vergangenen Freitag brannte ein Dachstock in der Basler Rheingasse komplett aus. Das Haus ist nach wie vor einsturzgefährdet und kann nicht betreten werden.

Die Basler Staatsanwaltschaft hat inzwischen einen 35-jährigen Schweizer festgenommen und ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung. Gemäss Recherchen von 20 Minuten ist es möglich, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde.

Kurz vor der Tat soll der Brandstifter auf Höhe eines benachbarten Lokals Radau gemacht und geschriehen haben: «Ich gehe jetzt diese Hütte anzünden!» Danach soll er mit einem Kanister die Liegenschaft betreten und in den Estrich gestürmt sein. «Die Türe zum Schwarzen Bären war immer offen», berichtet eine Bewohnerin.

Es werden immer noch Zeugen gesucht

Der mutmassliche Brandstifter ist in der Rheingasse kein Unbekannter. Gegen ihn besteht mindestens ein Lokalverbot. Zudem heisst es, er sei wiederholt in Streitigkeiten mit dem Besitzer der Brandliegenschaft verwickelt gewesen.

Die Staatsanwaltschaft verwies auf das laufende Verfahren und kommentierte die Recherchen von 20 Minuten nicht. Kriminalkommissär Peter Gill richtet aber einen Appell an Zeugen, die Angaben zum Tathergang machen können, sich bei der Staatsanwaltschaft zu melden.

Eine Nachbarin der Brandruine erzählte gegenüber 20 Minuten, wie sie die Brandnacht erlebte. «Ich war noch wach, als ich plötzlich einen lauten Knall hörte», erzählt sie. Sie sei zum Fenster gegangen und habe es geöffnet, um zu sehen, woher der Lärm kam. «Vor meinem Fenster regnete es buchstäblich Feuer», so die Nachbarin.

«Die Nachbarschaftshilfe funktionierte super»

Bald darauf sei ein Mann durch die Strasse gerannt und habe die Anwohner vor dem Feuer gewarnt. «Wir standen bald draussen und haben kontrolliert, dass niemand fehlt, die Nachbarschaftshilfe funktionierte super.»

«Wir sahen die Feuerwalze, es war sehr bedrohlich und das Feuer schien immer näher zu uns zu kommen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Feuerwehr fünf Minuten später gekommen oder der Wind stärker gewesen wäre», sagt die Frau. Sowohl die Feuerwehr als auch die Polizei hätten einen super Job gemacht, betont sie.

Sie könne aber nicht verstehen, dass die Sozialwohnungen im dritten Stock des Brandgebäudes in diesem Zustand immer noch betrieben und von der Sozialhilfe unterstützt wurden. «Es ist ein Wunder, dass nicht früher etwas passiert ist und ein Skandal, dass es dazu kam!»

(mhu)