Heldin von Tenniken

18. Juni 2019 20:52; Akt: 18.06.2019 20:52 Print

«Es war ein Albtraum, überall war Blut»

In Tenniken BL kam es letzten Donnerstag zu einem Hundeangriff auf ein Kind und eine Frau. Nachbarin Melanie Tamburino griff ein und verhinderte so Schlimmeres.

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In Tenniken sind letzten Donnerstag ein Kind (3) und eine 37-jährige Frau von einem Deutschen Schäferhund angegriffen worden. Beide mussten mit Bisswunden ins Spital eingeliefert werden.

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Der Angriff ereignete sich im Garten der Hundebesitzerin. Sie soll zum Zeitpunkt der Attacke aber nicht vor Ort gewesen sein. Sie hatte aber eine Bekannte gebeten, den Hund ins Freie zu lassen. Im Garten griff der Hund das dreijährige Kind und die Bekannte an.

«Personen rannten hektisch herum»

Nachbarin Melanie Tamburino hatte das ganze Drama hautnah miterlebt. Mutig griff die 40-Jährige ein und verhinderte damit Schlimmeres. Wie sie erzählt, war sie an dem Donnerstag gerade nach Hause gekommen, als sie plötzlich ein Geschrei hörte.

Als sie aus dem Fenster blickte, sah sie in der ansonsten ruhigen Quartierstrasse mehrere Personen hektisch herumrennen. «Ich bin dann raus, um nachzusehen, was das los ist», erzählt sie.

«Überall war Blut»

Im Garten der Nachbarin bot sich ihr dann ein schreckliches Bild: «Der Schäferhund attackierte gerade die Frau. Sie hatte sich schützend vor die Kleine gestellt.» Laut Tamburino hat es die 37-jährige Frau am übelsten erwischt. Mehrfach soll sich der Hund in ihre Beine und Arme verbissen haben: «Es war ein Albtraum, überall war Blut.»

Trotzdem handelte Tamburino geistesgegenwärtig: «Ich befahl dem Hund, Platz zu machen. Ich befahl ihm ‹Fuss› und packte ihn am Kragen. Eine Freundin bat ich, mir eine Leine zu bringen.» Bis die Polizei eintraf, sperrte Tamburino den Deutschen Schäferhund in ihr Auto.

Wie Tamburino, selbst Hundehalterin, erzählt, habe die Hündin dabei mehrmals versucht, nach ihr und anderen Personen zu schnappen. Das Tier erwischte sie schliesslich am Knie: «Der Hund war völlig ausser sich und wie im Wahn.»

Dabei soll es nicht der erste Zwischenfall sein, so Tamburino: «Die Hündin hat auch schon andere Hunde angegriffen. Ich habe mit meinen Hunden schon immer einen Bogen um sie gemacht.» Für sie ist klar: «Der Hund muss weg.»

Hund ist wieder bei der Besitzerin

Laut Rolf Wirz, Leiter Kommunikation Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD), wurde der Hund nach dem Angriff vorübergehend in ein Tierheim gebracht. Zwischenzeitlich sei er aber wieder zu Hause.

Wie Wirz sagt, hat Kantonstierarzt Thomas Bürge entschieden, den Hund bis zum Abschluss des Verhaltenstests in seiner gewohnten Umgebung zu belassen: «Für die Verhaltensabklärungen ist es wichtig, dass der Hund im normalen Umfeld überprüft wird.» Der Hund dürfe aber bis zur Verhaltensabklärung keinen Kontakt zu anderen Personen ausser dem Halter haben. Zudem werde er zum Versäubern nur an der Leine geführt.

Was die Hündin und die Besitzerin nun erwartet, ist noch unklar: «Der Vorfall wird zurzeit analysiert und der Hund im Detail abgeklärt.» Und auch ob der Hund in der Vergangenheit schon negativ aufgefallen ist, werde abgeklärt: «Uns ist aber zurzeit nichts bekannt», sagt Wirz.

(mon)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Monu am 19.06.2019 05:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hund beschütz sein Revier

    Da ist einiges schief gelaufen seitens der Erwachsenen. War der Hund mit Kindern vertraut? Eine fremde Frau holt ihn aus der Wohnung, ein kleines Kind in seinem Garten, hat er nicht einfach sein Revier verteidigt? Traurig dass Menschen so unvorsichtig und unwissend damit umgehen.

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  • Runser Caroline am 19.06.2019 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es war ein Albtraum überall war Blut

    Nicht versagen des Hundes Denke nicht richtiges Halten des Hundes Guter Bericht wieder für Hundehasser Es sind nicht alle Hündeler Itioten und auch nicht jeder Hund eine Bestie Gute Gute Besserung der Mutter und dem Kind Und Ein Grosses Danke An Die Beherzte Helferin Ich Liebe Hunde

  • Cherokee am 19.06.2019 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwundert

    Die Freudin der Hundehalterin ließ den Hund in den Garten. Ich frage mich, was die andere Frau mit ihrem Kind in diesem Garten zu suchen hatten. Sieht mir nach Revier Verteidigung aus. Aber ich war ja nicht dabei, also kann ich nur mutmaßen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Manor am 19.06.2019 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Garten

    Was suchten diese Personen im Garten der Hündin???

  • Gabi am 19.06.2019 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Hundeangriff

    Ein Hund der einmal gebissen hatt beisst immer wieder ! Und wer sich mit Hunden auskennt der entscheidet sich für leider das einschläfern des Hundes ich habe 30Jahre Erfahrung mit Schäferhunden und es spielt keine Rolle welche Rasse Hunde die Blutgeleckt haben werden immer wider beissen.

  • Martial2 am 19.06.2019 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gäbe viele liebe Hunde...

    Solche Art von Hunde wie auch z.B. Pit Bull Terrier gehören nicht in diesem Land: Gefährlich, unberechenbar, unzähmbar. Es gab schon mehr als genug Unfälle mit Kleinkinder. Dazu kommt noch, dass diese Hundebesitzer über diese Tiere zu wenig Kenntnisse haben!

  • Deutscher Schäferhund am 19.06.2019 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Worte!

    Liebe Leute, der Schäferhund ist ein aufpasser! Bin selbst im besitz eines Deutschen Schäferhundes. (Arbeitshund). Ich würde nie auf die Idee kommen meinen Hund über längere Zeit alleine zulassen, geschweige denn flüchtige bekannte in meine Wohnung zu lassen ohne mich und meinen Hund nur in den Garten zu lassen. Der Hund verteidigt sein Revier wenn ich nicht da bin. Und ach ich Rabenmutter lassen mein Kind mit meinen Hund spielen und kuscheln. Die teilen alles sogar das essen. Also bitte denkt mal darüber nach wie Ihr reagieren würdet wenn eine Fremede Person plötzlich in eurem Haus steht!!!

  • Flokile am 19.06.2019 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hundebiss

    Kein Wunder, dass solche Sachen passieren. Jeder und Jede will einen Hund, ohne sich ernsthaft zu fragen, ob man Zeit, Geduld, Zuneigung und auch Konsequenz in die Erziehung eines Hundes investieren will und kann. Gerade vernachlässigte und viel allein gelassene Hunde werden dann vielleicht unberechenbar und agressiv. Wieder mal müssen andere unschuldige Menschen und letztlich auch der Hund ausbaden, was die Besitzer versäumen.