Grossbrand in Pratteln BL

01. Juli 2019 12:05; Akt: 01.07.2019 12:27 Print

«Haben noch keine Lösung für unsere Mitarbeiter»

Am Sonntagabend brannte im Pratteler Industriegebiet die Produktionshalle eines Chemieunternehmens. 180 Einsatzkräfte konnten das Feuer bis am Montagmorgen löschen.

In Pratteln BL brennt ein Industriegebäude. (Video: Leser-Reporter)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Kunimattweg in im Industriegebiet von Pratteln BL hat am Sonntagabend eine Produktionshalle der Firma Galvaplast gebrannt. Dabei entwickelte sich viel Rauch. Zahlreiche Leser-Reporter berichteten von dem Grossbrand: «Plötzlich sah ich die riesige schwarze Rauchwolke», schrieb ein Leser. Die Feuerwehr sei aber schnell vor Ort gewesen.

Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs wurde im Produktionsbetrieb des Kunststoffgalvanisierers noch gearbeitet. Mitarbeitende rätselten am Sonntagabend über die Brandursache. Es wurde gemutmasst, dass sie mit der Hitze in Zusammenhang stehe. Das erzählte Gemeindepräsident Stephan Burgunder, der am Abend vor Ort war, gegenüber dem Regionaljournal von SRF.

Bevölkerung mit Lautsprecher informiert

Spezialisten machten von Beginn weg Messungen und konnten zu keinem Zeitpunkt Giftstoffe im Rauch feststellen. Die Bevölkerung wurde dennoch vorsorglich dazu angehalten, Fenster und Türen zu schliessen. «Für einen Sirenenalarm bestand aber kein Anlass, das wäre nicht angemessen gewesen, weil keine Gefährdung bestand», erklärt Polizeisprecher Adrian Gaugler. Die Bevölkerung wurde vor Ort aber mittels Lautsprecherdurchsagen informiert und Medien verbreiteten zeitnah die neuesten Informationen, die die Polizei über Twitter verbreitete. Ausserdem wurde eine Info-Hotline eingerichtet, bei der knapp 100 Anrufe eingegangen sind.

Noch in der Nacht gaben die Behörden dann definitive Entwarnung. Wenn auch die Gefahr gebannt war, der Gestank war auch am Montag in Pratteln noch gut wahrnehmbar.


Der Brand war bis am Montagmorgen gelöscht. Das Gebäude ist nach dem Brand einsturzgefährdet und nicht mehr begehbar, wie die Polizei mitteilte. «Angesichts der Umstände, ging der Brand glimpflich aus», erklärte Mediensprecher Adrian Gaugler. Im Einsatz standen rund 180 Angehörige der Feuerwehr, Polizei, Sanität und des kantonalen Krisenstabs.

«Ich war mega schockiert»

Angelina D. wohnt keine 10 Minuten von dem brennenden Gebäude entfernt. Sie konnte von ihrer Terrasse aus alles beobachten: «Ich war mega schockiert, als ich die riesige Rauchwolke sah.» Schnell sei sie in die Wohnung rein und habe alle Fenster und Türen geschlossen. Auch Stunden danach traute sie sich nicht, ihre Wohnung zu verlassen: «Ich habe Angst, dass der Rauch giftig ist.»

Ein Anwohner, der in der Nähe von dem betroffenen Gebäude wohnt, war ebenfalls besorgt: «Es stinkt extrem nach Plastik.»
Der Mann glaubte nicht, dass der Rauch ungefährlich ist: «Es sind sicher giftige Stoffe in der Luft.»

Brandursache unklar

Was genau gebrannt hat und die Brandursache wird derzeit von Spezialisten der Polizei und Staatsanwaltschaft untersucht. Klar ist zurzeit, dass der Brand im hinteren Teil des Gebäudes ausgebrochen ist. Im hinteren Teil der Halle waren diverse Chemikalien gelagert. Gemäss Messungen der ABC-Wehr seien die vorgeschriebenen Grenzwerte zu keinem Zeitpunkt überschritten worden.

Während der Löscharbeiten müsse das Gebiet zudem grossräumig umfahren werden. Ein Feuerwehrmann musste mit Verdacht auf Rauchvergiftung zudem ins Spital gebracht werden. Er konnte das Spital aber mittlerweile wieder verlassen, hiess es weiter.

Hauptsache Entwarnung

Beim betroffenen Unternehmen Galvaplast stand am Montag nach dem Brand alles still. «Am wichtigsten ist es jetzt zu betonen, dass keine Gefahrenstoffe in die Umwelt gelangt sind. Dahingehend können wir für das umliegende Gebiet, sowie auch das Gebäude selbst Entwarnung geben», sagte der technische Leiter des Unternehmens Markus Hornberger.

Zum Ausmass des Schadens konnte er noch keine Angaben machen. «Eine Lösung für unsere Mitarbeiter haben wir im Moment noch nicht – auch sind wir noch daran, unsere Kunden zu kontaktieren», so Hornberger. Vieles werde sich im Verlauf der Woche noch herausstellen, und es werde alles daran gesetzt, die Situation aufzuklären.

Bevölkerung soll Türen und Fenster schliessen

(mon/chk/lha/sda)