28. April 2005 23:57; Akt: 29.04.2005 00:00 Print

«Häusliche Gewalt sollte früher erkannt werden»

Für Angestellte des Unispitals ist häusliche Gewalt ein Alltagsthema: Gemäss einer Studie war schon eine Mehrzahl der Patientinnen damit konfrontiert.

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Das Ausmass des Problems häusliche Gewalt zeigt eine spitalinterne Studie bei der Kriseninterventionsstation (KIS) der Psychiatrischen Universitätsklinik: Bei einer Befragung von 115 KIS-Patientinnen 2004 gaben 70 Prozent an, im Verlauf ihres Lebens Gewalt durch einen Partner erfahren zu haben, 41 Prozent von ihnen in den letzten zwölf Monaten.

«Das Ergebnis bestätigt unsere Vermutungen», sagt Karin Haeberli von der Interventionsstelle Halt-Gewalt.
Das Personal im Gesundheitswesen ist immer wieder mit dem Thema konfrontiert, wie eine weitere Studie am Unispital zeigt. Demnach wurden 82 Prozent der befragten Spitalangestellten mindestens einmal mit dem Thema häusliche Gewalt konfrontiert. Dabei waren alle Berufsgruppen am Spital betroffen.

Ein grosser Teil der Befragten fühlt sich aber im Umgang damit unsicher. «Häusliche Gewalt sollte deshalb früher erkannt und der Umgang damit professionalisiert werden», fordert Haeberli.

(jrk/SDA)