Nächtlicher Brand in Basel

16. August 2019 10:08; Akt: 16.08.2019 20:34 Print

«Es war wirklich schlimm, jetzt ist alles kaputt»

In Basel brannte es mitten in der Nacht. Die Flammen verschlangen den Dachstock eines Mehrfamilienhauses. Das Gebäude ist einsturzgefährdet. Was passiert mit den Betroffenen?

Hell erleuchteter Nachthimmel über Basel: In der Rheingasse hat ein Dachstock gebrannt. (16. August 2019) Video: Leser-Reporter
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Am Freitagmorgen, kurz nach 2 Uhr brannte der Dachstock eines Mehrfamilienhaus an der Rheingasse. Entdeckt und gemeldet wurde der Brand durch eine Patrouille der Polizei. Die Bewohner des Hauses konnten in Sicherheit gebracht werden. Dabei wurde eine Person verletzt und musste durch die Sanität ins Spital eingeliefert werden.

Eine weitere Person begab sich wegen Atemwegbeschwerden selbstständig in Behandlung. Der Brand breitete sich rasch aus und griff auch auf angrenzende Gebäude über, teilte die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt mit. Die Feuerwehr konnte das Feuer im Verlauf des Morgens unter Kontrolle bringen.

«Das Ganze war sehr schlimm», sagt ein Augenzeuge. «Ich bin geschockt, dass das in der Stadt passieren kann.» Stundenlang hätten die Feuerwehrleute gegen die Flammen gekämpft. «Und es hat gestunken wie verrückt», erinnert sich der Mann.


(Video: Leser-Reporter)

Grosses Feuerwehraufgebot

Die Brandursache ist zur Zeit noch unklar, die Kriminalpolizei ermittelt. Im Einsatz waren die Sanität der Rettung Basel-Stadt, ein Notarzt, mehrere Patrouillen der Polizei, die Berufsfeuerwehr, die Industriefeuerwehr Regio Basel, die Werksfeuerwehr der Roche, die Milizfeuerwehr und die Feuerwehr des Stützpunkts Muttenz BL.


(Video: Leser-Reporter)

Die Rheingasse musste während der akuten Phase des Einsatzes für den Verkehr gesperrt werden, dadurch kam es zu Umleitungen im öffentlichen Verkehr. Inzwischen ist die Strasse für den Verkehr freigegeben, die Einsatzkräfte sind jedoch immer noch vor Ort. «Es können jederzeit versteckte Glutnester unter Holzböden oder ähnlichem wieder aufbrennen» erklärte René Gsell von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt am Freitagvormittag.

Darum müsse die Feuerwehr die Situation beobachten. «Zudem werden durch die Rettungskräfte auch die notwendigen Sicherungsmassnahmen zu Strom, Gas, Wasser und so weiter vorgenommen», so Gsell.

Gebäude ist einsturzgefährdet

Das Gebäude sei einsturzgefährdet und von der Statik her nicht mehr bewohnbar, sagt die Staatsanwaltschaft gegenüber 20 Minuten. In der Liegenschaft befinden sich möblierte Zimmer, die an Sozialhilfebezüger vermietet werden und in einem erbärmlichen Zustand sind, wie die Tageswoche berichtete.

Brand vom 16. August in Basel

Im selben Haus befindet sich die Grenzwert Bar, aus der die Gäste wegen des Feuers flüchten mussten. «Wir konnten noch bevor die Einsatzkräfte vor Ort waren alle Gäste sicher aus dem Haus bringen», so die Wirtin Cécile Grieder. Auch sie selbst war vor Ort und musste zuschauen, wie das Gebäude mehr und mehr zerstört wurde. «Es war wirklich richtig schlimm, jetzt ist alles kaputt», sagt sie gegenüber 20 Minuten.

Sie hoffe nun, dass es trotz Einsturzgefahr noch möglich sein wird, die Bar zu betreten, um wenigstens persönliche Gegenstände noch zu retten. Dass sich das Feuer so schnell ausbreitete, verwundert sie nicht: «Der Dachstock war voll mit Krempel, das muss gebrannt haben wie Zunder.»

Bewohner sollen unterstützt werden

«In einem Fall wie dem heutigen wird der Sozialdienst der Kantonspolizei Basel-Stadt zur Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner beigezogen», erklärt Polizeisprecher Toprak Yerguz. In einem ersten Schritt gehe es darum, die Erstversorgung sicherzustellen und abzuklären, ob die Bewohner in die Liegenschaft zurückkehren können oder nicht.

«Ist dies nicht der Fall, wird mit der Feuerwehr abgeklärt, ob die Verhältnisse sicher sind, damit die Bewohnerschaft unter Begleitung der Polizei in die Wohnung oder in das Haus gehen kann, um das Nötigste einzupacken». Zudem werde geklärt, wer die entstandenen Kosten übernehmen muss.

Häufig gelinge es den Betroffenen, sich eine andere Unterkunft über private Kanäle zu organisieren. Bei anderen biete der Sozialdienst Unterstützung. «Die Erfahrung zeigt, dass die Basler Bevölkerung in solchen Situationen grosse Solidarität beweist und ihre Hilfe anbietet, so zum Beispiel Gasthäuser und Hotels, die unkompliziert betroffene Familien und Einzelpersonen aufnehmen», so Yerguz.

(chk/kom/las/sda)